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Zwei Eurofighter der Luftwaffe haben bei einem Luftsicherheitseinsatz am Freitag einen Überschall-Knall im Rhein-Main-Gebiet verursacht. (Archivbild)
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Zwei Eurofighter der Luftwaffe haben bei einem Luftsicherheitseinsatz am Freitag einen Überschall-Knall im Rhein-Main-Gebiet verursacht. (Archivbild)

Hessen

Kontakt zu Flugzeug bricht ab: Lauter Knall schreckt Menschen auf

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  • Jens Joachim
    Jens Joachim
  • Jan Trieselmann
    Jan Trieselmann
  • Svenja Wallocha
    Svenja Wallocha

Über Hessen verursachen zwei Bundeswehr-Abfangjäger einen lauten Überschall-Knall. Jetzt hat die Luftwaffe den Einsatz erklärt – es war ausnahmsweise keine Übung.

+++ 22.33 Uhr: Ein Sprecher der Luftwaffe in Berlin bestätigte am Freitagabend (22.10.2021) gegenüber FR.de, dass die beiden Eurofighter das zivile Flugzeug „bis zur belgischen Grenze eskortiert“ hätten. Von wo das Zivilflugzeug gekommen sei, wohin es unterwegs war und welcher Fluggesellschaft es gehörte, sagte der Luftwaffen-Sprecher nicht. Er bestätigte mit seiner Angabe zur Begleitung der zivilen Maschine somit gleichlautende Informationen eines Twitter-Nutzers.

Dieser hatte am frühen Abend berichtet, über Koblenz sei der Funkkontakt zur Maschine einer kuwaitischen Fluggesellschaft abgerissen, die am frühen Nachmittag in Kuwait City gestartet war und in Richtung London-Heathrow geflogen sei. Auch der Twitter-User hatte geschrieben, die zivile Maschine sei von den Abfangjägern bis zur belgischen Grenze eskortiert worden, bevor diese wieder zu ihrer Basis zurückgeflogen seien.

In Deutschland stellen zwei Geschwader der Luftwaffe solche schnellen Reaktionsverbände, sogenannte Alarmrotten. Das im Neuburg an der Donau stationierte Taktische Luftwaffengeschwader 74 der Luftwaffe stellt im Bedarfsfall eine solche Alarmrotte. Nach einer Alarmierung müssen sich nach Angaben der Luftwaffe zwei Eurofighter binnen 15 Minuten in der Luft befinden. Seit 60 Jahren ist das Geschwader im oberbayerischen Neuburg mit dieser Aufgabe betraut, um die Sicherheit des südlichen Luftraums in Deutschland zu gewährleisten.

Der Hauptgrund für einen Einsatz der Abfangjäger ist nach Angaben der Luftwaffe meistens, dass sich ein Flugzeug „nicht gemäß den luftfahrtrechtlichen Vorgaben verhält oder zu dem kein Funkkontakt aufgebaut werden kann“. In einem solchen Fall würden sich die Piloten der Militärmaschinen dem Flugzeug nähern und versuchen, mittels Sichtzeichen oder Funk Kontakt zu dem Flugzeugführer herzustellen. Auftrag einer Alarmrotte sei es, das jeweilige Flugzeug zu identifizieren sowie mögliche Schwierigkeiten der Maschine zu erkennen und in einer Krise zu helfen. Die dafür notwendigen Manöver würden im Geschwader „fortlaufend trainiert“, heißt es seitens der Luftwaffe.

Überschall-Knall schreckt Menschen in Hessen auf – Kontakt mit Passagierflugzeug abgebrochen

+++ 20.24 Uhr: Nach dem Überschall-Knall über dem Rhein-Main-Gebiet gegen 17.10 Uhr scheinen die Gründe für den Flug zweier Bundeswehr-Maschinen klarer zu werden. Die Luftwaffe erklärte auf Twitter, dass zwei Eurofighter in Neuburg an der Donau in Bayern aufgestiegen waren, die zum taktischen Luftwaffengeschwader 74 gehörten – und das keineswegs nur für eine einfache Übung. Das war auf Twitter lange die Vermutung zahlreicher verärgerter Bewohner in Frankfurt und der Region.

Der Grund für das Manöver war dabei weit ernster, denn es handelte sich um einen Luftsicherheitseinsatz. Die Funkverbindung zu einem zivilen Flugzeug war kurzzeitig abgerissen. „Da der Zeitfaktor in solchen Situationen eine wesentliche Rolle spielt, durchbrachen die Flugzeuge die Schallmauer gegen 17.10 Uhr, was oft in einem Umkreis von 60 bis 80 Kilometern zu vernehmen ist“, teilte der Sprecher beim Kommando Luftwaffe der Deutschen Presse-Agentur mit.

Die beiden Bundeswehrmaschinen hatten schließlich Sichtkontakt mit dem Piloten des Flugzeugs aufgenommen, berichtet der hr. Daraufhin sei der Funkkontakt wieder in Betrieb genommen worden.

Überschall-Knall sorgt für Aufregung in Hessen: Bundeswehrmaschinen im Einsatz

+++ 18.44 Uhr: Mittlerweile gibt es neue Informationen zu dem lauten Knall am Freitagabend (22.10.2021) in Hessen. Dabei handelte es sich um einen Überschall-Knall, wie die Polizei Südhessen via Twitter mitteilte. So seien Bundeswehrmaschinen bei einem Luftsicherheits-Einsatz unterwegs gewesen und hätten dabei die Schallmauer durchbrochen.

Ein Sprecher des Polizeipräsidiums Südhessen sagte gegenüber der Frankfurter Rundschau, dass es sich bei dem Knall, der um 17.19 Uhr auch in Frankfurt zu hören war, um einen Überschall-Flug der Luftwaffe gehandelt habe. Verursacht worden sei er von der Alarmrotte einer Fliegerstaffel, also Jagdflugzeugen oder Abfangjägern. Diese seien mit Überschallgeschwindigkeit unterwegs gewesen.

Ein Bundeswehr-Kampfjet des Typs Eurofighter. (Archivbild)

Lauter Knall in Hessen: Anrufer berichten von „Druckwelle“

Die Gründe für den Flug waren laut Polizei zunächst nicht bekannt. Anrufer aus Darmstadt und Babenhausen im Kreis Darmstadt-Dieburg hätten von einem „dumpfen Knall“ und einer „Druckwelle“ berichtet, sagte der Polizeisprecher. Laut Deutscher Presse-Agentur entsteht ein Überschall-Knall dadurch, dass ein Flugzeug schneller fliegt, als sich die Geräusche seiner Triebwerke ausbreiten können.

Auf Twitter ärgerten sich derweil viele Bewohner aus dem Rhein-Main-Gebiet über den Knall. Zahlreiche Meldungen und vor allem viele wütende Kommentare wegen des plötzlichen Lärms und Schrecks gingen dort ein. „Warum unangekündigt über dicht besiedeltem Gebiet? Ist das die Art wie wir leben wollen?“, fragte ein Nutzer. „Mein ganzes Haus hat gewackelt“, hieß es in einem anderen Tweet. Auch in Wiesbaden und in Mainz sei der Knall „noch sehr deutlich zu hören“ gewesen, schrieben Twitter-Nutzer.

Die Feuerwehr Frankfurt teilte unterdessen auf Twitter mit, dass der laute Knall im Raum Frankfurt keinen Einsatz ausgelöst habe. Sie bittet die Menschen, nicht wegen des Knalls über die Notrufnummern anzurufen, um diese nicht zu blockieren.

Polizei Frankfurt bestätigt: Lauter Knall in Hessen entstand durch Bundeswehr-Flugzeug

Erstmeldung vom Freitag, 22.10.2021, 17.59 Uhr: Frankfurt – Ein lauter Knall hat am frühen Freitagabend (22.10.2021) gegen 17.30 Uhr in Hessen für Aufsehen gesorgt. Vor allem in Frankfurt* und der Region war er zu hören. Fensterscheiben haben gezittert. Dann war es wieder ruhig.

Die Polizei Frankfurt bestätigte auf Nachfrage, dass der Knall von einem Flugzeug der Bundeswehr verursacht wurde. Das sei auf dem Weg von Süddeutschland in Richtung Norddeutschland unterwegs gewesen, so ein Sprecher.

Lauter Knall in Hessen zu hören: Zahlreiche Notrufe bei Polizei eingegangen

Um welche Art von Flugzeug es sich dabei handelte, darüber gab es keine näheren Informationen. Bei den Menschen verursachte der Knall allerdings große Aufregung: Hunderte Notrufe seien bei der Polizei Frankfurt eingegangen. (svw/jtr)

Erst vor kurzen hatte ein lauter Knall vielen Menschen in Hessen einen Schrecken eingejagt. Die Bundeswehr klärte über die Hintergründe auf. *fnp.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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