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Übersterblichkeit in Deutschland: Mehr Tote im November - Corona nicht die einzige Ursache

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Von: Kim Hornickel

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Im November starben mehr Menschen als in den Jahren zuvor. Infektionen mit dem Coronavirus sind nur für einen Teil der Fälle verantwortlich.
Im November starben mehr Menschen als in den Jahren zuvor. Infektionen mit dem Coronavirus sind aber nur für einen Teil der Fälle verantwortlich. © Imago/ Matthias Koch

Überdurchschnittlich viele Menschen sind im November gestorben. Doch nicht immer ist die Ursache klar. Corona-Infektionen machen die Hälfte der Fälle aus.

Wiesbaden – In Deutschland starben im November mehr Menschen als in den vergangenen Jahren. Die Zahl der Toten lag um 20 Prozent höher als der November-Mittelwert aus den Jahren 2017 bis 2020.

Das Statistische Bundesamt hatte den traurigen Rekordwert am Dienstag (14.12.2021) in Wiesbaden veröffentlicht. Für die Untersuchung wurden die Todesfälle mit den Zahlen des Robert Koch-Instituts verglichen – zumindest bis zum 21. November. Würden die Experten alle Sterbefälle aus dem November miteinbeziehen, würde der bedrückende Rekord noch höher liegen – 23 Prozent über dem Durchschnitt. Doch eine Tatsache sticht heraus. Trotz aller Abgleiche mit dem RKI konnten die Corona*-Toten allein den Anstieg der Sterblichkeit nicht erklären.

Mehr Tote im November: „Für den Anstieg der Sterbefallzahlen sind mehrere Ursachen denkbar“

„Für den dadurch nicht erklärbaren Anstieg der Sterbefallzahlen sind mehrere Ursachen denkbar“, so das Amt. Auch unerkannte Covid-19-Todesfälle könnten eine Rolle spielen. Eine weitere Ursache könnte auch die, aufgrund der Pandemie und der Kontaktbeschränkungen, zeitlich versetzt ausbrechende Grippewelle* sein. Auch ein plötzlicher Tod wegen verschobener Operationen und Vorsorgeuntersuchungen könne ein Grund sein, so die Experten. „Der Beitrag einzelner Effekte lässt sich allerdings derzeit nicht beziffern“, heißt es aus Wiesbaden.

Aktuell sind die meisten Toten in Thüringen zu beklagen. 43 Prozent mehr Menschen starben dort im November 2021, als in den Vorjahren. In Sachsen waren es 37 Prozent und in Bayern 30 Prozent. Nur Bremen erreichte gleichbleibende Sterbefallzahlen. In Thüringen, Sachsen und Bayern erklären die bislang beim RKI gemeldeten Covid-19-Todesfälle* aber nur die Hälfte des Anstiegs der Sterbefallzahlen im November.

Trotzdem zeige die Statistik einen deutlichen Zusammenhang zwischen den Infektionen und den Sterbefällen, so das Amt. „Die Befunde zur Übersterblichkeit sind in den Bundesländern am deutlichsten, in denen auch das Infektionsgeschehen am höchsten war“, teilen die Statistiker mit. (kh/dpa) fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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