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Zweites Impfzentrum in Frankfurt

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Von: Steven Micksch

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Eröffnung eines zweiten Impfzentrums mit Feldmann, Majer und dem DRK in Sachsenhausen, im ehemaligen Gebäude des Stadtschulamtes, Seehofstraße 41
Eröffnung eines zweiten Impfzentrums mit Feldmann, Majer und dem DRK in Sachsenhausen, im ehemaligen Gebäude des Stadtschulamtes, Seehofstraße 41 © christoph boeckheler*

Trotz rückläufiger Nachfrage richtet die Stadt eine neue dauerhafte Anlaufstelle ein

Von außen betrachtet gewinnt das neue Impfzentrum, das die Stadt Frankfurt in Sachsenhausen am Montag eröffnet hat, sicherlich keinen Schönheitspreis. Angesiedelt ist es im ehemaligen Stadtschulamt in der Seehofstraße 41. Der braune Gebäudeklotz mit den zahlreichen Fenstern auf sieben Etagen soll aber auch keine Auszeichnung gewinnen, sondern die Impfbemühungen der Stadt Frankfurt weiter voranbringen.

Im Inneren präsentiert sich die Ausstattung wie bei der vorangegangenen Nutzung: weiße Wände, Auslegeware am Fußboden und Büroräume, die vom Flur abgehen und nun als Impfkabinen dienen. In fünf von ihnen kann ab sofort geimpft werden. Bis zu 500 Impfungen pro Tag seien möglich, heißt es aus den Reihen des Deutschen Roten Kreuzes, das auch dieses Impfzentrum betreibt.

Angeboten werden die Impfstoffe Comirnaty (Biontech) und Spikevax (Moderna). Jugendliche ab 12 Jahren können sich mit Einverständnis der Eltern ebenfalls im Impfzentrum Süd immunisieren lassen. Jeder Impfwillige sei gern gesehen – egal ob Erstimpfung oder bereits zur vierten Immunisierung. Die Einrichtung ist täglich von 11 bis 19 Uhr geöffnet. Und das Angebot wird bereits am Montagvormittag sichtbar genutzt. Mehr als zehn Menschen sind oder waren bereits da, da hat Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) noch nicht einen Eröffnungssatz gesagt.

Das Stadtoberhaupt erinnert dann an den Sommer 2021, als vielerorts Impfzentren geschlossen und zurückgebaut wurden, weil man sich sicher wähnte. „Nach den Erfahrungen aus dem letzten Jahr weiß man nicht, ob man es so richtig im Griff hat.“ Deshalb legt Frankfurt jetzt nach, obwohl der Impfandrang eher zurückgeht. Aber Feldmann sagt: „Wir wollen nicht noch mal kalt erwischt werden.“ Heißt auch, dass man stundenlange Wartezeiten vor den Impfzentren vermeiden möchte.

Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne) betont, dass Impfen zur Daueraufgabe des öffentlichen Gesundheitsdienstes gehören werde. Auch für die bevorstehende einrichtungsbezogene Impfpflicht für Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser werde das Sachsenhäuser Impfzentrum mit seinen Kapazitäten helfen. Und klar sei auch: Das Impfzentrum an der Messe könne nicht ewig Bestand haben. Irgendwann werde die Messe auch wieder ihrem ursprünglichen Zweck dienen. Dafür sei man nun gerüstet, so Majer. Und wenn es mehr Angebote benötige, werde man auch weitersuchen. Die Option, dass auf den oberen Etagen des ehemaligen Stadtschulamtes mehr Impfkabinen entstehen, werde durchaus in Betracht gezogen.

Dass das Impfzentrum nun in Sachsenhausen steht, sei sicherlich auch der Tatsache geschuldet, dass das Gebäude kurzfristig zur Verfügung stand. Die Planungen hatten im Dezember begonnen, als der Bedarf an Impfkapazitäten riesig war, so Gesundheitsamtleiter Peter Tinnemann. Nichtsdestotrotz sei das Gebäude „super angeschlossen“, so Majer, und hervorragend zu erreichen. Auch die Raumaufteilung sei gut geeignet für die Impfungen. Neben den kleineren Räumen für die Impfungen selbst gibt es große Bereiche zum Warten und zum Erholen nach der Impfung.

Was bleibt, ist die Hoffnung der Verantwortlichen, dass die Impfbereitschaft in Frankfurt vielleicht noch mal an Fahrt aufnimmt. Dabei helfen soll auch der Impfstoff Noravax, der nicht auf der mRNA-Technologie beruht, sondern auf Protein-Basis. Wann das häufig als Totimpfstoff bezeichnete Vakzin verfügbar ist, sei aber immer noch unklar.

Momentan werden laut Frankfurter Gesundheitsamt rund 500 Menschen pro Tag an der Messe geimpft. Kapazitäten wären für bis zu 3500 Impfungen da. Auch Kinderimpfungen sind an der Messe problemlos verfügbar.

Neben den Impfzentren gibt es aber auch weiterhin dezentrale Angebote im gesamten Stadtgebiet. Auch die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte und seit neustem die Apotheken impfen bereitwillige Menschen.

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