Anschlag auf Grüne Kreistagszentrale in Eschwege
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Anschlag auf Grüne in Eschwege: Sowohl in der Kreistagszentrale der Partei als auch an den Häusern der Grünen-Politiker Siegfried Fiegenbaum und Lothar Dietrich wurde eine stinkende Masse geschmiert.

Häuser mit stinkender Masse beschmiert

Anschläge auf grüne Politiker in Eschwege - Staatsschutz ermittelt

  • vonStefanie Salzmann
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Das Kreisbüro von Bündnis 90/Die Grünen in Eschwege und die Kommunalpolitiker Siegfried Fiegenbaum und Lothar Dietrich wurden das Ziel eines Anschlags.

Eschwege – Offenbar gezielt haben bisher unbekannte Täter am vergangenen Freitagabend (13.11.2020) Anschläge gegen das Kreisbüro von Bündnis 90/ Die Grünen sowie die beiden grünen Kommunalpolitiker Siegfried Fiegenbaum und Lothar Dietrich aus Eschwege verübt.

Wie die Polizei mitteilte, waren am Freitagabend die Fensterbänke des Parteibüros der Grünen am Marktplatz sowie der Eingang und das Treppenhaus Siegfried Fiegenbaum an der Hubertusstraße sowie der Platz vor dem Eingang der Tierarztpraxis von Dietrich an der Dünzebacher Straße mit einer stinkenden, puddingartigen Masse beschmiert worden.

Kreisbüro der Grünen in Eschwege beschmiert: Staatsschutz und Kriminalpolizei ermitteln

Kriminalpolizei und Staatsschutz haben die Ermittlungen aufgenommen, eine sichergestellte Probe der Flüssigkeit wurde zur Analyse in ein Labor gebracht.

Siegfried Fiegenbaum, seit den frühen 1980er-Jahren Mitglied der Grünen und Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/ Die Grünen in der Eschweger Stadtverordnetenversammlung ist sich sicher, dass es sich bei den Anschlägen um „eine Retourkutsche“ wegen diverser Leserbriefe in der Werra-Rundschau handelt, die sich mit der angekündigten Verleumdungsklage der AfD gegen Dietrich befasste, der den ehemaligen AfD-Kreisvorsitzenden Friedrich Andreae unter anderem als Nazi und Faschisten bezeichnet hatte. Auch Dietrich ist seit vielen Jahrzehnten Mitglied der Grünen und gehört zu den Aktivisten der Initiative „Bunt statt braun“.

Anschläge auf Grüne in Eschwege: Kommunalpolitiker vermutet „Retourkutsche“

Wie Fiegenbaum schildert, hatte seine Frau am Freitagabend nach 22 Uhr das Haus mit dem Hund verlassen, als sie den Gestank wahrnahm. Er habe dann die Polizei alarmiert, die nach ihrem Eintreffen eine Streife zum Parteibüro am Markt geschickt hatte. Von dort kam die Bestätigung, dass auch dort eine stinkende Flüssigkeit verschmiert worden war. Lothar Dietrich hatte die Tat erst am Samstagvormittag feststellen können. Seine Vermutungen über die Täterschaft gehen in dieselbe Richtung wie Fiegenbaums.

Wegen des Konfliktes um den Dannenröder Forst werden die Büros von Bündnis 90/ Die Grünen hessenweit derzeit regelmäßig von der Polizei kontrolliert. Klimaaktivisten kritisieren die hessischen Grünen, weil sie die Rodung des Waldes für den Weiterbau der A49 mittragen.

Anschläge in Eschwege „Zeichen, wie wichtig unser Engagement gegen rechts ist“

Die Initiative „Bunt statt braun“* hat mit verschiedenen Aktionen seit Monaten verhindert, dass sich die AfD Werra-Meißner zu einer Mitgliederversammlung treffen kann, um einen neuen Vorstand zu wählen und eine Liste für die Kommunalwahl aufzustellen. „Die Anschläge sind ein Zeichen, wie wichtig unser Engagement gegen rechts ist“, sagte Lukas Sennhenn, Vorsitzender der Grünen in Eschwege, gestern. (Stefanie Salzmann) *hna.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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