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Zusammenfinden im Ramadan

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Von: Timur Tinç

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Die Kommunale Ausländervertretung hatte zum gemeinsamen Fastenbrechen ins Grand Hotel Empire geladen.
Die Kommunale Ausländervertretung hatte zum gemeinsamen Fastenbrechen ins Grand Hotel Empire geladen. © Michael Schick

Die Kommunale Ausländerinnen- und Ausländervertretung begeht mit 100 Gästen aus den unterschiedlichsten Communitys das Iftar im muslimischen Fastenmonat Ramadan.

Mit Tee- und Kaffeetassen in der Hand gab es für die übriggebliebenen Gäste dann noch den Blick auf die Frankfurter Skyline – wenn auch bei kühlen Temperaturen am Dienstagabend. Eigentlich sollte das Iftar, das muslimische Fastenbrechen im Monat Ramadan der Kommunalen Ausländerinnern- und Ausländervertretung auf der Dachterrasse des Grand Hotel Empire am Hauptbahnhof stattfinden. „Leider hat uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht“, sagte Jumas Medoff, Vorsitzender der KAV. So hat man das Beisammensein in den achten Stock verlegt. Es mussten sogar einige Tische dazugestellt werden, um für rund 100 Gäste Platz zu schaffen.

Es war das erste Mal überhaupt, dass die KAV ein Iftar organisiert hat. Die Idee dazu hatte KAV-Mitglied Bilal Can von der Türkisch-Marokkanischen Internationalen Liste. Der Fastenmonat Ramadan, bei dem Muslime von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang nichts essen, trinken und keinen sexuellen Verkehr haben dürfen, endet am 1. Mai. „Das besondere im Ramadan und beim Iftar ist, dass so viele verschiedene Menschen zusammenkommen“, sagte die Stadtverordnetenvorsteherin Hilime Arslaner-Gölbasi (Grüne). Die Vielfalt der Gesellschaft sei hier sehr gut abgebildet, sagte sie mit Blick in die Runde und auf die Menschen aus den unterschiedlichen Communitys in der Stadt.

Gastgeber Ashwani Tuwari hat zuvor noch nie ein Iftar organisiert, erzählt der Inder, der seit 44 Jahren in Deutschland lebt. Der Besitzer des Grand Hotel Empire und einer der stellvertretenden Vorsitzenden der KAV hatte sich bei der Suche nach einem geeigneten zentralen Ort angeboten. Seine Mitarbeitenden verteilten zunächst Suppe, Salat und danach die Hauptspeise – Hähnchenbrust, Reis und Gemüse. Außerdem standen auf den Tischen kleine Schälchen mit Datteln und Oliven sowie die türkische Blätterteigspeise Baklava.

„Der Ramadan ist die Zeit der inneren Einkehr“, betonte Erdem Tunçer, der türkische Generalkonsul. Fasten sei auch ein Bestandteil anderer Religionen. Joachim Valentin, Vorsitzender des Rats der Religionen hob hervor, dass in diesem Jahr der Ramadan, Ostern und das Pessachfest in die gleiche Zeit gefallen seien. „Das passiert nur alle 33 Jahre“, sagte Valentin. Die Fastenbrechen in der Stadt hätten sich als Orte des Austauschs und der Begegnung etabliert.

Die Moscheegemeinden haben aufgrund der Corona-Situation trotzdem auf die großen gemeinsamen Iftars verzichtet. Die Abu-Bakr-Moschee verteilte wie in den vergangenen Jahren rund 150 Iftar-to-go-Pakete an Bedürftige, unabhängig von ihrer Religion – auch an Geflüchtete aus der Ukraine. „Das Konzept von Iftar und Gemeinnützigkeit ist, dass jeder der in Not ist auch etwas zu Essen bekommt“, sagte Mohammed Seddadi, Vorsitzender der Abu-Bakr-Moschee.

Bürgermeisterin Nargess Eskandari-Grünberg (Grüne) ließ über ihren Büroleiter Bernhard Maier ausrichten, dass sie das wohltätige Engagement der Moscheegemeinden sehr schätze, obwohl sie durch Corona sehr schwierige Zeiten hinter sich hätten. Eskandari-Grünberg hatte am vergangenen Donnerstag ein Fastenbrechen in den Mainarcaden organisiert.

„Dafür, dass wir nur eine Woche Zeit hatten, ist es uns – glaube ich – ganz gut gelungen“, befand KAV-Mitglied Hüseyin Kurt. Für das nächste Jahr werde man sich mehr Zeit nehmen, um alles noch besser zu organisieren. Vielleicht spielt ja auch dann das Wetter mit und das Fasten kann dann draußen mit Blick auf die Skyline gebrochen werden.

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