1. Startseite
  2. Hessen

Verlust und Schulden: Eintracht Frankfurt leidet weiter unter der Corona-Pandemie

Erstellt:

Kommentare

Eintracht Frankfurt
Das Logo von Eintracht Frakfurt auf dem Pult des Stadionsprechers. © Frank Rumpenhorst/dpa/Symbolbild

Eintracht Frankfurt ist sportlich erfolgreich. Das schlägt sich jedoch nicht in den wirtschaftlichen Zahlen nieder. Der erneute Millionen-Verlust ist aber nicht selbstverschuldet. Für die kommende Saison rechnet der Verein mit einem leicht positiven Ergebnis.

Frankfurt – Die Corona-Pandemie hat Eintracht Frankfurt trotz des Europa-League-Triumphes auch in der vergangenen Saison ein dickes Minus beschert. Die Hessen verzeichneten in der Spielzeit 2021/22 einen Verlust von 31,9 Millionen Euro nach Steuern.

„Das ist coronabedingt, weil 13 von 17 Bundesliga-Heimspielen und vier von sechs Heimpartien in der Europa League nur mit eingeschränkter Kapazität stattfinden konnten“, sagte Frankfurts Finanzvorstand Oliver Frankenbach am Dienstag. So hat sich der Umsatz im Heimspielbetrieb, zu dem die Bereiche Ticketing und Hospitality gehören, mit einem Anteil von 13 % am Gesamtumsatz (31,2 Millionen Euro) zwar wieder verbessert, liegt aber noch weit hinter den Möglichkeiten ohne coronabedingte Zugangsbeschränkungen zurück. Bereits in der Spielzeit zuvor hatte der Fußball-Bundesligist bereits einen Verlust von 36,1 Millionen Euro gemacht.

Eintracht Frankfurt: Umsatzsteigerung in allen Geschäftsbereichen

Dennoch konnte die Eintracht ihren Gesamtumsatz deutlich steigern - von 160,4 Millionen im ersten Corona-Jahr auf 248,4 Millionen Euro. Das ist der zweithöchste Wert der Vereinsgeschichte nach dem Rekordumsatz von 278,1 Millionen Euro in der Saison 2019/20. Dabei verteilte sich die positive Entwicklung auf alle Geschäftsbereiche des Profi-Spielbetriebs.

So unter anderem auf dem Transfermarkt, der gemeinhin spürbar von der Pandemie betroffen ist. Hier ließen sich die Transfererlöse um rund 11,8 Millionen Euro auf 37,8 Millionen Euro steigern.

Die mediale Rechteverwertung ist der stärkste Anteil am Gesamtumsatz geblieben. Hier wurden Rekordeinnahmen in Höhe von 106,2 Millionen Euro erzielt. Dass der Anteil am Gesamtumsatz dabei gleichzeitig von 50 % auf 43 % sank, spricht weiter für die positive Entwicklung der anderen Geschäftsfelder.

Zusammenfassend benennt der Verein die Umsätze nach Geschäftsbereichen wie folgt: Mediale Rechte (106,2 Millionen Euro/43 Prozent), Werbung (38,2/15), Transfers (37,8/15), Zuschauer (31,2/13), Merchandising (17,6/7), Sonstige (17,4/7

Weniger Eigenkapital und Mehraufwand durch sportlichen Erfolg

Das Eigenkapital des Vereins sank auf 5,9 Millionen Euro. Das entspricht einer Quote von nur noch 4,1 Prozent. Die Schulden stiegen von 46,3 Millionen auf 62,9 Millionen Euro. Mehr als die Hälfte dieser Summe stecke laut Frankenbach in der Finanzierung des neu gebauten Profi-Camps.

„Wir haben uns natürlich in der Pandemiezeit verschuldet. Wir werden versuchen, diese Verschuldung wieder zurückzuführen und ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Eigen- und Fremdkapital herzustellen“, sagte der Finanzvorstand. „Es wird uns sicher etwas einfallen, wie wir wettbewerbsfähig bleiben. Wir haben vernünftige Lösungen im Kopf, die zu einer Eigenkapitalstabilisierung führen werden.“

Ein weiterer Faktor für den Verlust war das sportlich erfolgreiche Abschneiden in der vergangenen Saison. Die betrieblichen Aufwendungen stiegen um 43 Prozent auf 278,2 Millionen Euro. Hier waren laut Verein neben den auslastungsbedingt gestiegenen Aufwendungen, die durch Erfolgsprämien gekennzeichneten Personalaufwendungen ausschlaggebend.

Positive Geschäftsprognose dank Champions-League

In der bevorstehenden Saison könne es dank der erstmaligen Teilnahme an der Champions League wieder ein leicht positives Ergebnis geben. „Ich denke, dass wir die Umsätze noch einmal steigern können auf über 250 Millionen Euro“, sagte Frankbach. In der Königsklasse rechnet die Eintracht allein an TV-Einnahmen mit rund 30 Millionen Euro. Hinzu kommen die Antrittsprämie von 15 Millionen Euro sowie Siegprämien und weitere Einnahmen aus der Vermarktung.

Frankenbach sieht daher keinen wirtschaftlichen Druck, Leistungsträger wie Filip Kostic oder Daichi Kamada zu verkaufen. „Wir schwimmen nicht im Geld, aber unsere finanzielle Situation ist abgesichert. Wir müssen keinen Transfer tätigen“, betonte der 54-Jährige. Bei lukrativen Angeboten für einzelne Spieler müsse man aber zumindest über einen Transfer nachdenken. Generell sei der Verein „mit einem blauen Auge aus der Corona-Pandemie herausgekommen“, sagte Frankenbach. (dpa)

Auch interessant

Kommentare