1. Startseite
  2. Hessen

Roth fordert Absetzung von umstrittenem documenta-Film

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne)
Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne) gibt ein Interview. © Bernd von Jutrczenka/dpa/Archivbild

Kulturstaatsministerin Claudia Roth fordert die Absetzung eines als antisemitisch eingeschätzten Films auf der documenta in Kassel. „Ich unterstütze die Aufforderung der Gesellschafter an die documenta, dass die Film-Installation „Tokyo Reels“ des Kollektivs Subversive Film nicht mehr gezeigt werden sollte“, sagte die Grünen-Politikerin der dpa. Dies solle „zumindest bis zu einer angemessenen Kontextualisierung“ geschehen.

Kassel/Berlin - Die documenta forderte sie auf, „sich mit der Bewertung des Expertenrates intensiv und konstruktiv auseinander zu setzen“.

Zuvor hatte das von den Gesellschaftern eingesetzte Expertengremium zur Aufarbeitung der Antisemitismus-Vorwürfe gegen die documenta empfohlen, die umstrittenen propalästinensischen Propagandafilme mit Material aus den 1960er- bis 1980er-Jahren vorübergehend nicht mehr zu zeigen.

„Die Kunstfreiheit ist ein sehr hohes und besonders schützenswertes Gut“, betonte Roth erneut. „Aber auch für die Kunstfreiheit gibt es eine klare Grenze und das ist die Menschenwürde, das ist Antisemitismus, wie auch Rassismus und jede Form der Menschenfeindlichkeit.“

Roth tauschte sich während des G20-Treffens der Kulturministerinnen und Kulturminister in Borobudur mit dem indonesischen Kulturminister Nadiem Anwar Makarim auch über die documenta aus, die von der indonesischen Kunstgruppe Ruangrupa kuratiert wird.

„Die Debatten rund um die documenta werden von indonesischer Seite sehr genau und mit Besorgnis verfolgt“, sagte Roth. Für Indonesien sei die Einladung von Ruangrupa ein wichtiges Zeichen gewesen. Nun gebe es die Sorge, „dass durch die Fehler und Missverständnisse auf der documenta der Kulturaustausch zwischen unseren Ländern leiden könnte.“

Roth sprach von der Notwendigkeit eines Kulturaustauschs zwischen beiden Ländern, „um Einblicke zu erhalten, Erfahrungen zu sammeln und den vor der documenta verpassten Dialog über die Grundwerte, die uns verbinden, und die verschiedenen Erzählungen und Geschichtsbilder unserer Länder nachzuholen“. dpa

Auch interessant

Kommentare