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Banger Blick auf die Zapfsäule

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Von: Johanna Apel

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Schnell noch mal volltanken.
Schnell noch mal volltanken. © imago/blickwinkel

Ende August läuft der Tankrabatt aus. Die Spritpreise könnten aber nicht sofort wieder steigen.

Am 1. September ist Schluss: Dann endet der Tankrabatt, und die Preise an den Zapfsäulen dürften wieder steigen. Gut zwei Wochen haben Autofahrerinnen und Autofahrer noch, bis die temporäre Senkung der Energiesteuer auf Benzin und Diesel ausläuft.

Lohnt es sich also, am letzten Augusttag noch einmal ordentlich vollzutanken? Die Antwort hängt von verschiedenen Szenarien ab. Dem ADAC zufolge ist es nämlich nicht ausgemacht, dass die Preise direkt zum 1. September sprunghaft steigen. „Die Tankstellen haben natürlich ein Interesse daran, im August noch niedrigversteuerten Kraftstoff in ihre Tanks zu füllen“, sagte ein Sprecher. Dadurch hätten sie auch im Folgemonat noch billigeren Sprit zur Verfügung. „Damit können sie sich auch über den 1. September hinaus auf dem Markt mit niedrigen Spritpreisen einen Wettbewerbsvorteil verschaffen oder ihre Margen erhöhen.“

Auch sei das Szenario möglich, dass die Preise schon im August wieder anziehen. Denn: Wenn viele Menschen vom billigeren Sprit profitieren wollen, steigt die Nachfrage – und die Preise können in die Höhe klettern, bevor die alte Energiesteuer wieder greift. Ebenso sei das umgekehrte Szenario denkbar: Ein sinkender Rohölpreis und ein höherer Wettbewerbsdruck könnten zur Gegenbewegung führen, so der ADAC-Sprecher. „Es ist ein Preisspiel mit vielen Variablen“, resümiert er. „Die Verbraucher sind daher gut beraten, die Preisentwicklung im Blick zu behalten.“

Inklusive der Mehrwertsteuer steige die Energiesteuer auf Benzin nach Ende des Tankrabatts um 35 Cent je Liter, bei Diesel seien es 17 Cent. „Nach jetzigem Stand werden die Preise für beide Kraftstoffsorten im Schnitt wieder auf mehr als zwei Euro je Liter steigen“, so die Prognose des Verkehrsclubs.

Der Mineralölverband „Fuels und Energie“ (EN2X), rät dazu, rechtzeitig zu tanken, um lange Schlangen oder gar Versorgungsengpässe zu vermeiden. Vor Ende des Tankrabatts würden Autofahrer voraussichtlich noch verstärkt an die Tankstellen fahren, heißt es in einer Mitteilung. Der Verband rechnet deshalb damit, dass ab 1. September nicht mehr viel von dem billigeren Benzin und Diesel im Angebot sein wird. „Deshalb raten wir dazu, nicht erst mit fast leerem Tank zur Tankstelle zu fahren, sondern regelmäßig nachzutanken.“

Der Verband sieht das Auslaufen des Tankrabatts wegen der erwarteten höheren Nachfrage als „logistische Herausforderung“. Verschärft werde das Ganze auch noch durch das Niedrigwasser im Rhein sowie eine „hohe Belastung bei der Güterbahn“ und den Teilausfall einer Raffinerie in Österreich.

Doch auch abgesehen vom Tankrabatt können Autofahrerinnen und Autofahrer Geld beim Tanken sparen. Ein entscheidender Faktor ist beispielsweise die Uhrzeit. Laut ADAC und dem Tankstellenportal „Clever Tanken“ wird der Sprit abends nämlich günstiger, von 20 bis 22 Uhr ist er am billigsten. Besonders teuer ist die Fahrt zur Tankstelle hingegen am Morgen.

Wer beim Blick auf das Handy herausfinden möchte, wo Benzin oder Diesel gerade günstig sind, kann auch auf eine App zugreifen. Anbieter wie die „Clever Tanken“-App, „Benzinpreis-Blitz“ oder „Mehr Tanken“ zeigen die günstigsten Spritpreise in der Umgebung an. Je nach Anbieter kommen noch andere Funktionen hinzu – beispielsweise Push-Nachrichten, wenn ein gewisser Benzinpreis erreicht ist.

Sprit lässt sich aber auch schon bei der Fahrweise sparen. Etwa, wie schon in der Fahrschule gelernt, durch vorausschauendes Fahren: Unnötiges Bremsen vermeiden oder bei einer roten Ampel ausrollen lassen. Auch der Luftdruck kann einen Unterschied machen: Ist zu wenig Luft im Reifen, erhöht sich der Verbrauch. Einsparpotenzial gibt es auch bei der Gangschaltung. Hier gilt es, früh hochzuschalten, um Sprit zu sparen.

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