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Bitcoin & Co.: Der große Ausverkauf

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Von: Christoph Höland

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Der Bitcoin notiert inzwischen bei deutlich unter 30 000 Dollar.
Der Bitcoin notiert inzwischen bei deutlich unter 30 000 Dollar. © IMAGO/Lobeca

Lange stiegen und stiegen die Kurse vieler Kryptowährungen. Nun stürzen sie ab - das Tal dürfte noch kommen, glauben Fachleute.

Es herrscht Ausverkaufsstimmung“ – so fasst Analyst Timo Emden die jüngsten Entwicklungen bei Kryptowährungen zusammen. In den vergangenen Tagen haben Bitcoin und Co. erneut deutlich an Wert verloren. Zugleich versetzt der Absturz eines sogenannten Stablecoins die Kryptowelt in Aufruhr.

Dabei prophezeiten Fans Kryptowährungen zuletzt eine glorreiche Zukunft: Schutz vor Inflation könne das „digitale Gold“ bieten, auch als unkompliziertes Onlinezahlungsmittel sei das Digitalgeld geeignet. Auf Kryptowährungen basierende Echtheitszertifikate sollten als Smart Contracts klassische Kreditverträge ersetzen. Und Teile des Kunstmarkts jubelten, weil fälschungssichere NFTs den Handel mit digitaler Kunst erleichterten.

Seit den Ankündigungen zur Zinswende spüren Kryptoanleger:innen von der Euphorie nichts mehr: Schon im Winter fielen die Kurse, zuletzt verbuchte die Leitwährung Bitcoin 22 Prozent Verlust in fünf Tagen. Ein Bitcoin wurde am Donnerstag für etwa 27 500 Dollar gehandelt. Die einstige Höchstmarke von gut 67 000 Dollar ist in weiter Ferne, die psychologisch wichtige 30 000-Dollar-Marke seit Mittwoch deutlich unterschritten. Bei anderen Kryptowährungen sieht es oft noch schlechter aus.

„Die Hoffnung, dass sich die US-Notenbank Fed mit Zinserhöhungen zurückhält, hat sich nicht bestätigt“, erklärt Emden die jüngsten Entwicklungen. Erste Prognosen sähen den Bitcoin demnächst bei 20 000 Dollar, „auch ich sehe wenig, was für einen baldigen Umschwung spricht“, meint Emden.

Hauptverantwortlich für die Kursverluste sind laut Sören Hettler von der DZ Bank vor allem institutionelle Investoren, die zuletzt dem Hype gefolgt waren – und nun wieder in weniger riskante Anlageklassen ausweichen. Wegen der Großinvestoren ähnelten die Kursentwicklungen nun denen von Tech-Aktien – was Hettler zufolge die Rolle des Bitcoin als „digitales Gold“ in Frage stelle.

„Der Absturz von TerraUSD ist eine weitere Hiobsbotschaft, die Schockwellen aussendet“, betont Emden außerdem. Der Kurs des sogenannten Stablecoin hat sich bis Donnerstag mehr als halbiert. Dabei sollte genau das eigentlich nicht passieren: Auf die ein oder andere Art versprechen die Anbieter der Währungen, dass Stablecoins von echten Dollareinlagen gedeckt sind und der Wert deshalb stets stabil bleibt. „Es fehlt die Sicherheit, dass die Gelder wirklich vorhanden sind“, sagt Emden nun.

Anlegerinnen und Anleger haben Stablecoins vor allem genutzt, um Gewinne aus anderen Kryptogeschäften wertstabil zu parken. TerraUSD war dafür die viertbeliebteste Kryptowährung, etwa elf Milliarden Dollar betrug die Marktkapitalisierung vor dem Crash. Nun haben sich einschlägige Internetforen in regelrechte Selbsthilfegruppen verwandelt, auch Suizidgedanken äußerten Anlegerinnen und Anleger dort. Kryptowährungen sind hochriskante Assets, bei denen man äußerste Vorsicht walten lassen sollte.

Zentralbanken wie die EZB betrachten Stablecoins indes schon länger argwöhnisch. Denn schlussendlich konnte selbst der Anbieter von Tether, mit 79 Milliarden Dollar Marktkapitalisierung der größte Stablecoin, bislang nicht nachweisen, dass die Summe auch von Dollareinlagen gedeckt ist. Auch Tether gab am Donnerstag leicht nach und konnte die Dollar-Parität nicht aufrechterhalten.

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