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„Mir geht es sehr schlecht“: Schüler in Hessen in Angst vor Ukraine-Krieg, wollen Putin schreiben

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Von: Luisa Weckesser, Tim Vincent Dicke

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„Frieden“ steht auf einem Plakat in den Farben der Ukraine-Flagge
Schüler aus Rödermark haben sich eindringlich gegen den Krieg in der Ukraine gewandt. (Symbolbild) © Christoph Reichwein/imago

Der Ukraine-Krieg wirkt fern – doch auch bei Kindern in Hessen ist die Sorge vor den Kämpfen groß. Schüler aus dem Kreis Offenbach wollen sich an Putin wenden.

Update vom Sonntag, 06.03.2022, 19.46 Uhr: Der russische Angriffskrieg in der Ukraine beschäftigt auch die Kinder und Jugendlichen in Hessen stark. Fünftklässler der Oswald-von-Nell-Breuning-Schule in Rödermark (Kreis Offenbach) haben im Unterricht über die Situation in dem osteuropäischen Land gesprochen – und über ihre Ängste, Hoffnungen und Wünsche.

Wie die Schüler dazu stehen, zeigt eine eindrucksvolle Collage, die von ihnen erstellt wurde. Offenbar scheint die Sorge bei ihnen groß zu sein, dass sich der Krieg vom Gebiet der Ukraine auf weitere Teile Europas ausbreitet. So schreibt ein Fünftklässler: „Mir geht es sehr schlecht weil ich Angst habe das der Krieg sich weiter verbreitet.“ Ein anderer hat den Wunsch, dass „der Krieg aufhört und nicht nach Deutschland kommt.“

Ukraine-Krieg: Schüler in Rödermark (Hessen) wollen Putin und Scholz schreiben

Ein anderes Kind berichtet von Bauchkrämpfen, dass es bekommt, wenn es Nachrichten über den Ukraine-Krieg sieht oder hört. Auch ein weiterer Schüler schreibt, dass es ihm schlecht geht. „Ich denke an kaputte Häuser und große Zerstörungen. Krieg ist eine so schlimme Sache.“

Collage der Oswald-von-Nell-Breuning-Schule zum Ukraine-Krieg
Viele Schüler sind in Sorge vor dem Ukraine-Krieg, zeigt diese Collage der Oswald-von-Nell-Breuning-Schule. © Oswald-von-Nell-Breuning-Schule

Wie ein Lehrer auf Nachfrage sagte, soll die Collage aus insgesamt zwei Plakaten nun dem Bürgermeister von Rödermark, Jörg Rotter (CDU), übergeben werden. Die Schüler äußersten zudem den Wunsch, ihre Gedanken an Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und den russischen Präsidenten Wladimir Putin weiterzuleiten.

Ukraine-Krieg: Russische Einrichtungen in Hessen von Vandalismus betroffen

Update vom Samstag, 05.03.2022, 15.18 Uhr: Seit Beginn der russischen Invasion in der Ukraine hat es bereits mehrere Sachbeschädigungen am russischen Generalkonsulat in Frankfurt gegeben. Dies teilte das hessische Innenministerium der Deutschen Presse-Agentur am Freitag (04.02.2022) in Wiesbaden mit. Dabei handele es sich um Farbschmierereien, Graffitis und Plakate, die am Generalkonsulat festgestellt wurden, erklärte das Ministerium.

Der hessischen Polizei lägen auch wenige polizeilich bestätigte Fälle von Vandalismus vor. Dabei handele es sich konkret etwa um eine Sachbeschädigung an einem Gedenkstein eines russischen Soldatenfriedhofs in Bereich des Polizeipräsidiums Südhessen. Zudem sei an einer Eingangstür einer russisch-orthodoxen Kirche in Bereich des Polizeipräsidiums Westhessen der Schriftzug „Kein Krieg“ aufgesprüht worden. Hinweise auf die Verursacher liegen laut Ministerium in beiden Fällen nicht vor.

„Fuck Putin“-Graffiti in Darmstadt
Sachbeschädigungen und Schmierereien mit Russland-Bezug nehmen seit Beginn des Ukraine-Krieges zu. © Tim Vincent Dicke

Die hessischen Sicherheitsbehörden haben seit Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine die Einrichtungen der beiden Länder in Hessen besonders im Blick. Von allen Polizeipräsidien werde die Gefährdungslage täglich in Absprache mit dem Landeskriminalamt geprüft, so das Innenministerium. Die Versammlungen in Hessen wegen des Kriegs seien bislang weitgehend friedlich und ohne besondere Vorkommnisse verlaufen.

Ukraine-Krieg: Russische Sender in hessischen Gefängnissen verboten

Update von Freitag, 04.03.2022, 17.19 Uhr: In hessischen Gefängnissen können Häftlinge ab sofort keine russischen Fernsehsender mehr empfangen. „Russlands Politik fußt auf Propaganda, Hetze und Desinformation über die Medien“, sagte Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) am Freitag in Wiesbaden. „Ich kann nicht verantworten, wenn russische Gefangene in hessischen Gefängnissen weiterhin über das Fernsehen ungefiltert manipuliert und aufgestachelt werden.“

Russischsprachige Programme wie etwa ein entsprechendes Angebot des Senders Euronews sollen nach Angaben des Justizministeriums dagegen weiter ausgestrahlt werden. Derzeit sitzen 26 Strafgefangene mit russischer Nationalität in den hessischen Justizvollzugsanstalten sein. Nicht erfasst ist, wie viele Häftlinge mit anderer Nationalität russischsprachig sind. Insgesamt sind derzeit 4000 Menschen in Hessen inhaftiert.

In hessischen Gefängnissen, wie hier in der JVA in Schwalmstadt, können Häftlinge ab sofort keine russischen Fernsehsender mehr empfangen.
In hessischen Gefängnissen, wie hier in der JVA in Schwalmstadt, können Häftlinge ab sofort keine russischen Fernsehsender mehr empfangen. © Sylke Grede

Die EU hatte bereits als Reaktion auf den Angriff Russlands auf die Ukraine und Propaganda die Verbreitung der russischen Staatsmedien RT und Sputnik verboten. Die Sanktion trat am vergangenen Mittwoch in Kraft. In Deutschland war bereits Anfang Februar für das im Dezember gestartete deutschsprachige Live-TV-Programm von RT ein Verbot ausgesprochen worden.

Ukraine-Krieg: Auswirkungen auch in Hessen zu spüren

Erstmeldung vom Mittwoch, 04.03.2022, 20.14 Uhr: Als die Menschen in Hessen am Morgen des 24.02.2022 die Augen öffnen, ist die Welt plötzlich eine andere. Russland hat in der Nacht die Ukraine angegriffen. Zunächst nur militärische Einrichtungen, dann auch zivile Gebäude. Die Solidarität Deutschlands und der Menschen in Hessen* mit der Ukraine reicht ins Unermessliche.

Viele wollen spenden oder haben es bereits getan, packen Pakete für die Vertriebenen an den Grenzen und fahren sogar auf eigene Faust mit Kleinbussen in Richtung Polen, um Flüchtlinge abzuholen. In ganz Hessen wurden Spendenkonten und Sammelstellen eingerichtet. So viel Hilfsbereitschaft macht die Menschen im Bundesland sprachlos – und stolz. Welche Auswirkungen der Krieg in der Ukraine noch auf Hessen hat, erfahren Sie im News-Ticker.

Ukraine-Krieg: In Frankfurt läuten am Donnerstag um 12 Uhr die Glocken

Als Zeichen gegen den Krieg in der Ukraine werden am Donnerstag (03.03.2022) um 12 Uhr die Glocken mehrerer Frankfurter Kirchen in der Innenstadt läuten. Die Stadt Frankfurt am Main folgt damit auf Anregung von Dombaumeisterin Julia Lienemeyer einer Initiative der Europäischen Vereinigung der Dombau-, Münsterbau- und Bauhüttenmeister, der Gemeinschaft der Bauverantwortlichen der großen Kathedral- und Domkirchen Europas.

Die Glocken werden sieben Minuten lang zu hören sein. „Jede Minute steht für einen Tag dieses schrecklichen und unsinnigen Krieges“, so die Idee hinter dem Aufruf der Dombaumeister-Vereinigung. „Unsere Gemeinschaft setzt sich dafür ein, dass dieses Brandläuten als Mahnung für den Frieden an vielen Orten in ganz Europa zu hören sein wird“, erläutert Lienemeyer als Mitglied der Vereinigung.

Der Europaturm leuchtet aus Solidarität mit der Ukraine in deren Landesfarben.
Der Europaturm leuchtet aus Solidarität mit der Ukraine in deren Landesfarben. © Sebastian Gollnow/dpa

Krieg in der Ukraine: Hessen will die Partnerschaft mit seiner russischen Partnerregion aussetzen

Derweil will Hessen die Partnerschaft mit seiner russischen Partnerregion Jaroslawl wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine aussetzen. Dies soll auf der Kabinettssitzung am kommenden Montag (7. März) formell beschlossen werden, kündigten Ministerpräsident Volker Bouffier und Europaministerin Lucia Puttrich (beide CDU) am Mittwoch in Wiesbaden an.

Hessen unterhält seit 1991 eine Regionalpartnerschaft mit der Oblast Jaroslawl, die etwa 200 Kilometer nordöstlich von Moskau liegt. „Der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine ist durch nichts zu rechtfertigen“, erklärten Bouffier und Puttrich. „Dieses brutale Handeln muss Konsequenzen auf allen Ebenen nach sich ziehen.“

Krieg in der Ukraine: Erste Flüchtlinge kommen in Hessen an – Messe Frankfurt reagiert

Die ersten Flüchtlinge aufgrund des Kriegs in der Ukraine sind in Frankfurt angekommen. Rund 50 Flüchtlinge aus der wurden am Dienstagnachmittag (01.03.2022) am Hauptbahnhof Frankfurt erwartet - tatsächlich stiegen aber nur 15 bis 20 Menschen aus dem Zug, die sich als Geflüchtete zu erkennen gaben, wie die dpa berichtet.

Ebenfalls am Dienstag (01.03.2022) wurde bekannt, dass die Messe Frankfurt wegen der russischen Invasion in die Ukraine bis auf Weiteres alle Veranstaltungen in Russland aussetzt*. Dies habe die Geschäftsführung entschieden, teilte das vom Land Hessen und der Stadt Frankfurt getragene Unternehmen mit. „Die Messe Frankfurt unterstützt alle Sanktionsmaßnahmen der Bundesregierung.“

Am Dienstag (01.03.2022) treffen die ersten Flüchtlinge aus der Ukraine am Hauptbahnhof Frankfurt ein.
Am Dienstag (01.03.2022) trafen die ersten Flüchtlinge aus der Ukraine am Hauptbahnhof Frankfurt ein. © Boris Roessler/dpa

Auch am Flughafen Frankfurt sind die Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine zu spüren. Als Reaktion auf den Angriff Russlands haben eine ganze Reihe von Ländern ihren Luftraum für russische Flugzeuge gesperrt. Auch die Lufthansa* will bis zum Sontnag (06.03.2022) den russischen Flugraum nicht mehr nutzen, erklärte die Fluggesellschaft auf Anfrage der dpa und verwies auf die „aktuelle und sich abzeichnende regulatorische Situation“. (Luisa Weckesser mit dpa) *fnp.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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