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News-Ticker

Corona-Impfung in Hessen: Astrazeneca für alle – Jens Spahn verteidigt Impfstoff

  • vonJan Lucas Frenger
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  • Erik Scharf
    Erik Scharf
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Das Chaos um Astrazeneca geht weiter: Die Impfung soll künftig nur noch beim Hausarzt verabreicht werden. Jens Spahn betont den Nutzen des Impfstoffs.

Update vom Freitag, 07.05.2021, 12.45 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat auf einer Pressekonferenz den Nutzen des Impfstoffs Astrazeneca verteidigt. „Ich kenne viele, die sich mit Astra impfen lassen wollen“, so Spahn. Ein Problem sei, dass die Zweitimpfung mit dem Vakzin sehr spät erfolge.

Auf Nachfrage sagte Spahn, dass das Astrazeneca-Vakzin nur noch in den Arztpraxen verfügbar sein werde. In Impfzentren sollen ausschließlich Zweitimpfungen stattfinden. Der Bedarf werde gedeckt, so der Gesundheitsminister. Erst am Mittwochabend (05.05.2021) kündigte Spahn an, die Priorisierung des Astrazeneca-Imfpstoffs aufheben zu wollen. Am Donnerstag (06.05.2021) wurde das Vakzin durch einen Beschluss des Bundes für alle Altersgruppen freigegeben.

Jens Spahn (CDU), Bundesgesundheitsminister, gibt ein Statement im Gesundheitsministerium ab.

Corona-Impfung in Hessen: Astrazeneca für alle – Jens Spahn verteidigt Impfstoff

Update vom Donnerstag, 06.05.2021, 9.00 Uhr: Kann sich bald jeder mit Astrazeneca gegen das Coronavirus impfen lassen? Wenn es nach Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) geht, dann auf jeden Fall. Am Mittwochabend (05.05.2021) sagte Spahn im WDR-Fernsehen: „Wir werden generell bei Astrazenca sagen, für Arztpraxen wie für Impfzentren, dass es dort keine Priorisierung mehr gibt.“ Durch Aufhebung der Priorisierung könne sich dann ab sofort jeder, unabhängig von Alter oder Vorerkrankung, mit dem Corona-Vakzin impfen lassen. Und ab wann soll diese Umstellung gelten? „Für Astrazeneca jetzt schon sofort, das ist mein Vorschlag“, sagt der Gesundheitsminister auf Nachfrage im WDR.

Für die anderen Corona-Impfstoffe soll die Priorisierung laut Jens Spahn voraussichtlich Ende Juni entfallen – „wenn die Lieferungen weiter so kommen, wovon ich ausgehe.“

Corona-Impfung in Hessen: Astrazeneca nur noch beim Hausarzt – „Inkompetenz und Dilettantismus“

Update vom Mittwoch, 05.05.2021, 12.30 Uhr: Der Corona-Impfstoff Astrazeneca soll in Hessen künftig nur noch in Hausarztpraxen verimpft werden. „Der Bund hat angekündigt, die Länder ab Mai nicht mehr mit dem Impfstoff von Astrazeneca für Erstimpfungen zu beliefern“, bestätigte Marcus Gerngroß, Pressesprecher im Innenministerium auf FR-Anfrage*. „Einzig Zulieferungen zur Sicherstellung der Zweitimpfung sollen noch erfolgen.“ Der Impfstoff gegen das Coronavirus solle demnach ausschließlich über Haus- und Betriebsärzte an Patienten verabreicht werden. Wer sich über die hessische „Astra60plus-Aktion“ für eine Impfung mit Astrazeneca registriert habe, werde laut Gerngroß ein anderes Vakzin erhalten, sodass „keine Termine ausfallen“.

Die Arztpraxen sind von diesem Beschluss wenig begeistert. Der Grund: Bei einer Corona-Impfung mit dem Vakzin Astrazeneca, sei der Beratungsbedarf der Patienten wesentlich höher. „Wir bekommen den Impfstoff nur sehr schleppend los“, berichtet der Schatzmeister des hessischen Hausärzteverbands, Christian Sommerbrodt. „Ich finde es etwas traurig, dass die Impfzentren sich jetzt vor dieser schwierigen Aufgabe drücken.“

Der Corona-Impfstoff Astrazeneca sorgt in Hessen weiter für Wirbel. (Symbolbild)

Corona-Impfung in Hessen: „Unglaubliche Inkompetenz und Dilettantismus“

Weniger diplomatisch drückt es dagegen der Vorstand der Kassenärztliche Vereinigung Hessen, Frank Dastych, aus. „Nachdem die politisch Verantwortlichen mit unglaublicher Inkompetenz und Dilettantismus diesen sonst wirklich guten Impfstoff quasi verbrannt haben, sollen es jetzt die Praxen richten.“ Hausarzt Sommerbrodt schlägt versöhnliche Töne an. Sein Vorschlag: Die Teams der Corona-Impfzentren sollen mobil eingesetzt werden. Daraus wird laut Kirsten Gerstner, Referentin des Frankfurter Gesundheitsdezernenten vorerst allerdings nichts. „Wir brauchen das Zusammenspiel der verschiedenen Impfsäulen, um schnellstmöglich eine Herdenimmunität zu erreichen.“ Laut ihr habe das Impfzentrum in Frankfurt auch ohne Astrazeneca genug zu tun. Das berichtete fr.de.

Laut einer Analyse seien bereits die ersten Erfolge der landesweiten Impfkampagne in Hessen erkennbar.

Corona-Impfung in Hessen: Astrazeneca-Chaos weitet sich aus – Vakzin in Impfzentren nicht verfügbar?

Erstmeldung vom Montag, 03.05.2021, 12.13 Uhr: Frankfurt/Wiesbaden – Das Chaos um den Impfstoff Astrazeneca wird immer größer. Erst der Zick-Zack-Kurs bei der Verträglichkeit. Nun soll der Impfstoff gegen das Coronavirus* ab Montag (03.05.2021) für alle Erwachsenen freigegeben werden. Doch es sind offenbar keine Impfdosen mehr da. Dabei lassen viele Menschen in Hessen ihren Impftermin mit Astrazeneca platzen. Aber von vorne.

In den Impfzentren in Hessen soll die durchschnittliche Ausfallquote bei Terminen mit Astrazeneca bei 25 Prozent liegen. Jeder vierte Termin verstreicht also ungenutzt. Das berichtet „tagesschau.de“. Ob die nicht verwendeten Impfdosen über Wartelisten doch noch verimpft werden, ist nicht bekannt. Fest steht aber: das Vertrauen vieler Menschen in den Impfstoff ist erschüttert.

Corona: Impfzentrum in Hessen hat nicht mehr genügend Astrazeneca-Impfstoff von Astrazeneca

Zunächst war Astrazeneca als Impfstoff gegen Covid-19 nicht für ältere Menschen freigegeben. Dann sorgten Fälle von Sinusvenen-Thrombosen nach Verabreichung der Impfdosen bei jungen Menschen für einen zwischenzeitlichen Stopp in Hessen, Deutschland und Teilen Europas. Anschließend empfahl die Impfkommision Astrazeneca nur noch für Menschen, die älter sind als 60 Jahre.

In Impfzentren und Arztpraxen in Hessen mangelt es offenbar an Astrazeneca-Impfstoff. (Archivfoto)

Seit Dienstag (27.04.2021) ist in Hessen Astrazeneca für alle Menschen unabhängig von Priorisierungsgruppen freigegeben. Der Impfstoff wird zwar hauptsächlich den Hausärzten zur Verfügung gestellt, doch auch in den Impfzentren in Hessen werden Impfdosen von Astrazeneca gespritzt. Nur scheinen diese ausgegangen zu sein. Zumindest legen diesen Verdacht E-Mails nahe, die Impfwillige nach ihrer Anmeldung für einen Termin mit Astrazeneca bekommen haben. Dort heißt es: „Aktuell steht nicht mehr genügend Impfstoff des Herstellers Astrazeneca für alle Interessierten zur Verfügung.“ Und auch bei den Hausärzten herrscht keine Begeisterung über die Lieferumfänge. Astrazeneca sei der Impfstoff, der am unzuverlässigsten geliefert werde, teilte die Kassenärztliche Vereinigung in Hessen gegenüber der „hessenschau“ mit. (esa) *fnp.de und fr.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Der Impfstoff Astrazeneca sorgt in Impfzentren in Hessen weiter für Ärger. (Symbolbild)

Derzeit ist auch eine Debatte um mögliche Lockerungen für vollständig geimpfte Personen entfacht. Schon bevor es eine bundeseinheitliche Lösung gibt, preschen einige Länder vor.

Rubriklistenbild: © Jörg Carstensen/dpa

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