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Auch Renzi und Plathe bei Festspielen

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Joern Hinkel
Intendant Joern Hinkel in Bad Hersfeld. © Uwe Zucchi/dpa/Archivbild

In gut sechs Wochen wird die Bad Hersfelder Stiftsruine wieder Schauplatz für eines der deutschlandweit bekanntesten Theaterfestivals. Intendant Joern Hinkel lüftete am Dienstag das Geheimnis, wer in diesem Jahr auf der Bühne stehen wird.

Bad Hersfeld - Das Ensemble für das diesjährige Eröffnungsstück „Notre Dame“ der Bad Hersfelder Festspiele steht: Neben „Tatort“-Star Richy Müller werden die Schauspielerin Anouschka Renzi, ihre Kollegen Walter Plathe, Jürgen Hartmann und zahlreiche weitere Darsteller in dem Stück nach der weltberühmten Romanvorlage „Der Glöckner von Notre-Dame“ von Victor Hugo zu sehen sein.

Am Dienstag gaben Festspielintendant Joern Hinkel und die Schauspielerinnen und Schauspieler bei einer Leseprobe einen ersten Einblick in die Bühnenfassung, die Hinkel zusammen mit dem Dramaturgen Tilman Raabke geschrieben hat. Nach den zwei Corona-Jahren sei die Freude, wieder zusammenzukommen und die Festspiele voraussichtlich ohne Einschränkungen auf die Bühne bringen zu können, groß, sagte Hinkel.

Walter Plathe, der einem breiten Publikum durch seine Hauptrolle in der ZDF-Fernsehserie „Der Landarzt“ bekannt wurde, wird in „Notre Dame“ den König Ludwig XI spielen - ein kluger „Schweinehund“, der erst einmal locker daherkomme, aber eiskalt und gefährlich sei, wie Plathe der Deutschen Presse-Agentur sagte. Die Stiftsruine kennt der Schauspieler bisher nur als Gast im Publikum. Umso mehr freue er sich nun auf die Zusammenarbeit mit Hinkel, den er bereits seit Jahren kennt. Die Festspiele seien für ein stets gut ausgewähltes Ensemble bekannt, aber auch für die hervorragende und eingespielte Truppe, mit der Hinkel arbeite.

Renzi, die in vielen Fernsehproduktionen, Kinofilmen und Theaterinszenierungen mitwirkte und zuletzt als Teilnehmerin des RTL-Dschungelcamps von sich reden machte, wird in Bad Hersfeld in insgesamt vier Rollen zu sehen sein, darunter als Adlige Aloise de Gondelaurier. „Wir haben alle das Stück erst vor zehn Tagen bekommen“, sagte Renzi zum Probenauftakt - dabei sei sie „eigentlich jemand, der sich akribisch vorbereitet“.

Von dem Stück, das am 1. Juli zur Eröffnung der Festspiele (bis 28. August) uraufgeführt wird, zeigte sich Renzi begeistert. „Es ist so eine tolle Fassung“, erklärte die Schauspielerin. „Ich würde mal sagen, das wird eine aufregende Sache.“ Kostüme und Bühnenbild seien zwar historisch an die Zeit angelehnt, „aber sehr vieles ist expressionistisch, fast schon Dadaismus, ganz spooky“, sagte die Schauspielerin. Den eigentlichen Roman habe sie nie gelesen - stattdessen eine alte, kitschige Verfilmung gesehen. „Das war gelinde ausgedrückt Märchenfilm, aber de facto ist es gar nicht eine schöne Geschichte, es ist eine todtraurige Geschichte, mit Diskriminierung, mit Hass.“ Victor Hugo habe die Gesellschaft in seinem Roman als eine Art Kastensystem beschrieben. „Das wird in dieser Fassung sehr stark gezeigt.“

Bereits bekannt war, dass Richy Müller die Rolle des Claude Frollo in „Notre Dame“ übernimmt. Schon 2016/17 hatte er bei den Bad Hersfelder Festspielen mitgewirkt. Atmosphärisch ist das Theaterfestival für ihn etwas ganz Besonderes, wie Müller sagte. „Das hat immer so ein bisschen was wie Schullandheim, man ist dann auf einem Haufen, man kann auch nicht weg, weil die Zeit ja auch sehr knapp ist.“ Die Stiftsruine als Kulisse empfindet er als beeindruckend, sie könne aber auch einschüchternd sein und dazu führen, dass man sich verloren fühle, sagte der Schauspieler. „Das darf man nicht, da muss man sozusagen mit seiner Anwesenheit dem entgegentreten und das nutzen.“

Für Müller wird Bad Hersfeld auch ein Wiedersehen mit seinem Schauspieler-Kollegen Jürgen Hartmann: Beide gehören seit 2007 zum Stuttgarter „Tatort“-Team - Müller als Kommissar Thorsten Lannert und Hartmann als Gerichtsmediziner Dr. Daniel Vogt. In „Notre Dame“ übernimmt Hartmann unter anderem die Rolle des Mathias Spicali.

Am längsten habe man nach der Besetzung der beiden Figuren Esmeralda und Quasimodo gesucht, bekannte Hinkel. Die schöne Tänzerin und der körperlich eingeschränkte Glöckner stehen in Verfilmungen des Stoffs im Mittelpunkt. Für beide Rollen habe es eine Vielzahl von Bewerbern gegeben. Die Wahl fiel auf Cathrine Sophie Dumont als Esmeralda und Robert Nickisch als Quasimodo. Für sie sei die erste Leseprobe faszinierend und aufregend gewesen, sagte Dumont. Auf die Arbeit mit dem sehr gut ausgewählten Ensemble freue sie sich sehr. Auch die Stiftsruine mache das Festival besonders. „Das ist schon ein sehr mystischer Ort“, sagte die Schauspielerin. dpa

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