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Plan der VGF: Station Musterschule.
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Plan der VGF: Station Musterschule.

Nahverkehr

Zwist wegen U-Bahn-Haltestelle

  • Florian Leclerc
    VonFlorian Leclerc
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VGF treibt den Neubau der U-5-Station Musterschule voran. Eine Initiative sieht Risiken und stellt Alternative vor.

All die Jahre, die Susanne Margraf im Nordend lebt, hat sie sich mit der Haltestelle Musterschule herumgequält, den Kinderwagen in die U-Bahn gewuchtet. „Wir sind für einen barrierefreien Einstieg“, sagte die Sprecherin der Bürgerinitiative (BI) „Die bessere Alternative“. Aber gegen den Neubau der barrierefreien Haltestelle der U 5 an der unteren Eckenheimer Landstraße.

Die Zeit tickt, die Planfeststellung steht kurz vor dem Abschluss. Von Sommer an bis zum Jahresende will die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) die barrierefreie Station Musterschule bauen. So denn das Regierungspräsidium (RP) Darmstadt zustimmt. Das will die Initiative verhindern. Zumindest verzögern, bis die VGF die alternativen Pläne für eine neue Station Scheffeleck geprüft hat. Die Initiative mit ihren 130 aktiven Mitgliedern hat eine Machbarkeitsstudie beauftragt. Sie sieht vor, die Haltestelle von der Eckenheimer Landstraße in die Wallanlagen ans Scheffeleck zu verlagern.

Dort flitzen die Autos heute um eine 90-Grad-Kurve. Der Straßenraum ist nicht einsehbar. Wer bei Rot über die Ampel geht, riskiert sein Leben. Die Initiative schlägt vor, die 80 Meter lange Haltestelle teils in den Straßenraum der Eschenheimer Anlage zu verlegen, teils in die Wallanlagen, wo die Rampe in den U-Bahn-Tunnel mündet. Die Kurve lasse sich entschärfen, wenn sie steiler werde, erläuterte der Stadtplaner Felix Nowak, der die Studie erstellt hat. Die zerschneidende Wirkung der Gleise am Tunneleingang lasse sich durch einen neuen Durchgang aufheben. Nowak schlägt auch einen neuen Fußgängerüberweg von der Wallanlage zur Eckenheimer Landstraße vor. Ein neuer Platz könnte entstehen, der ein „Entrée ins Nordend“ werden könnte, sagte Nowak. „Der Tunnel muss nicht aufgerissen werden.“ Die Kosten betrügen auch nicht 24 Millionen Euro, wie von der VGF dargestellt.

Sicherheitsgutachten stellt Risiken fest

Für die neue Station Scheffeleck würden die Fahrspuren der Eschenheimer Anlage ein Stück nach Norden in die Blumenbeete am Scheffeleck verlagert. Eine Fahrspur fiele weg. Die acht vorhandenen Bäume, die dort stehen, könnten in den Bahnsteigen integriert weiter wachsen, so wie an der Station Schäfflestraße.

„Die VGF hat unsere Variante nicht geprüft“, klagte Frauke Ackfeld von der BI. Sie bemängelt, dass die neuen Stationen Musterschule der VGF nur auf 25 Meter barrierefrei seien. „Was, wenn ein Mensch mit geistiger Behinderung die Lämpchen und Ansagen der VGF nicht versteht, und aus dem Wagen fällt“, fragt sie. Die VGF hat vor, den barrierefreien Ausstieg durch im Boden integrierten Lampen und mit Durchsagen kenntlich zu machen.

„Die Eckenheimer Landstraße ist sehr eng“, weiß Susanne Margraf. Daher habe das Sicherheitsgutachten Risiken beim Bau der Station Musterschule festgestellt: Radfahrer könnten mit Fußgängern kollidieren. Diese Gefahr werde durch die Station Scheffeleck ausgeräumt. „Die VGF müsste unseren Vorschlag zumindest prüfen“, forderte Margraf.

Auch hegt die Initiative Zweifel an der von der VGF in Umlauf gebrachten Illustration. Dort seien zu wenige Laternenmasten und keine Geländer eingezeichnet. Auf Nachfrage der Frankfurter Rundschau räumte die VGF ein, dass die Illustration „kein detailgetreuer Plan, sondern eine abstrahierende Darstellung“ gewesen sei. Wer genau hingesehen habe, dem seien auch die fehlenden Oberleitungen, Papierkörbe, Automaten und Informations-Anzeigen aufgefallen sein, sagte VGF-Sprecher Bernd Conrads.

Über das Sicherheitsgutachten und die Planänderungen will die VGF die Stadtverordneten unterrichten. „Hoffentlich, bevor die Planfeststellung abgeschlossen ist“, sagte die FDP-Fraktionschefin Annette Rinn. Sonst wäre jegliche Debatte überholt. Die FDP im Ortsbeirat 3 hat den Magistrat aufgefordert, ein Moratorium zum Umbau der Haltestellen Musterschule und Glauburgstraße beschließen, bis die offenen Fragen geklärt sind.

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