Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Marion Riedel hat eine seltene rheumatische Erkrankung und wandert durch Deutschland.
+
Marion Riedel hat eine seltene rheumatische Erkrankung und wandert durch Deutschland.

Frankfurt

Zwischenziel Frankfurt: Wandern trotz Rheuma

  • Steven Micksch
    VonSteven Micksch
    schließen

Marion Riedel hat eine seltene Erkrankungen und möchte mit ihrer Reise anderen Mut machen. Dazu wandert sie entlang des Fernwanderwegs E1. Der führte sie nun nach Frankfurt.

Was Marion Riedel von ihren Wanderungen besonders im Gedächtnis bleibt, sind die Begegnungen mit anderen Menschen. Egal ob es Mitwandernde sind, mit denen sie sich verabredet hat, oder Menschen, auf die sie zufällig trifft. So wie sie in Steinbach auf ihrem Weg nach Frankfurt Eddie begegnete, der den europäischen Fernwanderweg E1, den Riedel schaffen will, bereits vor zehn Jahren lief. Doch der 58-Jährigen geht es bei ihrer großen Wanderung nicht allein um das Vergnügen. Marion Riedel möchte auf seltene und rheumatische Erkrankungen aufmerksam machen.

Die gebürtige Gummersbacherin ist selbst davon betroffen. 2015 wurde bei ihr eine seltene rheumatische Autoimmunkrankheit diagnostiziert: Mikroskopische Polyangiitis. Die Bewegung habe ihr im Umgang mit der Krankheit gutgetan, und kurz nach der Diagnose erinnerte sie sich an einen wichtigen Punkt auf ihrer List mit Dingen, die sie in ihrem Leben noch machen möchte: Deutschland von Norden nach Süden durchqueren. „Ich habe mir gesagt: ,Du lässt dir dein Leben nicht durch die Erkrankung klauen‘.“

Riedel nahm das Projekt in Angriff und begann im Mai 2018 an der dänischen Grenze mit ihrer Tour. Seitdem wandert die Bremerin jedes Jahr mindestens zwei Etappen auf dem E1. In diesem Jahr führte sie ihre Reise zunächst nach Rheinland-Pfalz und nun nach Hessen.

Sie wandere maximal sieben Tagesetappen und lege am Tag auch nicht mehr als 15 Kilometer zurück, erzählt sie. Der Übergang von Rheinland-Pfalz nach Hessen erfolgte Ende August mit der Etappe von Diez nach Limburg. Anschließend führten Wanderungen nach Idstein, Glashütten, Oberreifenberg und letztlich Frankfurt.

Hilfsangebote

Die Deutsche Rheumaliga hilft bei Fragen oder der Suche nach Selbsthilfegruppen und Bewegungsangeboten. Unter rheuma-liga-hessen.de gibt es regionale Gruppen. Allgemeine Infos auch telefonisch unter Rufnummer 0800/600 25 25.

Mehr Informationen zur Wanderung von Marion Riedel gibt es unter aktion-schrittmacher.de mic

Für das nächste Jahr hat sie den südlichen Odenwald und Baden-Württemberg geplant. Enden soll ihre Tour am 29. Februar 2024 in Konstanz. „Der letzte Tag im Februar ist immer der Tag der seltenen Erkrankungen. Das würde sehr gut passen.“

Mit ihrer Aktion „Schrittmacher“ möchte sie anderen Menschen mit rheumatischen Erkrankungen Mut machen, wieder in Bewegung zu kommen. Auch sie leide unter Schüben, anschwellenden und schmerzenden Gelenken, aber unterkriegen lassen wolle sie sich davon nicht. „Diese Tour einmal im Jahr ist wie ein Ziel, auf das man hinarbeitet.“

Und sie will damit die Aufmerksamkeit auf das Thema lenken. Denn immer noch gebe es zu wenige Rheumatologinnen und Rheumatologen in Deutschland. Menschen mit seltenen rheumatischen Erkrankungen hätten oft Probleme, die richtige Diagnose zu bekommen. Auch bei Marion Riedel dauerte es vier Jahre, bis die Krankheit identifiziert wurde. Unbehandelt könne ihre Erkrankung zum Tod führen.

Deshalb versucht die Bremerin auf ihren Etappen immer wieder, mit Vertreter:innen von Hilfsangeboten oder Anlaufstellen ins Gespräch zu kommen. Im rheinland-pfälzischen Montabaur erhielt sie beispielsweise Besuch von einer Frankfurter Selbsthilfegruppe.

Auf der Internetseite zu ihrer Reise veröffentlicht sie nicht nur einen Blog mit ihren Erlebnissen, sondern auch Videos von Interviews mit Experten und spürt Fragen nach, die auch sie interessieren. Etwa, wenn Menschen wissen wollen, ob eine rheumatische Erkrankung im Konflikt mit den Vakzinen der Corona-Schutzimpfung steht.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare