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Berechtigte Kritik am Deal mit Nestlé

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Von: Frank-Thomas Wenzel

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Die Influencerinnen und Streamer sind nicht gerade glücklich über die Übernahme durch Nestlé.
Die Influencerinnen und Streamer sind nicht gerade glücklich über die Übernahme durch Nestlé. © Jean-Christophe Bott/dpa

Nestlé übernimmt Ankerkraut. So läuft das eben in der Geschäftswelt. Die Kritik an der Übernahme ist trotzdem verständlich. Ein Kommentar.

Ankerkraut ist mit Gewürzmischungen und mit einem brillanten Marketingkonzept so erfolgreich, dass die weltgrößte Nahrungsmittelkonzern Nestlé das Start-up nun komplett übernommen hat. Den beiden Gründern Anne und Stefan Lemcke kann man nur gratulieren. Sie sind jetzt reiche Leute und werden noch reicher werden, da sie bei der neuen Nestlé-Tochter weitermachen.

So funktionieren Erfolgsstorys. Denn das Ziel von Start-ups ist entweder der Börsengang oder die Übernahme durch einen großen Konzern, nur so kann ein junges Unternehmen ab einem bestimmten Punkt weiterwachsen.

Der Gewürzhändler hat sich als cool, nachhaltig und fair inszeniert. Das gehört zum Marketingkonzept und ist zwingend notwendig, um jüngere und zahlungskräftige Käufergruppen zu erreichen. Denn es darf nicht vergessen werden, dass Unternehmen keine moralischen Anstalten sind, sondern vor allem einen Zweck haben: Gewinne zu machen.

Dass die Influencerinnen und Streamer sich nun beschweren und ihre Kooperation mit Ankerkraut aufkündigen, ist dennoch berechtigt. Denn deren wichtigstes Kapital ist ihre Glaubwürdigkeit. Die ist nun gefährdet, deshalb müssen sie sich so schnell und so öffentlichkeitswirksam wie möglich von Ankerkraut distanzieren. Was bleibt? Angemessen wäre, die bisherigen Partner in Form einer Bonus-Zahlung am Erlös des Deals zu beteiligen.

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