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Pandemie

Corona-Impfung für Kinder: Kommission schließt Impfempfehlung praktisch aus

  • VonJan Lucas Frenger
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Die Ständige Impfkommission spricht mit hoher Wahrscheinlichkeit keine generelle Corona-Impfempfehlung für Kinder in Deutschland aus.

Berlin – Die Diskussion um Kinderimpfungen im Kampf gegen das Coronavirus* geht weiter. Thomas Mertens, Vorsitzender der Ständigen Impfkommission (Stiko), teilte vor Kurzem mit, das die Stiko mit äußerst hoher Wahrscheinlichkeit keine generelle Corona-Impfempfehlung für Kinder aussprechen werde. „Für die generelle Impfempfehlung aller gesunden Kinder reichen die Daten bei weitem nicht aus“, sagte Mertens am Freitag im ZDF*-Morgenmagazin. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse seien jedoch „mit sehr großem Aufwand und sehr umfassend“ aufgearbeitet worden.

Demnach lägen der Stiko nicht nur Studien zum individuellen Nutzen einer Impfung für Kinder vor, sondern auch Modellrechnungen zu den Auswirkungen auf die generelle Impfkampagne und den weiteren Verlauf der Corona-Pandemie in Deutschland. Laut Mertens sei dabei untersucht worden, ob eine Impfung sämtlicher Kinder, ungeachtet von Vorerkrankungen, einen signifikanten Unterschied bedeuten würde. Das Ergebnis: Der Unterschied sei "nicht groß genug", um eine generelle Impfkampagne für Kinder zu empfehlen.

Corona: Mit hoher Wahrscheinlichkeit keine generelle Impfempfehlung für Kinder

Aussagen von Thomas Mertens zufolge möchte die Impfkommission des Robert Koch-Instituts in Berlin in „ein, zwei Tagen“ ihre finale Entscheidung in der Angelegenheit veröffentlichen – die Erkenntnisse bezüglich einer Corona-Impfempfehlung seien allerdings bereits sehr eindeutig. Der Vorsitzende der Kommission äußerte bereits am Dienstag (02.06.2021) im NDR-Podcast, „Coronavirus-Update“, Bedenken hinsichtlich der Wirkung einer Kinderimpfung. Dort sagte Mertens in Bezug auf den viel diskutierten Nutzen einer Herdenimmunität: „Man sollte die Hoffnung auf den epidemiologischen Effekt nicht übertreiben.“ Die Corona-Impfung sei laut Mertens demnach „kein Lakritzbonbon“*.

Die Ständige Impfkommission wird aller Voraussicht nach keine generelle Empfehlung für die Corona-Impfung bei Kindern aussprechen. (Symbolbild)

In der EU ist der Corona-Impfstoff* der Hersteller Biontech und Pfizer* seit Kurzem auch offiziell für Kinder und Jugendliche im Alter ab zwölf Jahren zugelassen. Die Bundesregierung entschied bereits, dass sich Kinder in den entsprechenden Altersklassen ab dem 7. Juni gegen Corona impfen lassen können – eine Priorisierung bei der Terminvergabe soll es für Kinder allerdings nicht geben, ebenso wenig werden den Ländern für die Impfung zusätzliche Kontingente an Impfstoff zur Verfügung gestellt. Die Stiko entscheidet jedoch unabhängig davon und aus medizinischer Sicht, ob sie Impfungen im Allgemeinen empfiehlt oder nicht. Laut ihm müsse man sich aufgrund der Impfstoffknappheit entscheiden, ob man lieber Jugendliche oder Erwachsene gegen Corona impfen wolle.

Corona in Deutschland: Kinder-Impfung auch ohne Einwilligung der Eltern möglich

Unabhängig von einer Impfempfehlung durch die Stiko, können sich Kinder wohl trotzdem gegen das Coronavirus impfen lassen – eventuell sogar ohne Einwilligung der Eltern. „Wenn mir ein 14-Jähriger klar erklären kann, warum er geimpft werden will und das Thema auch versteht, dann ist eine Impfung ohne Einwilligung der Eltern möglich“, sagt Jakob Maske, Bundespressesprecher vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte, gegenüber verschiedenen Zeitungen der Funke Mediengruppe in einem Vorabbericht. Wichtig sei laut Maske dabei jedoch, die Eltern für einen gemeinsamen Weg mit ins Boot zu holen. (Jan Lucas Frenger mit AFP) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Ute Grabowsky/Imago Images

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