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Autor Politycki sieht Sprachwandel als Bedrohung

Der Schriftsteller Matthias Politycki („Weiberroman“, „In 180 Tagen um die Welt“) sieht die Kunstfreiheit in Deutschland durch die Diskussionen rund um Themen wie Gendern oder Rassismus bedroht und fordert eine offenere Debattenkultur. Durch die neuesten Entwicklungen in der deutschen Sprache fühle er sich auch in seiner Arbeit als Schriftsteller beeinträchtigt, sagte Politycki am Donnerstag auf der Frankfurter Buchmesse.

Frankfurt/Main - „Es ist mir irgendwann klar geworden: Es wird mein Arbeitsmaterial beschädigt und damit auch das Verständigungsmaterial für eine demokratische Gesellschaft.“

Politycki sagte in einer Diskussion mit der Autorin Jagoda Marinić und der Verlegerin Antje Kunstmann, dass er die Verlagsbranche als „Herzkammer der Demokratie“ sehe. „Wenn wir hier nicht die Meinungsfreiheit so verteidigen, dass selbst im aufklärerischen Sinne die Meinung geäußert werden kann, die nicht unsere ist, dann haben wir unseren Beruf verfehlt“, erklärte er.

Der Autor sprach sich für eine offenere Debattenkultur aus und sah seine Kolleginnen und Kollegen der Literaturbranche darin als Vorbilder. „Wir sind schließlich eigentlich die Verwalter der Sprache und wenn wir das noch nicht mal können, anständig miteinander zu diskutieren, wer dann?“ Generell müssten die Menschen wieder lernen, in der Öffentlichkeit vernünftige Gespräche zu führen, sagte Politycki.

„Wir sind in einem Zeitalter gelandet, in dem sofort geurteilt wird, nur weil ein Wort in die eine Richtung knallt und ein anderes in die entgegengesetzte. Wir sind Menschen und wir formulieren, und manchmal formulieren wir auch ein bisschen zu schrill oder gar verkehrt.“ Daher müsse man sich „wieder mehr mit den dahinterstehenden Inhalten“ der Worte beschäftigen, forderte der Schriftsteller.

Aus Ärger die Diskussionskultur in Deutschland und das Gendern war Politycki vor kurzem von Hamburg nach Wien umgezogen. dpa

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