Die Staatsanwaltschaft Flensburg ist mutmaßlichen Rechtsextremisten auf der Spur - auch in Hessen. Ein Verdächtiger ist wohl kein Unbekannter in der Szene.
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Die Staatsanwaltschaft Flensburg ist mutmaßlichen Rechtsextremisten auf der Spur - auch in Hessen. Ein Verdächtiger ist wohl kein Unbekannter in der Szene.

Rechter Terror

Rechtsextremismus: Polizei durchsucht Wohnungen von Mitgliedern des „Aryan Circle Germany“

  • Jakob Maurer
    vonJakob Maurer
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Die Staatsanwaltschaft Flensburg ist mutmaßlichen Rechtsextremisten auf der Spur - auch in Hessen. Ein Verdächtiger ist wohl kein Unbekannter in der Szene.

  • Die Polizei schlägt in Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Brandenburg und Hessen zu und untersucht Wohnungen
  • Die zwölf mutmaßlichen Rechtsextremisten sind im Alter von 19 bis 57 Jahren
  • Sie sollen sich zur rechtsextremen Gruppierung „Aryan Circle Germany“ zusammengeschlossen haben

Kiel - Wieder schlägt die Polizei bundesweit gegen mutmaßliche Rechtsextremisten zu: Seit Dienstagmorgen (03.03.2020) 6.00 Uhr durchsucht die Polizei zwölf Wohnungen in Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Brandenburg und Hessen. Die zwölf Bewohner werden verdächtigt, sich im Juli 2019 mit weiteren Beteiligten in Bad Segeberg nördlich von Hamburg zur Gruppierung „Aryan Circle Germany“ zusammengeschlossen haben, wie die Staatsanwaltschaft Flensburg und das Landeskriminalamt Schleswig-Holstein mitteilten. Festnahmen hat es nach Angaben einer Sprecherin der Staatsanwaltschaft nicht gegeben. 

Die rechtsextreme Gruppe hatte den Angaben zufolge Körperverletzungen und Sachbeschädigungen sowie Straftaten nach dem Waffengesetz geplant. „Sämtliche Beschuldigte sind dem rechtsextremen Spektrum zuzuordnen“, teilte das Landeskriminalamt Schleswig-Holstein mit. Derzeit lägen jedoch keine Erkenntnisse vor, dass Anschläge geplant gewesen seien, sagte die Sprecherin. Die Tatverdächtigen sind im Alter von 19 bis 57 Jahren.

Rechtsextremismus: Bei der Aktion gegen „Aryan Circle Germany“ gab es eine Durchsuchung in Hessen

Bei der Aktion gab es eine Durchsuchung in Hessen, wie ein Sprecher des dortigen Innenministeriums der sagte. Bei einem der Beschuldigten soll es sich um einen extrem gewalttätigen Anführer der rechtsextremen Szene in Kassel handeln. Bernd T. hatte unter anderem den 2015 vom hessischen Innenministerium verbotenen rechtsextremistischen Kasseler Verein „Sturm 18“ gegründet. 

Bei den Durchsuchungen am Dienstag wurden Speichermedien in beträchtlicher Menge sichergestellt, wie die Sprecherin der Staatsanwaltschaft berichtete. Außerdem wurden Betäubungsmittel und Gegenstände gefunden, die unter das Waffengesetz fallen. Die Maßnahmen dauerten bis in den Vormittag hinein an. Die gesicherten Beweismittel müssen nun ausgewertet werden. 

Rechtsextremismus: Schon länger Protest gegen „Aryan Circle Germany“

Den Menschen im Kreis Segeberg sind rechte Umtriebe schon länger ein Dorn im Auge. Im vergangenen Herbst hatten dort bei mehreren Demonstrationen Tausende gegen Neonazis und rechte Gewalt protestiert. Eine Sprecherin der Initiative „Segeberg bleibt bunt“ sagte schon damals, der Protest richte sich besonders gegen die Aktivitäten eines wegen Totschlags und Vergewaltigung verurteilten Neonazis, der in Bad Segeberg das rechtsextreme Netzwerk „Aryan Circle“ aufbauen wolle. 

Mitte Oktober waren ein Mann und eine Frau im benachbarten Dorf Sülfeld von einem Mann aus der Neonaziszene attackiert worden, als sie Aufkleber mit der Aufschrift „Aryan Circle“ und mit rechten Parolen entfernen wollten. 

jjm/dpa

Planten mehrere Rechtsextreme Anschläge auf Politiker, Asylbewerber und Muslime? Razzien in sechs Bundesländern brachten bereits im Februar für die Ermittler einen Durchbruch: Zwölf Beschuldigte sollen in U-Haft kommen.

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