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Abfrage zur neuen Grundsteuer

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Von: Johanna Apel

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Ob die Grundsteuer für eine Immobilie steigt oder sinkt, hängt entscheidend von der Lage des Objekts ab. In gefragten Gegenden wird es wohl teuer werden.
Ob die Grundsteuer für eine Immobilie steigt oder sinkt, hängt entscheidend von der Lage des Objekts ab. In gefragten Gegenden wird es wohl teuer werden. © IMAGO/Hans Blossey

Immobilieneigentümerinnen und -eigentümer bekommen in diesen Tagen Post vom Finanzamt. Sie müssen Daten übermitteln. Was nun zu beachten ist.

Vom 1. Juli an gilt sie: die Abgabefrist für die Erklärung zur neuen Grundsteuer. Bis zum 31. Oktober müssen Eigentümerinnen und Eigentümer von Grundstücken oder Betrieben der Land-und Forstwirtschaft ihre Daten übermitteln. Dabei handelt es sich um eine Art zusätzliche Steuererklärung, auf deren Basis ab 2025 eine neue Grundsteuer erhoben wird. Doch was hat es damit auf sich – und was muss beachtet werden?

Warum gibt es überhaupt eine neue Grundsteuer?

Die aktuelle Grundsteuer wird auf Grundlage von sehr alten Daten berechnet: In Westdeutschland stammen sie aus dem Jahr 1964, in Ostdeutschland sogar von 1935. Seitdem haben sich Grundstückswerte jedoch verändert – teilweise erheblich.

Das Bundesverfassungsgericht hatte 2018 eine Ungleichbehandlung festgestellt und die Steuer einkassiert. Bis Ende 2019 müsse eine Neuregelung in die Wege geleitet werden, hieß es aus Karlsruhe. Ein Jahr später verabschiedete der Bundestag eine entsprechende Reform.

Was ist neu?

Mit der reformierten Grundsteuer wird der Grundbesitz in Deutschland neu bewertet. Stichtag ist der 1. Januar 2022, entscheidend sind also die Verhältnisse zu diesem Zeitpunkt. Millionenfach bekommen Immobilieneigentümerinnen und -eigentümer in diesen Tagen Post vom Finanzamt, das entsprechende Daten abfragt.

Welche genau, ist nicht in allen Bundesländern gleich, denn Baden-Württemberg, Bayern, Hamburg, Hessen und Niedersachsen haben von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, vom Bundesmodell abweichende Regelungen zu erlassen. Das Saarland und Sachsen wenden bei der Steuerberechnung zwar grundsätzlich das Bundesmodell (Grundsteuerwert mal Steuermesszahl mal Hebesatz) an, haben aber eigene Steuermesszahlen eingeführt.

Da die Bundesländer die Steuer nach unterschiedlichen Modellen berechnen, werden teilweise auch unterschiedliche Dinge abgefragt. So fragt etwa Bayern den Bodenrichtwert nicht ab, in Nordrhein-Westfalen müssen Eigentümerinnen und Eigentümer wiederum Angaben zu Flurstück und Flurnummer machen.

Welche Daten werden erhoben?

Wie das Bundesfinanzministerium erklärt, sind für Wohngrundstücke im Wesentlichen folgende Angaben erforderlich: Lage des Grundstücks, Grundstücksfläche, Bodenrichtwert, Gebäudeart, Wohnfläche und Baujahr des Gebäudes. Genauere Details können zwar je nach Land variieren, insgesamt sollen künftig aber weniger Angaben gemacht werden als bisher.

Bis wann muss ich aktiv werden?

Stichtag ist der 31. Oktober 2022. Bis dahin muss die sogenannte Erklärung zur Feststellung des Grundsteuerwerts eingereicht werden. Achtung: Die Daten müssen elektronisch über das „Elster“-Portal übermittelt werden. Nur in „ganz besonders gelagerten Ausnahmefällen“ ist die Abgabe auch in Papierform möglich, wie das Ministerium mitteilt. Wer bereits ein Elster-Konto hat, kann dieses nun nutzen. Wer sich noch registrieren muss, sollte den Prozess nicht zu spät starten: Eine Registrierung kann bis zu zwei Wochen dauern. Wird die Erklärung zu spät abgegeben, kann ein Zuschlag fällig werden.

Was ist mit Mieterinnen und Mietern?

Wer eine Wohnung oder ein Haus mietet, muss jetzt nicht aktiv werden. Die Reform kann dennoch auch Auswirkungen auf Mieterinnen und Mieter haben: Da die Grundsteuer auf sie umgelegt werden kann, könnte sich das ab 2025 auf die Mietpreise auswirken.

Wo finde ich weitere Informationen?

Das Bundesfinanzministerium will mittels öffentlicher Bekanntmachungen über den Vorgang informieren. Darüber hinaus wollen die meisten Bundesländer Informationsschreiben verschicken. Im Internet bietet die Seite www.grundsteuerreform.de eine gute Orientierung. Dort kann das jeweilige Bundesland angeklickt werden. Auch das Bundesfinanzministerium beantwortet auf seiner Internetseite Fragen zur Grundsteuer.

Einige Bundesländer haben zudem ein Bodenrichtwertinformationssystem (BORIS), das bei der Angabe des Bodenrichtwerts helfen kann. Mehr Informationen dazu finden sich im Internet unter www.bodenrichtwerte-boris.de.

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