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„Long Covid“

Corona-Spätfolgen: Forschungsteam findet Indiz für „Long Covid“-Ursache

  • Sandra Kathe
    VonSandra Kathe
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Ein Forschungsteam aus Erlangen hat die Blutzellen von Corona-Erkrankten untersucht und Hinweise auf eine mögliche Ursache von „Long Covid“ gefunden.

Erlangen – Eine Studie von Wissenschaftler:innen des Max-Planck-Instituts für Physik und Medizin, der Universität Erlangen-Nürnberg sowie des Deutschen Zentrums für Immuntherapie hat eine mögliche Erklärung für die Spätfolgen einer Erkrankung mit dem Corona-Virus* entdeckt. Die als „Long Covid“ bezeichnete Erkrankung* betrifft auch in Deutschland zahlreiche Menschen, die noch Monate nach ihrer Genesung über andauernde Müdigkeit, Kopfschmerzen und Atemnot klagen. Auch der vorübergehende Verlust von Geruchs- und Geschmackssinn sei eine der möglichen Langzeitfolgen. Forschenden geben die Spätfolgen seit Monaten Rätsel auf.

Eine potenzielle Antwort hat nun das Wissenschaftsteam um Forscherin Dr. Markéta Kubánková in Erlangen bei der Untersuchung von Blutzellen gefunden. Sie analysierten die Blutkörperchen von an Corona erkrankten sowie bereits genesenen Patient:innen und fanden heraus, dass die Blutzellen auch nach der Genesung veränderte Eigenschaften aufweisen. Die Ergebnisse ihres Versuchs publizierten die Forschenden nun im medizinischen Fachmagazin Biophysical Journal.

Zahlreiche Betroffene klagen auch Monate nach einer Corona-Erkrankung noch über Spätfolgen wie Fatigue oder Atemnot.

Spätfolgen durch eine Corona-Erkrankung: Veränderte Blutkörperchen als mögliche Ursache

Für die Untersuchung der mechanischen Zustände von roten und weißen Blutkörperchen nutzten die Wissenschaftler:innen ein selbst entwickeltes Verfahren namens Echtzeit-Verformungszytometrie. Das berichtet das Max-Planck-Institut für die Physik des Lichts in einer Pressemitteilung. Dabei würden die Blutzellen durch einen engen Kanal geschickt und von einer Hochgeschwindigkeitskamera durch ein Mikroskop aufgenommen. Eine Software ermittle dann die jeweilige Art der Blutzelle und ob eine Verformung oder sonstige Vertänderungen vorliegen. Durch das Verfahren ließen sich bis zu 1000 Blutkörperchen pro Sekunde analysieren. Auf diese Weise haben die Erlanger Biophysiker*innen mehr als vier Millionen Blutzellen von 17 akut an Covid-19 erkrankten Patient*innen, von 14 Genesenen und 24 Gesunden als Vergleichsgruppe untersucht.

Dass die Beschwerden der „Long Covid“-Patient:innen mit einer Beeinträchtigung der Blutzirkulation zusammenhängen könnten, wurde seitens der Forschung schon länger vermutet – die Untersuchungsergebnisse aus Erlangen stützen diese Annahme. Denn die Untersuchung habe gezeigt, dass beispielsweise Größe und Verformbarkeit der roten Blutkörperchen von Erkrankten stärker schwankte als die von Gesunden. Das deute, nach Angaben des Max-Planck-Institus auf eine Schädigung dieser Zellen hin und könnte das erhöhte Risiko von Gefäßverschlüssen und Embolien der Lunge erklären. Besondere Formen von weißen Blutkörperchen, die für die angeborene Immunabwehr zuständig seien, blieben laut Studienergebnis auch sieben Monate nach der akuten Infektion drastisch verändert.

Studie „Long Covid“: Sauerstoffversorgung als möglicher Faktor bei Corona-Spätfolgen

„Wir vermuten, dass sich das Zellskelett der Immunzellen, welches maßgeblich für die Zellfunktion verantwortlich ist, verändert hat“, erklärt Markéta Kubánková, Erstautorin des Forschungsartikels. Aus ihrer Sicht hat die Echtzeit-Verformungszytometrie das Potenzial dazu, routinemäßig bei der Diagnose von Covid-19 eingesetzt zu werden – und sogar als Frühwarnsystem vor künftigen Pandemien durch noch unbekannte Viren zu dienen.

Die Vermutung des Teams auf Basis der Tests sei, dass diese Veränderungen durchaus auch für die Symptome von Long Covid verantwortlich sein könnten, denn chronische Kopfschmerzen, Erschöpfung, neurologische Ausfälle sowie anhaltende Atemnot können eng mit der Durchblutung und Sauerstoffversorgung des Körpers verbunden sein. Um eine genaue Aussage zu treffen, seien aber noch genauere Untersuchungen notwendig, betonen die Autor:innen in ihrer Veröffentlichung. (ska) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © David Munoz/imago-images.de

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