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Ein Mann betritt die Bibliothek der Universität Kassel
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Ein Mann betritt die Bibliothek der Universität Kassel.

Hessens Unis starten ins Wintersemester

Campus statt Studentenbude, Hörsaal statt Bildschirm: In diesen Tagen beginnt an Hessens Hochschulen das Wintersemester. Die Unis setzen verstärkt auf Präsenzbetrieb - wenn auch mit Einschränkungen.

Frankfurt/Darmstadt/Kassel - Nach eineinhalb Jahren mit größtenteils digitaler Lehre soll an Hessens Universitäten wieder mehr Normalität einkehren. Zum Start des Wintersemesters bieten die Hochschulen wieder deutlich mehr Präsenzveranstaltungen an.

So will Hessens größte Hochschule, die Goethe-Universität in FRANKFURT, ihren Studierenden endlich wieder ein „echtes“ Studium ermöglichen, „das vom Miteinander von Kommilitoninnen, Kommilitonen und Lehrenden lebt“. Weiter heißt es: „Nach drei Corona-Semestern mit vor allem virtuellen Lehrveranstaltungen bieten wir den Großteil unserer Vorlesungen und Seminare jetzt wieder direkt am Campus an“.

Zum hessenweiten Vorlesungsbeginn am 18. Oktober sollen 75 bis 85 Prozent aller Veranstaltungen auf dem Campus stattfinden. Das sagte kürzlich der Präsident der Goethe-Universität, Enrico Schleiff. „In einigen Fachbereichen sind es auch 100 Prozent.“ Wissenschaft lebe von Kommunikation und Begegnung. Die vergangenen eineinhalb Jahre hätten gezeigt: „Wissensvermittlung funktioniert digital - auf Dauer leidet aber der Wissenschaftsdiskurs.“

Die Technische Universität (TU) in DARMSTADT setzt neben Präsenzveranstaltungen auch weiterhin auf digitale Lehre. „Für alle in Präsenz stattfindenden Veranstaltungen gibt es ein gleichwertiges digitales Angebot“, teilte der Sprecher der TU, Jörg Feuck, mit. Auch eine zentrale Feier für die Erstsemester solle es geben, an der am 18. Oktober bis zu 200 Studierende nach Anmeldung teilnehmen können.

Wie viele Erstsemester in Darmstadt mit einem Studiengang an der Hochschule oder der TU beginnen, ist nach Angaben des Sprechers des Studierendenwerks, Detlef Gollasch, noch nicht klar. Man rechne aber wieder mit einem Höchststand von rund 41.000 Studenten. Trotz der Fertigstellung zweier neuer Anlagen ist die Situation bei der Wohnungssuche weiter angespannt: „Von der pandemiebedingten Atempause ist nichts mehr zu spüren.“ Allein für Zimmer des Studierendenwerks stünden weit mehr als 1000 Bewerber auf den Listen.

Endlich Campus-Luft schnuppern - das wird gerade jene Studierende freuen, die ihre ersten Semester wegen der Pandemie nur digital erleben konnten. So werden an der Uni GIESSEN derzeit Campus-Führungen angeboten, bei denen nicht nur Studienanfänger willkommen sind, sondern auch höhere Semester, die die Uni bislang nicht vor Ort kennenlernen konnten. Die „langersehnten Schritte in eine universitäre Normalität“ seien aber nur bei weiterhin größter Vorsicht möglich, heißt es von der Hochschulleitung.

Entsprechend gibt es in den hessischen Hörsälen oder in den Uni-Bibliotheken natürlich nach wie vor Einschränkungen. Credo ist laut dem Wissenschaftsministerium in Wiesbaden: „Unter sorgsamer Beobachtung des Corona-Infektionsgeschehens gilt: so viel Normalität im Hochschulleben wie möglich und verantwortbar.“ So greift in den meisten Bereichen 3G. Zugang bekommen also nur Geimpfte, Getestete oder Genesene. Für die Gebäude des Universitätsklinikums am Campus Niederrad in Frankfurt gilt die 2G-Regelung (geimpft oder genesen). Und auch die Maske gehört zum Uni-Leben noch dazu.

Aus der Uni GIESSEN heißt es zum Start ins vierte Corona-Semester: „Die flächendeckende 3G-Regelung erlaubt es uns, die Auslastung der Lehrräume - trotz der beginnenden kalten Jahreszeit und des nicht absehbaren weiteren Verlaufs der vierten Corona-Welle - auf 50 Prozent der normalen Kapazität zu steigern und deutlich mehr Vor-Ort-Veranstaltungen anzubieten.“

Auch die benachbarte Uni MARBURG setzt auf die 3G-Regel. Die Hochschule hat zudem in Absprache mit dem Gesundheitsamt gestaffelte Belegungspläne für die Seminarräume und Hörsäle je nach Größe erarbeitet, wie eine Sprecherin erläuterte. „Damit werden ca. 80 Prozent der Veranstaltungen wieder mit einem größeren Präsenzanteil stattfinden können; Labore, praktische Übungen, Seminare und die meisten Übungen in vollständiger Präsenz.“

Auch an der Uni KASSEL wird wieder ein erheblicher Teil vor Ort gelehrt. „Daneben gibt es hybride sowie digitale Angebote. Letztere richten sich auch und besonders an alle, die nicht an Präsenzlehre teilnehmen können oder wollen“, erläuterte Sprecher Sebastian Mense.

„Generell haben wir zuletzt bei Studierenden und Lehrenden den starken Wunsch wahrgenommen, wieder zu Präsenz zurückzukehren und Austausch und Begegnung zu ermöglichen“, sagte der Sprecher. Die Uni habe gespiegelt bekommen, unter den gegebenen Umständen in den vergangenen Semestern ein gutes digitales Angebot gemacht zu haben. „Gleichwohl gibt es Formate wie Praktika, Laborkurse und diskursive und künstlerische Lehrformate, die nicht oder nur unter großen Einschränkungen digital möglich sind.“ In Zukunft werde es darauf ankommen, Präsenzlehre klug mit digitalen Angeboten zu kombinieren und so eine moderne universitäre Lehre anzubieten. dpa

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