Vor Heiligabend ist noch mehr los auf der Frankfurter Zeil als sonst. Foto: Michael Schick
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Vor Heiligabend ist noch mehr los auf der Frankfurter Zeil als sonst.

Einzelhandel

Weihnachten: Händler in Frankfurt hoffen auf Shopping-Endspurt

  • Christoph Manus
    vonChristoph Manus
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Der Handelsverband rechnet mit einem gutem Weihnachtsgeschäft. Dabei setzt sich der Trend zu Gutscheinen als Geschenke unterm Weihnachtsbaum fort.

  • Weihnachtsgeschäft: Einzelhandel in Frankfurt zufrieden
  • Weihnachtsgeschäft: Bilanz erst nach Januar
  • Geschenke an Weihnachten: Immer mehr Gutscheine

Trotz der wenig winterlichen Temperaturen sind die Einzelhändler in Frankfurt und der Region bisher mehrheitlich zufrieden mit dem Weihnachtsgeschäft. „Wir brauchen nicht meckern“, sagt Joachim Stoll, der Vizepräsident des Handelsverbands Hessen-Süd. Er sei zuversichtlich, dass das prognostizierte Umsatzplus von drei Prozent im Vergleich zum vorigen Jahr zu schaffen sei.

Gerade die Onlinehändler, in deren Kassen ein immer höherer Teil des Umsatzes landet, machen bereits seit „Black Friday“, dem Tag nach Thanksgiving, gute Geschäfte. Der heutige Samstag und Montag würden nun die Tage des stationären Handels, hofft Stoll im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau. Die Stimmung unter den Verbrauchern sei gut. Das habe auch mit der stabilen Situation auf dem Arbeitsmarkt im Rhein-Main-Gebiet zu tun. In Frankfurt und Umgebung gebe es deutlich weniger schlechte Nachrichten als in Regionen, die stark von der Produktion etwa für die Automobilbranche abhängig seien, sagt Stoll.

Weihnachten in Frankfurt: Zu warm für dicke Jacken

Einen Schlussstrich unter das Weihnachtsgeschäft könne man erst Ende Januar ziehen, sagt der Hauptgeschäftsführer des Hessischen Handelsverbands, Sven Rohde. Auch er geht im Gespräch mit der FR aber davon aus, dass die Umsatzziele erreicht werden. Positiv sei nicht zuletzt, dass die Kunden im Vergleich zum vergangenen Jahr, als Heiligabend auf einen Montag fiel, einen Tag mehr zum Shoppen hätten.

Die Rückmeldungen der Händler seien allerdings unterschiedlich. Die großen Unternehmen berichteten – wie bereits in den vergangenen Jahren – eher von guten Geschäften als die kleineren Unternehmen.

Weihnachten: Geschäft mit Geschenken wichtig für Einzelhandel in Frankfurt

Bundesweit liefen zudem die Tage vor dem dritten Advent schlechter als die beiden Wochen davor. Ein Teil des Geschäfts mit Textilien sei bereits früher als sonst gelaufen, schätzt Rohde. Für den Textilhandel sei außerdem die derzeitige Witterung nicht ideal. Bei sehr milden Temperaturen rund um Weihnachten würden weniger Winterjacken und dicke Pullover gekauft und verschenkt.

Für den Einzelhandel ist das Weihnachtsgeschäft immer noch von großer Bedeutung. Fast 19 Prozent des Jahresumsatzes erwirtschaften die Geschäfte im November und Dezember. Bei Spielwaren macht es sogar ein Viertel aus, beim Umsatz mit Büchern ist der Wert ähnlich hoch. Auch Uhren und Schmuck, Unterhaltungselektronik sowie Kosmetika und Körperpflegemittel landen sehr häufig unter dem Weihnachtsbaum.

Weihnachten: Gutscheine als Geschenk immer beliebter

Immer mehr Menschen schenken sich zudem Gutscheine zu Weihnachten. Die Einzelhändler machen damit nach Zahlen des Handelsverbands Deutschland allein im November und Dezember einen Umsatz von drei Milliarden Euro.

Weil außerdem deutlich mehr Bargeld verschenkt wird als früher, ist auch vom einst riesigen Umtauschtrubel nach dem Fest nicht mehr viel zu spüren. Nur noch etwa jedes 25. Geschenk wird nach Angaben des Handelsverbands Deutschland umgetauscht. Noch am häufigsten zurück in den Laden gebracht würden Spielwaren, heißt es dort. Kindern schenke man schließlich ungern Gutscheine.

Die Prognosen

Mit einem Umsatzvon 8,8 Milliarden Euro rechnet der Handelsverband Hessen für das laufende Weihnachtsgeschäft. Das wäre ein Plus von drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Bundesweit dürfte der Umsatz erstmals über der Schwelle von 100 Milliarden Euro liegen. 

Allein für Geschenkewollen die Verbraucher nach Zahlen des Handelsverbands Deutschland in diesem Jahr mehr als 20 Milliarden Euro ausgeben. 

Der Onlinehandelmacht inzwischen nach Zahlen des Handelsverbands Deutschland fast 15 Prozent des bundesweiten Umsatzes im Weihnachtsgeschäft aus. Er wächst im Vergleich zum Vorjahr um etwa zehn Prozent, also deutlich stärker als der stationäre Handel. 

Für die Zahlenzum Weihnachtsgeschäft addiert der Handelsverband die prognostizierten Umsätze für November und Dezember. 

Auch für das Gesamtjahr 2019rechnen die Händler mit einem guten Ergebnis. Für Hessen ist ein Umsatz von 46,5 Milliarden Euro prognostiziert. Das wäre ein Plus von drei Prozent.

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