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Der Zoll hat auch 28 Spürhunde. Cindy ist auf Bargeld und Zigaretten spezialisiert.

Flughafen Frankfurt

69 Behälter Kokain im Leib - Flughafen-Zoll zieht Bilanz

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Der Zoll am Frankfurter Flughafen präsentiert seine Bilanz für 2018 und weist auf Drogenproblematik hin.

Der Frankfurter Zoll hat im vergangenen Jahr am Flughafen mehr als sieben Tonnen Drogen beschlagnahmt. Der Rhein-Main-Flughafen sei „weiterhin ein Drehkreuz für den internationalen Drogenschmuggel“, sagt der Leiter des Hauptzollamts Frankfurt, Albrecht Vieth, bei der Präsentation der Zahlen für 2018 am Montag.

Da der Flughafen ein großes Drehkreuz ist, sind viele Drogen in Frankfurt nur auf der Durchreise in andere europäische Destinationen. Allerdings wird auch das Rhein-Main-Gebiet selbst zunehmend zum Zielort der Drogen, insbesondere beim Kokain. „Wir haben sehr viele Einzeltäter mit dem Endziel Frankfurt aufgegriffen“, so Vieth. Weit über 50 Prozent der geschnappten Drogenkuriere gaben den Ermittlungen zufolge an, der Adressat ihrer Schmuggelware sei in Frankfurt zu finden. „Für viele ist es lukrativ, als Drogenkurier tätig zu sein“, betonte Vieth.

Zoll in Frankfurt konzentriert sich auf „Hochsicherheitsflüge“

Das setzt voraus, dass die Zahl der Drogenkuriere, die nicht geschnappt werden, relativ hoch ist. Die Zöllner beschlagnahmten im vergangenen Jahr 139 Kilo Kokain, gegenüber 2017 eine Zunahme von 47 Prozent. Bei fast 70 Millionen Passagieren und über zwei Millionen Tonnen Fracht, könne es aber immer nur bei „vereinzelten Kontrollen“ bleiben, räumte Vieth ein. Der Zoll konzentriert sich dabei vor allem auf die sogenannten Hochsicherheitsflüge. Das sind Maschinen, die aus dem Nahen und Mittleren Osten und aus Lateinamerika in Frankfurt landen.

So griffen die Zöllner etwa einen Vater und seinen Sohn aus Guatemala auf, die aus Mexiko City kommend weiter nach Spanien wollten, und im Körper insgesamt 1,8 Kilo Kokain schmuggelten. Der 60-Jährige hatte nicht weniger als 1,5 Kilo Kokain in 69 Behältnissen im Körper, der Sohn 16 Behältnisse mit 300 Gramm. Insgesamt griff der Zoll im vergangenen Jahr 13 sogenannte Schlucker auf. Andere versuchten, Rauschgift in Pralinen oder Bällen zu schmuggeln. Wieder andere waren wohl noch findiger und wurden nicht erwischt. Anders lässt es sich nicht erklären, dass die Frankfurter Polizei bei der Präsentation der Kriminalstatistik 2018 unlängst darauf hingewiesen hatte, dass der aufgedeckte Handel mit Kokain gegenüber 2017 um 40,4 Prozent gestiegen sei.

Palisanderholz jetzt ebenfalls geschützt

Unter den sieben Tonnen Rauschgift entfiel der Hauptanteil mit knapp 4,8 Tonnen auf die Kaudroge Khat, dazu kamen 292 Kilo synthetische Drogen wie Amphetamin oder Ecstasy, 139 Kilo Kokain, 36 Kilo Heroin und 1735 Kilo sonstige Rauschgifte wie betäubungsmittelhaltige Arzneimittel und Grundstoffe zur Drogenherstellung. Der Aufgriff von Schluckern ist zwar spektakulär, aber 91 Prozent der Aufgriffe erfolgen im Postverkehr. Dies betrifft nicht nur den Drogenschmuggel sondern auch den Artenschutz, Medikamente, die dem Arzneimittelgesetz unterliegen und Plagiate.

Dabei muss sich der Zoll auch immer wieder auf Neuheiten einstellen. So wurde 2017 Palisanderholz neu in das Washingtoner Artenschutzabkommen aufgenommen. Die Zöllner stellten im vergangenen Jahr in Postpaketen nicht weniger als 48 Sendungen fest, die das geschützte Holz enthielten, in den überwiegenden Fällen Gitarren.

Einnahmen

Der Zoll ist die bedeutendste Einnahmeverwaltung des Bundes. Das Hauptzollamt Frankfurt nahm im vergangenen Jahr durch Verbrauchssteuern, Einfuhrumsatzsteuer, Zölle und sonstige Abgaben 6,56 Milliarden Euro ein und damit 8,3 Prozent mehr als 2017.

Die größten Posten sind dabei mit 4,97 Millionen Euro die Einfuhrumsatzsteuer, mit 757 Millionen Euro die Luftverkehrssteuer und mit 367 Millionen Euro die Stromsteuer.

Wirtschaftlich bedeutend ist auch die Bekämpfung von Marken- und Produktpiraterie. So stellte der Zoll 521 911 PLagiate mit einem Warenwert von 25,7 Millionen Euro sicher. 85 Prozent der Plagiate wurden dabei aus China eingeführt. Die Bandbreite der auch aus Hongkong, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Singapur und den USA eingeführten Plagiaten reichte von Uhren über Kleidung, Taschen, Sonnenbrillen, und Mobiltelefone bis zu Spielzeug und Computerzubehör. 

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