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ZIT in Frankfurt: Wieder Plattformen im Darknet gelöscht

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Von: Oliver Teutsch

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Mehr als eine Million Mitglieder haben kinderpornografisches Material getauscht. Drei Drahtzieher festgenommen.

Es ist der nächste große Erfolg einer hessischen Behörde mit Sitz in Frankfurt. Der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) gelang es in Zusammenarbeit mit dem Bundeskriminalamt (BKA) erneut, Internetforen mit kinderpornografischem Material lahm zu legen und drei Drahtzieher zu fassen.

Wie die ZIT am Freitag mitteilte, handelte es sich bei den Plattformen „BoyVids 6.0“, „Forbidden Love“ und „Child Porn Market“ mit insgesamt mehr als einer Million registrierten Nutzern um die aktuell größten Anbieter von Abbildungen sexualisierter Gewalt an Mädchen und Jungen im Darknet.

Die Foren werden größer

Demnach ist der Hauptadministrator der Plattformen ein 21-Jähriger aus Sachsen. Zudem sollen ein 44-Jähriger aus Niedersachsen und ein 45-Jähriger aus Schleswig-Holstein im November und Dezember in Deutschland festgenommen worden sein, weil sie in diesem Zusammenhang mit kinderpornografischem Material handelten. Ein weiterer Beschuldigter sei in Brasilien gefasst worden. An dem Schlag gegen die Missbrauchsdarstellungen seien auch die Partnerdienststellen in Brasilien, Australien und das amerikanische FBI beteiligt gewesen. Die Plattformen seien seit Anfang Dezember nicht mehr abrufbar.

Nachdem bereits 2017 und 2021 ähnliche Plattformen erfolgreich vom Netz genommen worden waren, seien nun gleich drei auf einen Schlag abgeschaltet worden.

Ein bisschen scheint die Arbeit der Ermittlungsbehörden aber auch ein Kampf gegen Windmühlen. Denn die Zahl der registrierten Mitglieder auf den Plattformen wird immer größer. Bereits 2017 hatten BKA und ZIT die Plattform „Elysium“ (111 000 registrierte User) und 2021 die Seite „Boystown“ (400 000 registrierte User) erfolgreich vom Netz nehmen und die Verantwortlichen festnehmen können. Auf der Plattform „BoyVids 6.0“ – einer Tausch-Seite für Abbildungen sexualisierter Gewalt an Kindern, in diesem Fall an Jungen – hatten sich seit dem vergangenen Jahr 410 000 registrierte Nutzer angemeldet. Die Seite „Forbidden Love“ fungierte im Darknet als Tausch-Plattform für Abbildungen sexualisierter Gewalt an Mädchen. Sie bestand seit Februar 2022 und hatte zum Zeitpunkt ihrer Abschaltung gar 846 000 registrierte Nutzer, die hier Zugriff auf Fotografien und Videos von Darstellungen sexueller Gewalt gegenüber weiblichen Kindern hatten.

Die hohe Zahl der registrierten Nutzer sei vor dem Hintergrund zu sehen, dass die drei Foren international ausgerichtet gewesen seien und Zugriffe aus aller Welt erfolgten, teilte die ZIT mit.

Maßgeblich gesteuert worden seien sie aber aus Deutschland. Der 21-jährige mutmaßliche Hauptadministrator soll sich schon früher an solchen Plattformen beteiligt haben und an dem Austausch von kinderpornografischen Material beteiligt gewesen sein. Die Frankfurter ZIT übernimmt solche Fälle in Zusammenarbeit mit dem BKA bundesweit, da bei Verbrechen im Internet zunächst kein Tatort zugeordnet werden kann.

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