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Ulrich Caspar ist Präsident der Industrie- und Handelskammer Frankfurt. Er sorgt sich um die Wirtschaft im Rhein-Main-Gebiet während der Corona-Krise. 
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Ulrich Caspar ist Präsident der Industrie- und Handelskammer Frankfurt. Er sorgt sich um die Wirtschaft im Rhein-Main-Gebiet während der Corona-Krise. 

Interview

Frankfurts IHK-Chef: „Kitas und Grundschulen sollten bald wieder öffnen“

  • Christoph Manus
    vonChristoph Manus
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Der Frankfurter IHK-Präsident Caspar fordert im Interview eine rasche Lockerung der Corona-Auflagen und sieht die Gefahr, dass die Krise das Rhein-Main-Gebiet besonders stark treffen könnte.

  • Die Corona-Krise wirkt sich negativ auf die Wirtschaft auf
  • Der Frankfurter IHK Chef Caspar sorgt sich ums Rhein-Main-Gebiet
  • Ulrich Caspar sieht Hilfsbedarf bei einigen Branchen


Herr Caspar, wie massiv wird die Corona-Krise die Wirtschaft in Frankfurt und Region treffen?

Das hängt sehr stark davon ab, wie lange die Wirtschaftsbremse aufrechterhalten bleibt. Zum Glück gibt es nun erste Lockerungen.

Die Zahl der Kurzarbeitsanträge in Frankfurt ist so hoch wie nie. Bei einer Blitzumfrage der IHK rechnete fast jedes dritte befragte Unternehmen für das laufende Jahr mit Umsatzverlusten von mehr als 50 Prozent. Drohen jetzt schon Insolvenzen und Entlassungen in großem Stil?

In großem Stil nicht. Aber wir können nicht ausschließen, dass einige Unternehmen in Branchen wie Hotellerie, Gastronomie oder der Reisebranche, in denen der Umsatz nun teilweise bei null liegt, die Krise trotz finanzieller Hilfen nicht überstehen.

Könnte der Schaden für die Wirtschaft im Rhein-Main-Gebiet sogar stärker sein als für andere Regionen, weil sie so stark international ausgerichtet ist und Verkehr und Logistik eine sehr große Bedeutung haben?

Ja. Die Wirtschaft in Frankfurt und Rhein-Main lebt stark vom internationalen Austausch. Eine unserer Stärken sind der Import und Export von Waren. Auch der Flughafen spielt gemessen an der Gesamtwirtschaftsleistung eine sehr große Rolle. Wenn die Einschränkungen im Außenhandel und im Tourismus weiter anhalten, dürfte unsere Region überproportional von der Krise betroffen sein.

Frankfurter IHK-Chef zur Normalisierung während Corona-Krise: Grundschulen bald wieder öffnen

Fast alle Läden dürfen seit dieser Woche wieder öffnen. Auch der Schulbetrieb geht langsam wieder los. Sind das Zeichen der Hoffnung, dass sich bald alles wieder halbwegs normalisiert?

Ob es zu einer Normalisierung kommen wird, hängt sehr stark von der gesundheitlichen Entwicklung ab. Als entscheidendes Kriterium gilt, dass wir alle schwer kranken Infizierten gesundheitlich versorgen können. Die derzeitige Entwicklung der Zahlen zeigt ein Potenzial für eine weitere Lockerung der Wirtschaftsbremse.

Wo sollte diese beginnen?

Auch Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von mehr als 800 Quadratmetern sollten wieder ohne Beschränkungen öffnen dürfen. Wenn es um Gesundheitsschutz geht, ist es doch wichtig, dass die Kunden genug Abstand zueinander halten. Das ist in größeren Geschäften sogar besser möglich. Wir wünschen uns zudem, dass die Außengastronomie wieder ermöglicht wird. Als Drittes sollten die Kitas und Grundschulen bald wieder öffnen, zumindest für die Kinder, deren Eltern beide berufstätig sind. Unternehmen sind auf diese Fachkräfte angewiesen, wollen sie nun wirtschaftlich wieder durchstarten.

Corona-Krise im Großraum Frankfurt: Strenge Hygienemaßnahmen helfen

Ist eine weitergehende Öffnung von Lokalen, Schulen und Kitas nicht sehr riskant, solange es weder einen Impfschutz gibt noch sicher wirksame Medikamente?

Das Lösen der Wirtschaftsbremse ist möglich, wenn es kombiniert wird mit strengen Hygienemaßnahmen, also etwa der Pflicht zum Mund- und Nasenschutz, die ab Montag in Hessen gilt.

Wenn es infolge einer Lockerung der Auflagen wieder zu mehr Infektionen käme, könnte es aber zu einem erneuten Shutdown kommen. Wäre es nicht sehr schädlich, wenn Läden und Lokale dann wieder schließen müssten?

Abrupte Veränderungen sind immer schädlich. Ich denke, es würde aber eher um ein Nachsteuern der Regelungen gehen. Das Thema Coronavirus überwunden haben werden wir laut den Experten erst, wenn es einen Impfschutz gibt. Wir kommen aber schon erheblich weiter, sobald es Heilmittel gibt. Es gibt Aussagen, dass diese im Sommer oder Herbst zur Verfügung stehen könnten.

Noch vor wenigen Wochen schien die Wirtschaft in Frankfurt und Region sehr stabil. Unternehmen klagten in erster Linie über Fachkräftemangel. Wie lange könnte es, selbst wenn es rasch ein Medikament gäbe, dauern, bis sich die Wirtschaft wieder erholt?

Wenn es bis Frühherbst ein Heilmittel gibt, könnte die wirtschaftliche Delle im nächsten Jahr wieder aufgeholt werden. Erfreulicherweise gibt es ja Kurzarbeiterregelungen und andere finanzielle Soforthilfen für die Unternehmen. Wenn die Beschäftigten auf diese Weise im Betrieb bleiben, können die Unternehmen nach der Krise schnell ihre bisherige Wirtschaftsleistung zurückerlangen.

Corona-Krise wirkt sich negativ auf Wirtschaft im Großraum Frankfurt aus

Bund, Land, Kommunen versuchen, zum Beispiel über Kurzarbeitergeld und Kredite die Wirtschaft mit Milliardenbeträgen zu stützen. Reichen die Anstrengungen aus?

Das hängt von der Dauer der Krise ab. Wenn die Auflagen für Gastronomie, Hotellerie und Tourismus bleiben, sehen wir für diese Branchen weiteren Hilfsbedarf.

Bund und Land werden nicht alle Unternehmen retten können. Auch deren finanzielle Mittel sind ja nicht unbegrenzt.

In welchen Umfang Bund und Land die Wirtschaft stützen können, hängt natürlich von der Dauer der Einschränkungen ab. Weil die öffentliche Hand in den vergangenen 20 Jahren sehr seriös gewirtschaftet hat, haben wir aber heute ganz andere Spielräume zur Bewältigung der Krise als andere Länder.

Von Christoph Manus


SPD-Politikerin Katja Mast: Kinder und Familien müssenin der Corona-Krise durch Kita-Öffnung* entlastet werden.

Die Corona-Krise trifft die Wirtschaft hart. Auch die Automobilkonzerne in Deutschland leiden*. 

Auch die 

*fr.de ist ein Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes. 

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