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Im Wahlkreis Potsdam liegt Olaf Scholz vor Konkurrentin Annalena Baerbock.
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Im Wahlkreis Potsdam liegt Olaf Scholz vor Konkurrentin Annalena Baerbock.

Direktmandate

Bundestagswahl: Wandel in den Wahlkreisen

Die SPD hat der CDU in vielen Teilen Deutschlands den Rang abgelaufen. Grüne und AfD haben gute Chancen bei den Zweitstimmen.

Was sich für das bundesweite Wahlergebnis in den Umfragen zeigt, spiegelt sich auch in den 299 Wahlkreisen wider: Die SPD hat der Union in vielen Teilen Deutschlands den Rang abgelaufen. Bei den Zweitstimmen ist die SPD in der aktuellen Projektion der Plattform election.de in 133 Wahlkreisen stärkste Kraft, die Union nur noch in 102 Gebieten. In Sachsen und Thüringen führt die AfD. Die FDP würde – wie schon 2017 – leer ausgehen.

Außerdem zeichnet sich ab, dass in mehr als 20 Wahlkreisen in Ostdeutschland das Ergebnis der Direktkandidaten von Union, SPD und Grünen so nah beieinander liegen wird, dass schon 25 Prozent der Erststimmen – oder sogar weniger – für den Gewinn des Mandats reichen. Bei der Bundestagswahl vor vier Jahren gab es das nur in zwei Wahlkreisen.

Gingen früher die allermeisten Direktmandate entweder an Union oder SPD, können nun auch Grüne und AfD bei den Erststimmen mit etlichen Wahlkreisgewinnen rechnen: Nach aktuellem Umfragestand würden CDU/CSU auf 153 Direktmandate kommen, 78 weniger als vor vier Jahren.

Die SPD könnte sich über einen Anstieg von 58 auf 106 Direktmandate freuen. Einer davon dürfte der Wahlkreis Potsdam sein, wo Grünen-Chefin Annalena Baerbock gegen SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz antritt. Laut Prognosen hat Scholz aktuell klar die Nase vorn: Mit der Wahrscheinlichkeit von 99 Prozent werde Scholz den Wahlkreis gewinnen, wird prognostiziert.

Auch bei einem anderen mit Spannung erwarteten Duell hat die SPD Siegeschancen: Im Wahlkreis 196 in Südthüringen, wo der einstige Olympiasieger Frank Ullrich für die SPD gegen den umstrittenen Ex-Verfassungsschutzpräsidenten Hans-Georg Maaßen (CDU) kandidiert, sieht election.de den ehemaligen Biathleten im Vorteil (Siegeswahrscheinlichkeit: 79 Prozent).

Der Umschwung von Schwarz zu Rot ist im Nordosten der Republik besonders deutlich zu erkennen: In den Landkreisen Schwerin, Ludwigslust-Parchim I und II und Rostock II, die bislang von CDU-Abgeordneten vertreten werden, holt sich die SPD laut der Prognosen in diesem Jahr die Direktmandate.

Dennoch: Auf Anfrage des Redaktionsnetzwerks Deutschland wollte der SPD-Parteivorstand keine genauen Angaben zu Wahlkreiszielen machen. „Jeder Wahlkreis kann gewonnen werden“, heißt es aus Parteikreisen. Dabei werde vor allem auf die persönlichen Gespräche mit Bürgerinnen und Bürgern gesetzt. „Insgesamt haben unsere Wahlkämpferinnen und Wahlkämpfer schon an fast 1,9 Millionen Haustüren geklingelt und geklopft.“ Aber auch die Grünen dürften stark wachsen: von nur einem Wahlkreis 2017 auf derzeit 18 – zwölf davon liegen im Süden der Republik. So muss in Bayern die CSU laut Prognosen fünf Wahlkreise an die Grünen abtreten: Die größten Chancen auf ein Direktmandat hat die Partei im Wahlkreis München West/Mitte (Wahrscheinlichkeit: 74 Prozent).

Der Grünen-Wirtschaftsexperte Dieter Janecek tritt hier gegen den CSU-Abgeordneten Stephan Pilsinger an. Im Wahlkreis München Süd stehen die Chancen gut, dass die stellvertretende Bundesvorsitzende der Grünen, Jamila Schäfer, der CSU das Direktmandat abnimmt. Auch im Rest der Landeshauptstadt haben die Grünen nach Erststimmen aktuell die Nase vorn.

In Berlin konnten die Grünen vor vier Jahren allein den Wahlkreis Friedrichshain-Kreuzberg/Prenzlauer Berg Ost gewinnen – in diesem Jahr haben sie gute Chancen auf zwei weitere. Im östlichen Teil hat die Linke klar die Nase vorn – auch in Treptow-Köpenick, wo Linken-Kandidat Gregor Gysi sein Direktmandat gegen Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Claudia Pechstein verteidigen muss, die für die CDU antritt. Nach aktuellen Prognosen stehen seine Chancen gut.

Die AfD würde von drei auf 16 Direktmandate zulegen – die Hoffnungen liegen dabei auf dem Osten: Neben Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen, wo sie laut Prognose in fünf Wahlkreisen führt, liegt der Fokus auf Sachsen, wo elf Direktmandate möglich sind – vor allem in Görlitz, Bautzen und der Sächsischen Schweiz.

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