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Städtische Bühnen Frankfurt am Main
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Lichtspuren einer vorbeifahrenden Straßenbahn sind am Abend vor Oper (r) und Schauspiel zu sehen.

Frankfurter Bühnen-Neubau: Drei Varianten bleiben im Rennen

In mehreren deutschen Städten entwickeln sich Bühnen aus der Nachkriegszeit zum Sanierungsfall. In Frankfurt werden nun die Pläne für einen Neubau von Oper und Schauspiel etwas konkreter. Der Oberbürgermeister spricht bereits von einer Jahrhundertchance.

Frankfurt/Main - Was ist der beste Standort für einen Neubau der Städtischen Bühnen in Frankfurt? Experten haben die Umsetzbarkeit von fünf verschiedenen Vorschlägen geprüft, drei Varianten sind nun in der engeren Auswahl. Klar sei, dass es eine innerstädtische Lösung geben werde, sagte Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) bei der Präsentation des Untersuchungsberichts am Donnerstag. Alle drei Varianten befinden sich am oder nahe dem bisherigen Standort, nachdem ein Neubau am Osthafen auch wegen der schlechten Anbindung endgültig vom Tisch ist.

Derzeit sind Oper und Schauspiel in einer teils maroden Doppelanlage am Willy-Brandt-Platz untergebracht. Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) hob die Bedeutung des Neubaus hervor: „Oper und Schauspiel sind Leuchttürme, die weit über Frankfurt und das Rhein-Main-Gebiet hinaus strahlen“, sagte er. Es sei deshalb „nicht nur ein Jahrhundertprojekt, sondern auch eine Jahrhundertchance.“ Frankfurt könne zu einem kulturellen Epizentrum Europas werden.

Und so sehen die drei Varianten konkret aus: Bei der „Kulturmeilen“-Variante bleibt das Schauspiel - neu gebaut - an seinem bisherigen Platz, die Oper entsteht unweit an der Neuen Mainzer Straße. Die „Spiegel-Variante“ sieht dagegen eine Oper am Willy-Brandt-Platz und das Schauspiel in den Wallanlagen gegenüber vor. Bei der dritten Lösung werden beide Bühnen am heutigen Standort neu erreichtet - mit externem Werkstattgebäude. Während der Untersuchungen wurde die bauliche Umsetzbarkeit geprüft. Dabei ging es auch um die Auswirkungen auf Klima, Verkehr oder Kosten.

Alle drei Varianten hätten ihre Vor- und Nachteile, sagte Hartwig. Bei der Präsentation des Berichts wurde aber deutlich, dass die Variante „Kulturmeile“ als ein Favorit gilt. Diese sei „ökologisch und ökonomisch gemäß unseren Untersuchungen die geeignetste“, sagte der Leiter der Stabsstelle „Zukunft der Städtischen Bühnen“, Mathias Hölzinger. Zudem könnte die Kulturmeile Realität werden. Diese würde mit dem Jüdischen Museum beginnen, gefolgt vom Schauspiel am Willy-Brandt-Platz, dem Tower MMK, der Oper, der neuen Dependance des Weltkulturen Museums und - als Schlusspunkt - der Alten Oper.

Auch wäre die „Kulturmeilen“-Variante mit geschätzten Kosten von 811 Millionen Euro die günstigste Lösung. Nicht mit einberechnet ist dabei jedoch der Preis für das Grundstück an der Neuen Mainzer Straße, wo die Oper errichtet werden soll. Unklar ist auch, wie es um die Verhandlungen mit dem Grundstücksbesitzer, der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) steht. Gespräche würden laufen, hieß es.

Seit 1963 teilen sich Oper und Schauspiel Frankfurt das Gebäude mit der charakteristischen Glasfassade am Willy-Brandt-Platz. Innen stammten Teile noch aus dem Vorgängerbau von 1902. Das Stadtparlament hatte im vergangenen Jahr für einen Neubau gestimmt. Eine Sanierung sei keine nachhaltige, wirtschaftliche und gute Lösung, hieß es.

Frankfurt steht mit der Frage um Neubau und Sanierung von in die Jahre gekommenen Kulturhäusern nicht alleine da. So ist in Düsseldorf das derzeitige denkmalgeschützte Opernhaus aus der Nachkriegszeit ein jahrelanger Sanierungsfall, nun soll ein neues Opernhaus in der Landeshauptstadt entstehen. In Köln stammt die Oper von 1957, das Schauspielhaus von 1962. Beide werden derzeit saniert - die Wiedereröffnung ist nach langen Verzögerungen für 2024 geplant.

Über den endgültigen Standort der Bühnen in Frankfurt muss das Stadtparlament entscheiden. In einem nächsten Schritt wird dann ein Architekturwettbewerb ausgerufen. Insgesamt ist mit einer Projektlaufzeit von etwa zehn bis zwölf Jahren zu rechnen, die reine Bauzeit wird dabei auf etwa sechs bis acht Jahre geschätzt. dpa

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