Stephan E., Tatverdächtiger im Fall des ermordeten Kasseler Regierungspräsidenten Lübcke. Foto: Uli Deck/dpa/Archivbild
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Stephan E., Tatverdächtiger im Fall des ermordeten Kasseler Regierungspräsidenten Lübcke. Foto: Uli Deck/dpa/Archivbild

Mordfall Lübcke

Mordfall Lübcke: Stephan E. hat Wahlplakate für die AfD geklebt

Mordfall Lübcke: Der Hauptverdächtige Stephan E. hat regelmäßig an Veranstaltungen der AfD teilgenommen.

  • Mordfall Lübcke: Stephan E. wird verdächtigt
  • Verdächtigter nahm an AfD-Veranstaltungen teil
  • Walter Lübcke am 02.06.2019 erschossen

Update 22.01.2020, 08.00 Uhr: Der Hauptverdächtige im Mordfall Lübcke,  Stephan E., hat während des hessischen Landtagswahlkampfs 2018 in Kassel öffentliche Veranstaltungen der AfD besucht. Dem Kreisverband sei er zu dem Zeitpunkt vollkommen unbekannt gewesen, erklärte ein Parteisprecher am Dienstag in Wiesbaden auf Anfrage der DPA. Als ein Bild des Verdächtigen dann nach dem Mord des Kassler Regierungspräsidenten Walter Lübcke im Juni vergangenen Jahres in den Medien kursierte, habe der Kreissprecher E. anhand seines Baseballcaps erkannt und umgehend die Polizei informiert. Der NDR hatte zuerst über den Fall berichtet.

Verdächtigter half der AfD beim Plakatieren

Etwas später sei der AfD bekannt geworden, dass E. der Partei einmal beim Plakatieren während des Wahlkampfes 2018 geholfen habe, teilte der Sprecher weiter mit. Auch diese Information sei der Polizei unverzüglich gemeldet worden. Danach sei geprüft worden, ob E. Parteimitglied bei der AfD werden wollte. Das sei nicht geschehen, E. habe auch keinen solchen Versuch unternommen.

Lübcke war im Juni 2019 auf der Terrasse seines Hauses mit einem Kopfschuss getötet worden. Der früher als Neonazi bekannte Stephan E. soll nach bisherigen Ermittlungen der Schütze sein. Bisher gibt es keine Belege für die Anwesenheit eines weiteren Mannes am Tatort. E. legte ein umfassendes Geständnis ab, das er später aber widerrief. Zuletzt erklärte sein Anwalt, E. sei gemeinsam mit Markus H. bei Lübcke gewesen. Gegen H. wird bisher wegen des Verdachts der Beihilfe zum Mord ermittelt.

Erstmeldung

Kassel/Karlsruhe - Stephan E., Hauptverdächtiger im Mordfall Walter Lübcke, will gegenüber Ermittlungsrichtern des Bundesgerichtshofs ausführliche Angaben zum Tathergang am 2. Juni vergangenen Jahres machen. 

Das erklärte sein Verteidiger Frank Hannig am Dienstag: „Der Beschuldigte, Herr Stephan E., hat mich als seinen Verteidiger gebeten, die Öffentlichkeit im Anschluss an diese Vernehmung über wesentliche Inhalte seiner Erklärung zu unterrichten.“ Der Dresdener Rechtsanwalt kündigte dazu eine Pressekonferenz am Mittwoch in Kassel an.

Mord an Walter Lübcke mit rechtsextremem Hintergrund 

Stephan E. soll den Regierungspräsidenten Walter Lübcke (CDU) am 2. Juni 2019 mit einem Kopfschuss auf der Terrasse seines Hauses im Landkreis Kassel getötet haben. Der Generalbundesanwalt geht von einem rechtsextremen Hintergrund aus. 

Walter Lübcke war aufgrund seines politischen Engagements Morddrohungen und Anfeindungen von Seiten Rechtsextremer ausgesetzt gewesen. Stephan E. soll Lübcke erstmals auf einer Bürgerversammlung im nordhessischen Lohfelden begegnet sein, als der Regierungspräsident für die Integration von Flüchtlingen warb. 

Mord an Lübcke: Stephan E. will abermals aussagen 

Stephan E. hatte die Tat zunächst gestanden, dann das Geständnis zurückgezogen. Sein Anwalt Frank Hannig hatte Ende November ein neues Geständnis seines Mandanten angekündigt. 

Bereits im Juli konnte ein Revolver, dessen Versteck er den ermittelnden Beamten selbst gezeigt hatte, mithilfe eines  ballistischen Gutachtens zweifelsfrei als die Tatwaffe identifiziert werden.

Neben Stephan E. sitzen zwei weitere Männer als mutmaßliche Helfer in Untersuchungshaft. Elmar J. soll dem Hauptbeschuldigten die Tatwaffe verkauft haben, Mittelsmann sei vermutlich Markus H. gewesen. Er soll auch auf der Bürgerversammlung in Lohfelden dabei gewesen sein. Beiden wird Beihilfe zum Mord vorgeworfen. (ktho mit dpa)

Alles zum Mord an Lübcke

Was ist bisher über den Mord an Walter Lübcke bekannt? Welche Verbindungen gibt es zum NSU? Was sind die Versäumnisse des Verfassungsschutzes? Lesen Sie hier die Ereignisse in ihrer Chronologie in unserem Ticker.

Haftbefehl gegen einen Komplizen aufgehobenWendung im Mordfall Walter Lübcke: Der Bundesgerichtshof hat den Haftbefehl gegen Elmar J. aufgehoben - ihm war vorgeworfen worden, die Waffen für Stephan E. besorgt zu haben.

*Fr.de 

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