Wohnen in Frankfurt

Zusammen leben mit und ohne Handicap

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Im Frankfurter Stadtteil Bornheim entsteht eine inklusive Wohngemeinschaft für junge Leute mit und ohne Behinderung. Nach Angaben der Lebenshilfe ist es die erste dieser Form in Frankfurt.

Sieben junge Menschen mit und ohne Behinderung sollen von Anfang 2021 an in Bornheim in einer inklusiven Wohngemeinschaft zusammenleben können. Die 213 Quadratmeter große Wohnung, die im Erdgeschoss eines Neubaukomplexes Platz findet, den die Nassauische Heimstätte auf einem früher gewerblich genutzen Grundstück an der Freiligrathstraße errichtet, soll außer sieben Schlafzimmern große Gemeinschaftsflächen bieten. Die beiden Badezimmer und das seperate WC werden barrierefrei eingerichtet. In der Tiefgarage entstehen behindertengerechte Parkplätze, von denen die Bewohner oder Besucher barrierefrei in die Wohnung gelangen. Zu dieser gehören ein Balkon und eine Gartenfläche im Hof des Ensembles.

Die inklusive Wohngemeinschaft sei seines Wissens die erste solcher Art in Frankfurt, sagte Volker Liedtke-Bösl, Vorstand der Lebenshilfe Frankfurt, bei der Vorstellung des Projekts. Das Vorhaben stoße in eine Lücke. Menschen mit kognitiven Einschränkungen, die der Verein in erster Linie unterstützt, hätten wie alle anderen ganz unterschiedliche Wohnbedürfnisse. Für sie und andere Menschen mit Behinderung sei es aber besonders schwierig, angemessenen Wohnraum im Ballungsraum zu finden. Er hoffe daher sehr, dass das Beispiel Schule mache.

Schon jetzt gebe es Interessenten für die WG in Bornheim, die die Lebenshilfe anmietet, sagte Liedtke-Bösl. Bei den Menschen ohne Behinderung, die einziehen, könne es sich zum Beispiel um Studierende im Bereich Pädagogik handeln. Die möglichen Bewohner sollen sich schon früh kennenlernen. Am wichtigsten sei schließlich, dass diese harmonieren, hieß es.

Angeregt hatte das gemeinsame Projekt Monika Repp, eine Beschäftigte der Nassauischen Heimstätte, die sich als betroffene Mutter auch bei der Frankfurter Lebenshilfe engagiert. „Wir haben das besonders gern aufgegriffen“, sagte der Geschäftsführer des Wohnungsunternehmens, Constantin Westphal, am Mittwoch.

Ingesamt sollen 54 Wohnungen in dem fünfeinhalbgeschossigen Ensemble entstehen, dessen Bau den Plänen nach im Sommer 2019 beginnt. Sie werden für 14 Euro pro Quadratmeter vermietet. Die Lebenshilfe soll für die WG weniger als zehn Euro pro Quadratmeter zahlen. Die Nassauische Heimstätte investiert etwa 13,5 Millionen.

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