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Frankfurt

Zurück zum Präsenzstudium

  • George Grodensky
    VonGeorge Grodensky
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Positives Signal an die Studierenden: Goethe-Uni plant für den Winter Öffnung der Hochschule

Die Frankfurter Goethe-Universität plant für das Wintersemester 2021/2022 die weitgehende Rückkehr zur Präsenzlehre, vor Ort auf dem Campus, nicht im Internet. „Wir wollen den Studierenden ein positives Signal senden“, sagt Universitätspräsident Enrico Schleiff zum jüngsten Beschluss des Präsidiums. „Eine Botschaft des Optimismus.“

Blauäugig geht die Hochschule das Vorhaben nicht an. Die Planungen liegen bereits vor: In einem sogenannten Hybridsemester verlegt die Hochschule die Mehrzahl der Veranstaltungen ins Internet, bietet aber so viele Präsenzveranstaltungen wie noch möglich an. Die endgültige Entscheidung, wie weit die Öffnung im kommenden Herbst gehen wird, fällt die Hochschule im Juli – auch abhängig von den äußeren Parametern. Das gäbe zum einen den Studierenden noch ausreichend Zeit, sich um Wohngelegenheiten zu bemühen. „Wir beobachten, dass viele wieder zurück zu ihren Eltern gezogen sind, um Kosten zu sparen“, sagt Schleiff. Zum anderen möchte die Hochschule die Planung nicht übereilen.

Immerhin gelte es zu beobachten, wie weit die Impfkampagne fortschreite und das Infektionsrisiko wirklich senke. Die Chancen stünden gut, dass bis Oktober mehr als zwei Drittel der Bevölkerung geimpft seien, schätzt Schleiff. Allerdings müsse die Hochschule stets die Entwicklung bei den Virus-Mutanten beachten. Ob da nicht etwas entsteht, das die Wirksamkeit der Impfstoffe ausbremse.

Immer wieder fordern Studierende die Rückkehr zur Präsenzlehre und mehr Rücksicht auf ihre prekäre Situation. Die Botschaft stößt beim Präsidium der Goethe-Universität auf Resonanz. „Wir haben eine Situation, in der Studierende mindestens in drei Formen belastet sind“, sagt Schleiff. Da wäre die wirtschaftliche Lage, wegen Corona fallen viele Nebenjobs weg. „Wo kann man heute noch kellnern?“, fragt Schleiff. Zudem fallen wichtige Elemente eines klassischen Studiums unter den Tisch. „Das, was Studium eigentlich ausmacht“, sagt Schleiff. Ein Studium beschränke sich eben nicht rein auf den Erwerb von Wissen. „Netzwerkbildung unter Peers“, finde nicht mehr statt, die Debatte untereinander nur noch in Chats.

Auch den Campus lernen die Meisten nicht mehr kennen. „Wir haben die Sorge, dass das, was universitäre Kultur ausmacht, verloren geht“, warnt Schleiff. Sollte das Wintersemester ein weiteres im Lockdown sein, wäre es das vierte hintereinander. „Dann gibt es eine Masterkohorte, die die Uni nie betreten hat“, sagt Schleiff.

Zu beobachten sei auch, dass das Umstellen der Formate in die digitale Welt „nicht durchgängig sehr gut geklappt“ hat, wie Schleiff vorsichtig formuliert. Es gebe einen steten Lerneffekt auf beiden Seiten. „Aber wir werden immer besser.“ Gleichwohl seien die Studierenden in virtuellen Seminaren oder Vorlesungen einer größeren Belastung ausgesetzt, müssten mehr Zeit als früher investieren.

All das habe das Präsidium dazu bewogen, den Studierenden eine Perspektive aufzeigen zu wollen. Immerhin gebe es auch die positive Mitteilung, dass von der Goethe-Universität bislang noch keine Infektionskette ausgegangen sei. Obwohl die Hochschule nie ganz geschlossen gewesen war. „Wir haben mehr als 80 Prozent der Prüfungen in Präsenz durchgeführt, mit großen Klausuren.“ In der Medizin finden die Praktika statt, im Sport die praktischen Übungen. Die Bibliotheken haben größtenteils geöffnet, es gibt reduzierte Arbeitsplätze für Studierende. Exkursionen seien grundsätzlich wieder möglich, innerhalb Deutschlands, so die gesetzliche Lage vor Ort es zulässt und selbstverständlich ein Hygienekonzept vorhanden ist.

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