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Gutmütiger Familienvater: Hatari (links).

Zoo Frankfurt

Giraffenbulle Hatari stirbt unter dramatischen Umständen

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Der Giraffenbulle des Frankfurter Zoos stirbt unter dramatischen Umständen - weil er falsch liegt.

Hatari war kein Giraffenbulle wie du und ich. Hatari wurde, als er noch ein Heranwachsender war, der jüngste Giraffenpapa in ganz Europa. Schon als Zweijähriger zeugte er Nachwuchs mit seinen Zoogenossinnen Monique und Chira. Andere Ultralanghälse werden erst mit vier Jahren in der Hinsicht aktiv. Im weiteren Verlauf seines offenbar recht amourösen Lebens brachte er es auf stolze 24 Giraffenbabys, die allesamt seine Gene weitertragen. Allein im Jahr 2003 zeugte er sechs Junge.

Damit ist es unglücklicherweise vorbei. Am Sonntag starb Hatari trotz dramatischer Rettungsversuche an Kreislaufversagen, wie der Zoo mitteilt. Das imposante Tier, das im ganzen Tierpark den Kopf am höchsten von allen trug, jedenfalls von allen, die nicht fliegen können, wurde 20 Jahre alt.

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Die Tierpfleger fanden Hatari am Sonntagmorgen auf der Brust liegend im Giraffenhaus – eine Position, die die riesigen Tiere sonst nur für kurze Zeit einnehmen. „Tatsächlich legen sich Giraffen zur Ruhe ab, schlafen aber zumeist nicht viel länger als eine halbe Stunde am Stück“, erklärte Zoodirektor Miguel Casares am Montag. Zu langes Liegen bedeute ein Risiko für den Kreislauf und das enorme Herz, das den Kopf hoch oben mit Blut versorgt.

Der Frankfurter Giraffenbulle lag nun so ungünstig mit den Hinterbeinen, dass er nicht aus eigener Kraft aufstehen konnte, berichtete Zoo-Kommunikationschefin Christine Kurrle. Wie es dazu kommen konnte, war am Montag unklar. Hatari sei zu dem Zeitpunkt noch durchaus genug bei Kräften gewesen, um selbst aufzustehen. 20 Jahre sind für Giraffen im Zoo kein hohes Alter.

„Alle Versuche, ihn hochzubekommen, scheiterten“, berichtete der Zoo. „Selbst die herbeigerufene Feuerwehr konnte weder mit Lufthebekissen noch mit Teleskoplader und Pferdehebegeschirr etwas ausrichten.“ Am Ende versagte Hataris Herz, obwohl die Zoo-Tierärztinnen alles taten, um ihn zu retten.

„Dass unser Giraffenbulle so unerwartet gestorben ist, trifft uns und vor allem das Team der Pflegerinnen und Pfleger, die täglich mit ihm gearbeitet haben“, betonte Casares. Die Betrübnis ist groß, da nichts auf Gesundheitsprobleme hinwies.

Zoobesucher werden Hatari vermissen, den gutmütigen Giraffenpapa, Ruhepol im Gehege, während seine Kinder durch die Gegend flitzten. 1999 kam er nach Frankfurt. Am Sonntag waren seine beiden Damen Shujaa und Monique bei ihm und verfolgten laut Christine Kurrle sehr ruhig, was geschah. Die zwei Weibchen könnten vorerst ohne männliches Tier in der Herde bleiben, sagte die Sprecherin.

Wie es weitergeht bei den Giraffen, ist offen. Die Anlage zählt zu jenen auf dem Gelände, die vordringlich saniert werden müssen. Der Zoo plant mittelfristig die Vergesellschaftung von Tierarten in gemeinsamen Anlagen, etwa einer Afrika-Savanne. Kurrle: „Vor diesem Hintergrund gibt es jetzt keinen ganz großen Druck, bereits über einen neuen Bullen zu entscheiden.“ Hataris Körper wurde zur Untersuchung ins Hessische Landeslabor nach Gießen gebracht.

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