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Corona-Pandemie: Hatte Karl Lauterbach recht?

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Von: Tim Szent-Ivanyi

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War seine Aussage richtig?
War seine Aussage richtig? © Wolfgang Kumm/dpa

„Geimpft, genesen, oder verstorben“: Kritik an Aussage hält an.

Ende Oktober 2021 traf der heutige Gesundheitsminister Karl Lauterbach eine Aussage, die insbesondere bei Impfgegner:innen für Empörung sorgte. Nachdem die Ampelkoalition sich darauf festgelegt hatte, fast alle Corona-Regeln zum 20. März 2022 auslaufen zu lassen, sagte der SPD-Politiker: „Klar ist aber, dass die meisten Ungeimpften von heute bis dahin entweder geimpft, genesen oder leider verstorben sind, denn das Infektionsgeschehen mit schweren Verläufen betrifft vor allem Impfverweigerer.“

Vier Wochen später sagte auch der damalige Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU): „Wahrscheinlich wird am Ende dieses Winters so ziemlich jeder in Deutschland geimpft, genesen oder gestorben sein.“

Jetzt ist März – und die „Querdenker“-Szene erinnert insbesondere an die Aussage des jetzigen Gesundheitsministers, um ihm erneut das Verbreiten von Lügen vorzuwerfen. Unter dem Twitter-Hashtag #Lauterbachluegt brüsten sich Userinnen und User, der „lebende Beweis“ für die Berechtigung des Vorwurfs zu sein.

In beiden Fällen handelte es sich nicht um wissenschaftliche Aussagen, sondern um politische Botschaften, mit denen Spahn und Lauterbach für das Impfen werben wollten. Seit den Äußerungen sind Tausende Menschen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben und es gab Millionen Neuinfektionen. Da die Gesundheitsämter mit der Nachverfolgung nicht mehr hinterherkommen, dürfte die tatsächliche Infektionszahl zudem deutlich über den offiziellen Werten liegen.

Hohe Dunkelziffer

So schätzt beispielsweise Kassenärzte-Chef Andreas Gassen, dass zu den gemeldeten Zahlen eine Dunkelziffer in „mindestens ähnlicher Höhe“ hinzukomme. Zu beachten ist außerdem, dass Lauterbach seine Aussage traf, als die Delta-Variante, die im Gegensatz zur Omikron-Variante zu schwereren Krankheitsverläufen führt, noch die vorherrschende Variante war. Richtig ist allerdings, dass die Erwartung des Ministers, dass es gelingen kann, die Impfquote in Deutschland noch signifikant zu erhöhen, sich bisher nicht erfüllt hat. Wie hilfreich die Impfung ist, zeigt sich aber auch bei Omikron: Laut dem RKI ist der Anteil Ungeimpfter an den auf den Intensivstationen behandelten Corona-Patient:innen und an den Todesfällen etwa um den Faktor vier höher als der der Geimpften.

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