Nied

Zwischenbericht zum Unglücksfall in Frankfurt-Nied

  • Oliver Teutsch
    vonOliver Teutsch
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Behörde hält Bahnübergang nicht für ausreichend sicher. „Arbeitsfehler“ als Unglücksursache.

Gut zwei Monate nach dem tödlichen Bahnunfall in Nied hat die Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung einen Zwischenbericht zu dem Unglück verfasst. Die Behörde empfiehlt, den Bahnübergang an der Oeser Straße „um risikominimierende Maßnahmen zu erweitern“, heißt es in dem am Donnerstag auf der Homepage der Bundesstelle veröffentlichten Zwischenbericht. Die Untersuchungen zu möglichen Störhäufigkeiten am Bahnübergang „Posten 10“ indes seien noch nicht abgeschlossen, heißt es weiter.

Bei dem Unfall am 7. Mai waren eine 16-jährige Fußgängerin gestorben und zwei Verkehrsteilnehmer verletzt worden. In der „Kurzbeschreibung des Ereignisses“ im Zwischenbericht heißt es, die Schranken hätten sich unmittelbar vor dem herannahenden Zug geöffnet. Der Unfall sei „primärursächlich auf einen Arbeitsfehler zurückzuführen“. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die 48 Jahre alte Schrankenwärterin wegen fahrlässiger Tötung.

Die Untersuchungen der Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung läuft aber unabhängig von strafrechtlichen Ermittlungen und dient ausschließlich der Erhöhung der Sicherheit im Bahnverkehr. Die Empfehlung übermittelt die Behörde dann an das Eisenbahnbundesamt. Die Behörde selbst habe aber nicht die Befugnis, Anweisungen zur Erhöhung der Sicherheit zu erteilen, betonte ein Sprecher auf FR-Anfrage.

Der Bahnübergang in Nied steht seit Jahrzehnten in der Kritik und sollte nach dem Willen der Anwohnern längst beseitigt sein.

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