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Philipp Kehm (R) und Matthias Hilble haben den Wettbewerb initiiert.
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Philipp Kehm (R) und Matthias Hilble haben den Wettbewerb initiiert.

Kurzfilmwettbewerb

Zwei Tage Schreiben, Drehen, Schneiden

  • Kathrin Rosendorff
    VonKathrin Rosendorff
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Gorilla 48 ist ein Frankfurter Kurzfilmwettbewerb auf Zeit für Amateure und Profis. 48 Stunden haben die Teilnehmenden Zeit, einen drei- bis siebenminütigen Film im Deutschen Filmmuseum einzureichen. In der Jury sitzen namhafte Filmleute, wie zum Beispiel die Frankfurter „Tatort“-Kommissarin Margarita Broich.

Keine Sekunde länger als 48 Stunden. In der Zeit muss man: ein Drehbuch schreiben, einen Film drehen, ihn schneiden und den drei- bis siebenminütigen Kurzfilm persönlich im Deutschen Filmmuseum abgeben. Gorilla 48 ist ein Filmwettbewerb auf Zeit. Er startet am 13. Mai, 19 Uhr. Abgabe des fertigen Werks ist am 15. Mai, 19 Uhr. „Wer eine Sekunde zu spät abgibt, ist raus“, sagt Matthias Hilble. Der 32-jährige Frankfurter ist einer der beiden Macher und meint es ernst.

Jeder kann mitmachen. Auch ohne Film- oder Schauspiel-Erfahrung. „Man kann sich sein Smartphone schnappen, seiner Katze einen Cowboyhut aufsetzten und dann eine Schneide-App aus dem Internet runterladen. Wichtig ist es, eine coole, kreative Idee zu haben“, sagt Hilble. Die Filme, die es ins Finale schaffen, werden vor großem Publikum im Metropolis am 4. Juni gezeigt.

Neben Hilble sitzt beim Interview sein guter Freund Philipp Kehm, der zweite Initiator von Gorilla 48. Der 34-Jährige ist Filmemacher, Kameramann und Mitbegründer der Frankfurter Filmproduktion „Die Zwo“. Er studierte an der New Zealand Film School in Wellington, und vom anderen Ende der Welt hat er die Idee zum Filmwettbewerb als „so eine Art Mitbringsel“ importiert.

„In Neuseeland gibt es das 48-Hours-Festival. An einem Wochenende drehen 800 Teams in ganz Neuseeland. „Das ganze Land steht Kopf, und sogar in den Nachrichten wird darüber berichtet“, erzählt Kehm. In Neuseeland war sogar schon eine Oscar-Gewinnerin als Schauspielerin dabei, und Star-Regisseur Peter Jackson („Herr der Ringe“) saß in der Jury.

So prominent und wild wie in Neuseeland ist es in Frankfurt nicht. Noch nicht zumindest. 2014 lief Gorilla 48 zum ersten Mal. „Jetzt soll alles noch ein bisschen größer werden. Mit noch mehr Teams“, sagt Kehm. Vergangenes Mal waren es 24 Teams, davon habe es nur eins nicht geschafft, den Film in der vorgegebenen Zeit abzugeben. „Die Filmemacher behalten die Rechte an ihren Werken. Andere Festivals nutzten die Streifen für Werbefilme“, sagt Kehm.

Per Online-Voting entscheidet das Publikum eine Woche lang über die Top 7, die es automatisch ins Finale schaffen. Das bekannte Bornheimer Comedy-Duo „Frankfurter Klasse“ war der Publikumsgewinner 2014. Sie haben sich erneut angemeldet. „Damit aber auch Amateure, die noch keine Fanbase haben, eine Chance aufs Finale haben, vergibt eine Jury noch Wildcards. Für fünf weitere Finalisten“, so Kehm.

Und warum der Name Gorilla 48? „Bereits in den 1980er Jahren wurde im angloamerikanischen Raum der Begriff des Guerilla-Films geprägt“, so Hilble. Der Gorilla ist das Symbol dieser Independent-Filmemacher, die mit kaum Budget und ohne Drehgenehmigung arbeiten. „Blair Witch Project ist wohl der bekannteste Guerilla-Film“, sagt Hilble. „Bei uns haben aber die Teams alle eine Drehgenehmigung der Stadt“, betont Kehm. Auch das Kulturamt und „Film in Frankfurt“ unterstützen das Projekt.

Für die Jury 2016 konnten die Macher namhafte Filmleute wie die Frankfurter „Tatort“-Kommissarin Margarita Broich oder die Direktorin des Filmmuseums, Claudia Dillmann, gewinnen. Kehm und Hilble organisieren den Wettbewerb in ihrer Freizeit. Hilble arbeitet in einer Bank. „Eigentlich habe ich mit Filmemachen nichts zu tun. Außer meiner Leidenschaft für Filme.“ Oft treffen sich die beiden in der Mittagspause. „Und dann haben wir oft Skype-Konferenzen abends mit Berlin, Ravensburg und Hamburg. Dort sitzen Freunde, die auch zum 20-köpfigen Team gehören“, sagt Kehm.

Und Hilble betont: „Zu zweit würden wir das nicht schaffen. Wir haben Leute, die sich um die Poster kümmern, um die Sponsorensuche oder den Trailer machen.“ Schließlich gibt es viele Preise in den verschiedensten Kategorien zu gewinnen. „Der beste Film“ ist mit einem Preisgeld von 1000 Euro versehen.

In den 48 Stunden Drehzeit gibt es keine Hilfe von den Profis. „Im Filmmuseum bekommen die Teams einen Umschlag. Darin stehen ein Satz, eine Requisite und ein Name; diese drei Vorgaben müssen in den Film eingebaut werden. Damit keiner vorher etwas dreht“, so Hilble. Die Requisite war 2014 ein Handkäse. „Ein Team hat den Handkäse vom Maintower mit einem Golfschläger runtergeschossen. Diese Gruppe hat den Preis für die beste Verwendung einer Requisite gewonnen“, sagt Kehm und lacht.

Noch bis 6. Mai können sich die Teams anmelden. 84 Euro pro Team kostet die Anmeldegebühr. Am Dienstag, 26. April, 19 Uhr, gibt es zudem einen Infoabend zu Gorilla 48 im Deutschen Filmmuseum, Schaumainkai 41. gorilla48.de

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