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Leere Regale: Verbände und Gewerkschaften warnen vor Lieferengpässen.
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Leere Regale: Verbände und Gewerkschaften warnen vor Lieferengpässen.

Warenströme

Alarm in der Transportbranche

  • Frank-Thomas Wenzel
    VonFrank-Thomas Wenzel
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Verbände und Gewerkschaften warnen vor einem Kollaps der Lieferketten wie in Großbritannien.

Ohne Lkw-Fahrerinnen und -fahrer läuft nichts. Auch Seeleute und Flugzeug-Crews werden gebraucht, um die globalen Warenströme in Gang zu halten. Jetzt haben internationale Transportverbände und Gewerkschaften in einem offenen Brief an die UN-Vollversammlung appelliert, die „humanitäre Krise“ in der Branche zu beheben und einen Kollaps der Lieferketten zu verhindern.

Die Beschäftigten in den Lastwagen und Flugzeugen und auf den Schiffen hätten während der Pandemie den Welthandel am Laufen gehalten, und zwar unter widrigen Bedingungen, heißt es in dem Brief. So hätten 400 000 Seeleute über viele Wochen ihre Schiffe nicht verlassen können. Flugzeug-Crews hätten es mit uneinheitlichen Grenz- und Reisebestimmungen und Impfvorschriften zu tun gehabt.

Lkw-Fahrer seien gezwungen gewesen, oft wochenlang und unter unhygienischen Bedingungen an Grenzen zu warten. Den bei der UN versammelten Regierungen wird vorgeworfen, dass deren Verkehrsministerien nicht in der Lage gewesen seien, mit Gesundheitsministerien zusammenzuarbeiten, um die Lage der Beschäftigten zu verbessern.

Der Brief wurde unterzeichnet von der Internationalen Luftfahrt Assoziation (IATA), von der Internationalen Schifffahrtskammer (ICS), von der Internationalen Föderation der Transportarbeiter (ITF) und von der Internationalen Straßentransport-Union (IRU). Die vier Organisationen nehmen für sich in Anspruch für weltweit 65 Millionen Beschäftigte in 3,5 Millionen Unternehmen des Transportwesens zu sprechen.

Das Quartett warnt: Wenn sich die Lage nicht schnell verbessere, werde die Krise in der Branche nicht nur auf unbestimmte Zeit andauern, sondern noch mehr Not verursachen. Denn wegen der schlechten Behandlung der Beschäftigten, würden sich immer mehr Arbeitskräfte anderswo Jobs suchen. Lieferketten würden noch stärker unter Druck geraten, während die Nachfrage nach Transportdienstleistungen im Zuge der weltweiten wirtschaftlichen Erholung weiter anziehe.

In Großbritannien lässt sich wie in einem Labor beobachten, was der Arbeitskräftemangel bedeutet. In dem Land fehlt es nach dem Brexit an Lkw-Fahrer:innen. Der allergrößte Teil kam früher aus Osteuropa. Unter anderem wegen Corona gelang es nicht, ausreichend neue Trucker anzuheuern. Jetzt fehlen rund 100 000 Frauen und Männer, die schwere Nutzfahrzeuge steuern können.

Dirk Engelhardt, Vorstandssprecher des Bundesverbandes Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL), warnte kürzlich vor britischen Verhältnissen auch hierzulande. Er geht fest davon aus, dass „wir in Westeuropa die gleiche Situation haben werden – nur etwas zeitversetzt“. Ein Versorgungskollaps drohe. Auch in Deutschland fehlten zwischen 60 000 und 80 000 Fahrer:innen. Zugleich gingen jedes Jahr etwa 30 000 in Rente, aber nur 15 000 rückten nach.

Die Ursache für diese Not? Das sind die Faktoren, die auch die vier Verbände in ihrem Brief an die UN beschreiben. Der Beruf des Lastwagenfahrers hat laut Engelhardt massiv an Attraktivität verloren. Immer längere Staus auf den Autobahnen, die schwierige Vereinbarkeit von Job und Familie. Es fehlt entlang der Fernstraßen an Parkplätzen, Duschen und akzeptablen Übernachtungsmöglichkeiten. Hinzu komme ein brutaler Wettbewerb der Speditionen.

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