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Mit viel Liebe zum Detail und zu den Menschen: die Nesteldecke von Maria Blodau.

Corona Homestory

Zeit für helfende Hände

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Hier sind weitere Tipps von FR-Leserinnen für die Phase des Daheimbleibens: Warum nicht eine Nesteldecke nähen für Menschen, die größere Probleme haben als das Coronavirus?

Was macht eigentlich Marion Roth? Na, sie beteiligt sich an unseren Geschichten von zu Hause und berichtet wie viele andere Leserinnen und Leser, womit sie sich in Zeiten der eingeschränkten persönlichen Kontakte beschäftigt. „Ich bin seit März Rentnerin, arbeite aber nebenher noch freiberuflich als Sozialpädagogin in Familien, natürlich jetzt erst einmal – als Angehörige der Risikogruppe – per Telefon oder Telefonkonferenz“, schreibt sie.

Zum Glück können ihr Mann und sie einen Blumen- und Gemüsebereich im Garten der Hausgemeinschaft bewirtschaften. „Das sind sehr gute Voraussetzungen.“ Dort und auf dem Balkon ziehen die beiden jetzt Blumen, Kräuter und Gemüse selbst heran, statt fertige Pflänzchen zu kaufen. Ihren Gartenteil wollen sie von Grund auf umgestalten und auch die Sitzecke verschönern. Außerdem ist nun so viel Zeit wie noch nie, um Schränke und Kommoden „auszumisten“, und: „Ich habe sogar schon überlegt, wieder mit dem Sockenstricken anzufangen.“ Da wäre sie nicht die einzige in dieser Serie.

Morgens wird die Frankfurter Rundschau besonders gründlich gelesen und das eine oder andere Detail per Internetrecherche vertieft – beides natürlich sehr lobenswert. Und ansonsten: „Nudelmaschine herausholen und all die leckeren italienischen Pastagerichte selbst machen.“ Kartoffelklöße, neue Kuchenrezepte, Pfannkuchen in unendlichen Variationen, eigene Kräuteröle und -essige … und das ist längst nicht alles. „Sie sehen also, mir wird die Zeit nicht lang, denn ich fülle sie mit allem, was ich schon immer mal ausgiebiger machen wollte“, schildert Marion Roth. Wir sagen vielen Dank für die blühenden Beispiele.

Hier kommt Maria Blodau. Erst mal hat sie im ganzen Haus die Fenster geputzt, wie es so manch andere Leserinnen und Leser auch schon gemacht haben (sogar in gewissen Journalistenhaushalten soll es dazu gekommen sein). Und sonst? „Neben kochen, backen, frühjahrsputzen tobe ich mich an meiner Nähmaschine aus.“, schreibt sie. Atemschutzmasken, die gerade sehr hoch im Kurs stehen? Nein: „Und zwar nähe ich für ein Göttinger Demenzaltenheim eine Nesteldecke. Vermutlich wird es nicht bei einer bleiben.“ Wir finden das ganz großartig. So eine Nesteldecke hilft demenzkranken Menschen, weil sie das Bedürfnis haben, Dinge in die Hand zu nehmen, über Flächen zu streichen, Sachen zu begreifen. Es ist gut, wenn sie darauf auch Details erkennen, die an ihr eigenes Leben erinnern.

Und noch eine Leserin: „Die Zeit in Quarantäne ist für mich eine gute Gelegenheit, all das nachzuholen, was schon lange in Bücherregalen, Schubladen oder Holzkisten mit der Bemerkung ,mache ich später‘ schlummert“, schreibt Marina Hellmig aus Griesheim an die „lieben FR-Ratschlägesammler“. Ungelesene Bücher, ungehörte Hörbücher, jetzt sind sie endlich dran, genau wie Tonträger mit Musik, die Erinnerungen weckt. „Vor allem DVDs mit Loriot-Geschichten, denn Lachen unterstützt das Immunsystem.“ Weil das Therapie- und Trainingszentrum geschlossen hat, das Marina Hellmig sonst besucht, bewegt sie sich zurzeit mit eigenem Programm. „Ich bin für viele Monate gut ausgelastet“ stellt sie fest.

Und uns Ratschlägesammlern fällt auf: Die Damen liegen bei den Tipps für das Leben zu Hause meilenweit in Führung. Mal sehen, ob sie den Vorsprung weiter ausbauen oder die Herren demnächst aufholen. Welche sind Ihre Ratschläge für die Zeit des Daheimbleibens? Schreiben Sie es uns: an online@fr.de. Herzlichen Dank an alle.

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