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Wer braucht schon ein neues Schild? Ein Zettel und etwa Tesa helfen weiter.
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Wer braucht schon ein neues Schild? Ein Zettel und etwa Tesa helfen weiter.

RÖMERBRIEFE

Zettelwirtschaft

  • Sandra Busch
    VonSandra Busch
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  • Georg Leppert
    Georg Leppert
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Ein Provisorium am Gebäude des Dezernats für Mobilität und Gesundheit macht Schule. Die FR-Glosse aus dem Frankfurter Rathaus.

Leppert: Darf ich mal einen Blick in deine Tasche werfen?

Busch: Äh … nein. Wie kommst du darauf?

Leppert: Hast du nicht den Zettel an meiner Tür gelesen? Römer-Team-Sicherheitschef. Das steht drauf. Und als Sicherheitschef darf ich ja wohl …

Busch: Kleb’ deinen Zettel beim Stefan Majer an die Tür. Da arbeitet man mit so Aushängen.

Uns ist da etwas aufgefallen, liebe Freundinnen und Freunde der Kommunalpolitik. In der Braubachstraße 33a. Da haben Stadtrat Stefan Majer (Grüne) und seine Leute ihre Büros. Und wie es sich gehört, hängt an dem Gebäude ein Schild, welche städtische Einrichtung in dem Haus zu finden ist. Ursprünglich stand dort als Zuständigkeit für das Dezernat: „Personal und Gesundheit“. Nun begab es sich aber, dass Majer im vergangenen Sommer das Personaldezernat an seinen Parteifreund Bastian Bergerhoff abgab. Dafür bekam er das Mobilitätsdezernat. Und was hat die Stadt mit dem Schild gemacht? Hat das Wort „Mobilität“ auf einen Zettel geschrieben und das Papier dann über das Wort „Personal“ geklebt.

Das Ganze sieht – nun ja – etwas provisorisch aus. Aber eigentlich finden wir diese Herangehensweise gut. Und vor allem nachhaltig. Denn Majer ist ja nur noch rund zwei Jahre im Amt. Dann gibt er das Mobilitätsdezernat an Wolfgang Siefert (Grüne). Nicht aber das Ressort Gesundheit. Ergo bräuchte es in der Brauchbachstraße 33a schon wieder ein neues Schild. Dabei hatte die Koalition doch versprochen, dass die Magistratserweiterung keine zusätzlichen Kosten verursacht. Insofern sind die Zettel nur konsequent.

Rosa Zettel für die Frauen

Überhaupt sollte der Magistrat viel mehr Zettelwirtschaft betreiben. Hier kommen unsere Vorschläge.

Diese ständiger Verwirrung, wer eigentlich Kirchendezernent oder -dezernentin ist, hätte ein Ende. Bastian Bergerhoff ist als Kämmerer zuständig, aber nur für die Dotationskirchen. Ansonsten sieht sich Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) in der Pflicht, manchmal aber auch Diversitätsdezernentin Nargess Eskandari-Grünberg (Grüne). Schluss damit: Wer gerade Kirchendezernent:in ist, hängt sich den Zettel an die Tür.

Auch für die Grünen wird nach der nächsten Kommunalwahl vieles einfacher. Sie schreiben auf Zettel, welche Dezernate sie bekommen. Geht der Posten an eine Frau, wird das Papier beim Parteitag mit einem rosa Buntstift schraffiert. Kriegt ein Mann den Job, erhält der Zettel mit dem Dezernatsnamen eine blaue Hintergrundfarbe. Am Ende des Abends müssen mindestens so viele rosa Zettel wie blaue Zettel an der Tafel neben dem Redepult hängen. Besser mehr. Leider wird dann die Hälfte der Mitglieder auf Betreiben der früheren Frauendezernentin Sarah Sorge den Saal verlassen haben, weil die Farbgebung natürlich total sexistische Kackscheiße ist.

Apropos Sorge: Feldmann wollte ihr vor vielen, vielen Jahren ja mal Zuständigkeiten entziehen, oder aber doch nicht, wurde aber schlecht kommuniziert, gab Missverständnisse, falsche Berichterstattung … Zettel machen auch da das Leben einfacher. Wenn Feldmann jemandem was wegnehmen will, fährt er hin, reißt den Zettel von der Tür und hängt ihn an seiner Bürotür auf.

Sandra Busch und Georg Leppert gehören zum Römer-Team der FR, das aus dem Frankfurter Rathaus berichtet. Frühere Römerbriefe gibt es unter www.fr.de/roemerbriefe

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