Die zertrümmerten Scheiben der Bushaltestelle an der Alten Oper.
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Die zertrümmerten Scheiben der Bushaltestelle an der Alten Oper.

Polizei

Zeugen liefern Hinweise zu Randale auf Opernplatz Frankfurt

  • Oliver Teutsch
    vonOliver Teutsch
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Nach den Krawallen am Opernplatz in Frankfurt laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. Die Staatsanwaltschaft rechtfertigt die Freilassung der 39 Tatverdächtigen.

Für die Aufklärung der Krawalle auf dem Opernplatz hat die Polizei mehrere Hinweise von Augenzeugen erhalten. Es seien einige Hinweise eingegangen, darunter auch Handyvideos und Bilder, sagte ein Polizeisprecher am Dienstag auf Anfrage der FR. Die vom Fachkommissariat für Raubdelikte geführten Ermittlungen liefen auf Hochtouren.

Laut Staatsanwaltschaft ist dabei auch geplant, DNA-Spuren der Täter auf Wurfgeschossen zu sichern und auszuwerten. Dies sei notwendig, weil etwa für eine Anklage wegen gefährlicher Körperverletzung die Täterschaft zweifelsfrei geklärt werden müsse. Der Kriminologe und Juraprofessor Thomas Feltes hält diesen Aufwand für unverhältnismäßig. Dies sei ohnehin nur „Säbelrasseln“, da DNA-Material auf einer Flasche keinen zweifelsfreien Rückschluss darauf zulasse, ob derjenige die Flasche auch tatsächlich geworfen oder nur daraus getrunken habe. Vor Gericht sei eine solche Beweisführung nicht haltbar, urteilte Feltes.

Unterdessen hat sich die Staatsanwaltschaft gegen die in einigen Medien geäußerte Kritik daran, dass alle 39 festgenommenen Personen vom Sonntag bereits wieder auf freiem Fuß seien, verwahrt. „Die Voraussetzungen für eine Untersuchungshaft waren in keinem Fall gegeben“, sagte eine Sprecherin. Gründe für eine Untersuchungshaft könnten entweder ein dringender Tatverdacht oder Fluchtgefahr sein. Da aber alle 38 Männer und die eine Frau über einen festen Wohnsitz verfügten, sei eine Fluchtgefahr unwahrscheinlich. Ein hinreichend dringender Tatverdacht liege im derzeitigen Ermittlungsstadium ebenfalls noch gegen keine der festgenommenen Personen vor. Ein weiterer Grund für eine Untersuchungshaft könne Wiederholungsgefahr sein. Dies sei bei den im Raume stehenden Delikten aber unverhältnismäßig, erläuterte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft.

Ermittelt wird wegen Landfriedensbruch und gefährlicher Körperverletzung. Möglich wäre auch eine Anklage wegen Angriff auf einen Vollstreckungsbeamten. Der Vorwurf wiegt seit der Neufassung in Paragraf 114 des Strafgesetzbuchs schwer und kann mit einer Freiheitsstrafe zwischen drei Monaten und fünf Jahren geahndet werden. Ein Polizeisprecher betonte, die Freilassung der 39 Personen sei noch kein Freispruch oder eine Einstellung der Verfahren.

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