Demonstrations-Organisatorin Angela Wolf macht sich Sorgen um das Wohl der Kinder während der Corona-Krise. Sie arbeitet als freie Redakteurin und Autorin.
+
Demonstrations-Organisatorin Angela Wolf macht sich Sorgen um das Wohl der Kinder während der Corona-Krise. Sie arbeitet als freie Redakteurin und Autorin.

„Lasst sie raus“

Demonstration in Corona-Zeiten: Eltern fordern Lösungen - „Bereit mitzuarbeiten"

  • Judith Köneke
    vonJudith Köneke
    schließen

Eltern rufen in Frankfurt zu einer Demonstration auf und fordern Lösungen, wie Schulen, Kitas und Spielplätze in der Corona-Krise wieder öffnen können.

  • Eltern befürchten: Kinder leiden in der Corona-Krise* besonders
  • Eine Demonstration in Frankfurt soll darauf aufmerksam machen 
  • Die Maskenpflicht* gilt auch während der Demonstration

Frankfurt - Seit Wochen sind die beiden Kinder im Grundschulalter von Angela Wolf zu Hause. „Die wollen ihre Freunde wieder treffen, und eine Beschulung ist nicht immer einfach“, sagt die 42-Jährige. Aber es geht ihr nicht nur um ihre persönliche Situation, sondern um alle Eltern. Viele könnten es nicht leisten, ihrer Kinder zu Hause zu unterrichten und rund um die Uhr zu betreuen. Sei es, weil sie kein Deutsch können oder zu Hause arbeiten müssen. „Das ist für Familien extrem belastend.“

Demonstration in Frankfurt: Corona-Regeln gelten 

Gemeinsam mit einer Freundin ruft die Frankfurterin darum am Freitag zu einer Demonstration unter dem Motto „Lasst sie raus“ auf. Sie fordern eine baldige Lösung, wie Schulen, Kindergärten, Krabbelstuben und Spielplätze wieder öffnen können und damit Grundrechte wie das Recht auf Bildung und das Recht auf soziale Teilhabe wieder gelebt werden können.

„Dabei sind wir auch gerne bereit, bei Lösungen mitzuarbeiten oder in einen Thinktank einzusteigen“, sagt Wolf. Möglich wäre es etwa, Klassen in Gruppen aufzuteilen, mit Schüler- und Lehrerteams. Das Kultusministerium und die Schulleitungen müssten sich Gedanken machen, um zu überlegen, wie eine sinnvolle Praxis aussehen sollte. Auch in Kitas könnten sich die gleichen Gruppen von Erzieherinnen und Kindern etwa tageweise abwechseln. Natürlich müsse man die Infektionsgefahr so gering wie möglich halten. Aber: Man müsse kreativ werden.

Organisator der Demonstration in Frankfurt: Kinder leiden unter der Corona-Krise besonders

Das Entwicklungswohl von Kindern und ihre körperliche, psychische und soziale Unversehrtheit sei durch den Wegfall des sozialen Miteinanders auf Dauer und je länger ihre Isolierung stattfinde, massiv gefährdet, mahnen die Initiatorinnen.

Die Bundes- und Landesregierungen hätten die Bedürfnisse der Kinder und Eltern nicht im Blick, kritisiert Wolf, die als freie Autorin und Redakteurin arbeitet. Es werde immer zuerst an die Wirtschaft gedacht. Die Lockerungen beträfen die Läden, aber bei den Schulen gebe es kein Konzept.

Kindern geht es schlecht wegen Corona-Maßnahmen: Demonstration in Frankfurt

Und dabei beobachte sie in ihrem Umfeld im Riederwald und höre sie von Freunden und Bekannten, aber auch durch ihre Arbeit als Quartiersmanagerin in Niederrad von den Problemen der Eltern. Viele plage etwa die Angst, die Kinder schafften den Übergang von der vierten Klasse auf die weiterführende Schule nicht. Den Kindern gehe es zusehends schlechter und die Stimmung zu Hause werde aggressiver. Besonders prekär sei die Situation für Kinder, die häusliche Gewalt erführen. Denn die Einrichtungen hätten im Moment keinen Blick auf diese Familien.

Die Demonstration „Lasst sie raus“ ist am Freitag, 01.05.2020, von14 bis 15 Uhr in Bornheim-Mitte geplant. Natürlich mit Mundschutz und Abstand.

*fr.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes

Am 05.0.4.20202 demonstrieren Flüchtlingsaktivisten am nördlichen Mainufer gegen Abschottungspolitik und für eine Evakuierung der griechischen Flüchtlingslager. Die Demo wurde wegen dem Nichteinhalten der Corona-Regeln abgebrochen. Innenminister Beuth verteidigt das Vorgehen.

Kommentare