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Russische Kosmonauten zeigen Separatisten-Flagge

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Von: Constantin Hoppe

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Selbst im Weltraum sind die Folgen des Ukraine-Krieges zu spüren: Auf der ISS zeigen sich russische Kosmonauten solidarisch mit den selbsterklärten „Volksrepubliken“ Luhansk und Donezk.

Washington, DC - Ungewöhnlich deutlich kritisiert die US-Raumfahrtbehörde Nasa die jüngsten Äußerungen der russischen Kosmonauten an Bord der Internationalen Raumstation (ISS): „Die Nasa verurteilt die Nutzung der Internationalen Raumstation für politische Zwecke zur Unterstützung des Krieges gegen die Ukraine aufs Schärfste“, teilte die Raumfahrtbehörde gegenüber der Washington Post mit.

Nach der Eroberung der ostukrainischen Stadt Lyssytschansk im Gebiet Luhansk zeigten sich die Kosmonauten auf der Internationalen Raumstation ISS in Feierlaune: Am Montag postete die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos auf ihrem Telegram-Kanal ein Bild der drei Kosmonauten Denis Matwejew, Sergej Korssakow und Oleg Artemjew mit einer Flagge der selbsternannten „Volksrepublik Luhansk“ in den Händen. „Wir feiern auf der Erde und im Weltraum“, heißt es in der folgenden Nachricht. Und weiter: „Wir sind überzeugt, dass der 3. Juli 2022 für immer in die Geschichte der Republik eingehen wird.“ Ein zweites Bild zeigt die drei Kosmonauten mit der Flagge von Donezk.

Ukraine-Krieg: Russische Kosmonauten zeigen Flagge

Die drei Kosmonauten sind die ersten russischen Besatzungsmitglieder, die sich seit dem Beginn der russischen Invasion in der Ukraine am 24. Februar an Bord der ISS befinden.

Die Nutzung der ISS zur Unterstützung des Ukraine-Krieges lässt sich nicht mit den Zielen des Raumfahrt-Programms in Einklang bringen, erklärte die Nasa: „Diese Ziele sind, die Wissenschaft voranzubringen und Technologie für friedliche Zwecke zu entwickeln.“

Die Kosmonauten Anton Schkaplerow (links) und Pjotr Dubrow (rechts) bereiten sich mit Unterstützung des NASA-Astronauten Mark Vande Hei (hinten) auf einen bevorstehenden Weltraumspaziergang vor.
Die Kosmonauten Anton Schkaplerow (links) und Pjotr Dubrow (rechts) bereiten sich mit Unterstützung des NASA-Astronauten Mark Vande Hei (hinten) auf einen bevorstehenden Weltraumspaziergang vor. © Kayla Barron/picture alliance/dpa/NASA

Internationale Raumstation: Nasa und Roskosmos sind wichtige Partner

Roskosmos ist seit mehr als 20 Jahren der wichtigste Partner der Nasa beim Betrieb der ISS. Japaner, Europäer und Kanadier haben nur Nebenrollen. Bislang hielt sich die Nasa mit Äußerungen zum Ukraine-Krieg zurück. Im März sagte die Chefin des bemannten Nasa-Raumfahrtprogramms, Kathy Lueders, bei einer Pressekonferenz, die beiden Behörden ständen im ständigen Kontakt, um den ISS-Betrieb normal weiterzuführen. Der Ukraine-Krieg ist auch an Bord der ISS immer wieder Thema bei den Astronauten und Kosmonauten.

Im Februar erkannte Wladimir Putin die beiden selbsterklärten Volksrepubliken Luhansk und Donezk trotz internationaler Proteste an. Wenige Tage später marschierte das russische Militär in die Ukraine ein. Am vergangenen Wochenende zog sich die ukrainische Armee angesichts hoher Verluste aus der schwer umkämpften Stadt Lyssytschansk zurück. Damit ist das gesamte Gebiet Luhansk unter russischer Kontrolle. (Constantin Hoppe / dpa)

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