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Zwei Millionen Badegäste in Frankfurts Schwimmbädern

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Von: Timur Tinç

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In den Weihnachtsferien ein beliebtes Ziel: die Titus-Therme in der Nordweststadt.
In den Weihnachtsferien ein beliebtes Ziel: die Titus-Therme in der Nordweststadt. © Monika Müller

Die Bäder-Betriebe Frankfurt (BFF) ziehen eine positive Bilanz. Durch Temperaturabsenkungen in Schwimmerbecken und Whirlpools in den Hallenbädern sind bis zu 25 Prozent Energie eingespart worden.

Im Kalenderjahr 2022 sind 2,035 Millionen Gäste in die Frankfurter Frei- und Hallenbäder gekommen. Das teilten Sportdezernent Mike Josef (SPD) und der Geschäftsführer der Bäder-Betriebe Frankfurt (BFF), Boris Zielinski am Dienstag mit. „Das waren 9,61 Prozent mehr als 2019“, sagte Josef. Die Jahre 2020 und 2021 bieten coronabedingt keine belastbaren Vergleichszahlen. Da auch einige Corona-Beschränkungen im Jahr 2022 für die Hallenbäder galten, gab es bei den Zahl der Besucher:innen dort einen leichten Rückgang von 1,3 Prozent im Vergleich zu 2019. Allerdings mit einem Bad weniger, da das Rebstockbad abgerissen wurde.

Durch den heißen Sommer kamen knapp mehr als eine Millionen Menschen in die Freibäder – ein Plus von 26,4 Prozent. „Die Zahlen zeigen, welchen Stellenwert die Bäder für die Menschen haben“, betonte Josef. Sie seien nicht nur Freizeit- und Bewegungsangebote, sondern dienten auch der Gesundheitsförderung. Im Jahr 2022 hat die BFF rund 800 Schwimmkurse für Kinder angeboten. 450 000 Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren nutzten den kostenlosen Eintritt. Zwar gebe es keine Vergleichszahlen, so Zielinski, weil früher nur junge Menschen unter 18 Jahren erfasst wurden, „aber die Zahlen haben sich deutlich nach oben entwickelt“.

Die Abkühlung der Schwimmerbecken aufgrund der Energiekrise um ein bis zwei Grad tat dem Zuspruch der Badegäste offenbar keinen Abbruch. Die Kinder- und Lehrschwimmbecken waren und sind nicht betroffen. „Wir haben mit Augenmaß und ohne Infrastruktur schließen zu müssen, 20 bis 25 Prozent eingespart“, sagte Josef. Zielinski ergänzte: „Wir haben immer von Bad zu Bad geschaut, was wir tun können.“

In den sehr kalten Dezembertagen wurde der Außenbereich im Panoramabad in Bornheim geschlossen. In einigen Bädern wurden die Raumtemperaturen leicht abgesenkt, genauso wie die Temperaturen im Whirlpool. „Wir sind nun auf dem Weg, ein einheitliches Energiecontrolling einzuführen, um tagesgenau den Verbrauch zu dokumentieren und flexibel reagieren zu können“, betonte Zielinski. Die gestiegenen Energiekosten würden sich natürlich bemerkbar machen, aber sich erst im kommenden Jahr auswirken, weil die BFF festgeschriebene Verträge hatte. Bei einer Gasmangellage, so Mike Josef, hätte die Stadt mit einem erarbeiteten Stufenplan auch jederzeit weitere Energiesparmaßnahmen treffen können.

Badegäste

Genau 2 035 820 Badegäste sind bis kurz vor Jahresende in die Frankfurter Hallen- und Freibäder gekommen. Im Jahr 2019 waren es 1 857 274.

Der Rekord war 2013 mit rund 2,5 Millionen Badegäste, als noch alle Bäder geöffnet waren. In diesem Jahr wurde das Rebstockbad abgerissen und das Riedbad in Bergen-Enkheim wird seit September saniert. tim

Trotzdem investiert die Stadt weiter kräftig in die Sanierung und den Neubau von Bädern. Beim Riedbad in Bergen-Enkheim ist der Plan, bis zum 1. Juli fertig zu sein. Den Kostenrahmen von 15 Millionen Euro könne man einhalten, so Zielinski. Eine zusätzliche Traglufthalle - wie im Hausener Freibad - für mehr Wasserfläche im Winter ist angedacht. Zunächst soll aber das Schwimmbad Nieder-Eschbach eine bekommen. Ziel ist der kommende Winter, „spätestens aber im Winter 2024“, so Josef.

Beim Familienbad Bornheim, das direkt neben der Eissporthalle entsteht und das Panoramabad ablösen soll, rechnet Zielinski mit der Fertigstellung Mitte 2024. Bis dato war Ende 2023 angepeilt. Beim Rebstockbad „wird es spannend, wenn die Angebote reinkommen, wenn wir demnächst den Rohbau ausschreiben“, sagt Zielinski. Die Kostenschätzung für Abriss und Neubau belief sich bislang auf rund 100 Millionen Euro. Aufgrund der gestiegenen Baupreise sei nicht absehbar, ob bis zur geplanten Fertigstellung im Laufe des Jahres 2026 diese Summe auch eingehalten werden kann.

Nach jahrzehntelangem Warten bekommen dann die Schwimmvereine auch ihr wettkampftaugliches 50-Meter-Becken. Und vielleicht kann das neue Rebstockbad durch Geothermie beheizt werden. Das Land Hessen finanziert dafür eine Bohrung in 800 Meter Tiefe. „Investitionen, die sich ökologisch und ökonomisch rechnen“, sagte Josef.

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