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Prominentes Aushängeschild: Fabian Hambüchen, der olympisches Gold im Turnen geholt hat, springt auf einem Trampolin vor der Alten Oper, um auf die Europäische Woche des Sports aufmerksam zu machen.

Bewegung

Zeit, aktiv zu werden

  • vonKatja Sturm
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Die „Europäische Woche des Sports“ mit Programm findet vom vom 23. bis zum 30. September statt. Vieles wird online angeboten.

Fabian Hambüchen kann’s nicht lassen. Drei Jahre nachdem der Reck-Olympiasieger aus Wetzlar seine Karriere auf der Kunstturnbühne beendete, hat er ein neues sportliches Ziel gefunden: Der heute 32-Jährige strebt eine Teilnahme an der Crossfit-Bundesliga an, einem Wettbewerb der starken, aber auch ausdauernden Männer, bei dem er schon allein aufgrund seiner Größe von nur 1,63 Metern nicht unbedingt Vorteile hat. Fünf- bis sechsmal in der Woche übt der Hesse dafür.

Kein Wunder also, dass der Deutsche Turner-Bund (DTB) sein Zugpferd als Botschafter einbindet, wenn es darum geht, die Bürgerinnen und Bürger zu mehr Bewegung zu animieren. Der zweitgrößte deutsche Sportfachverband verfolgt dieses Ziel immer, aber vom 23. bis 30. September ganz besonders. Denn dann koordiniert er hauptverantwortlich unter dem Motto „It’s time to #BeActive“ die zentrale Veranstaltung der „Europäischen Woche des Sports“. Die Initiative, die es seit 2015 gibt, soll die Menschen an eine gesunde Lebensweise heranführen.

Ausrichter des jährlichen Flagship-Events, das von zahlreichen anderen Projekten flankiert wird, ist jeweils das Land, das gerade die EU-Ratspräsidentschaft innehat, diesmal also Deutschland. Dort entschied man sich für die Großstadt am Main, auch, wie Hessens Sportminister Peter Beuth (CDU) bei einem Pressetermin am Freitag in der Alten Oper sagte, weil hier die großen Verbände wie der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB), der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und eben der DTB sitzen.

Großteil der Animationen im Internet 

Schon in den vergangenen Jahren wurde dafür geübt, wie man mit einer Sportmeile am Ufer möglichst viele Leute locken könnte. Doch wegen der Coronavirus-Pandemie hieße es umzudenken und andere Formate zu entwickeln. So findet der Großteil der Animationen jetzt im Internet statt, jeden Tag zwischen 18 und 20 Uhr per Livestream und am 26. September sogar eine ganze Nacht lang. Zudem bieten 50 Turn- und Sportvereine im Stadtgebiet 150 Schnupperkurse und Mitmachaktionen an. Neben Traditionellem stehen dabei auch neue Herausforderungen wie Urban Dance oder Pickleball auf dem Programm.

Aber auch größere Zusammentreffen soll es geben, im Brentanobad etwa einen Parcours mit verschiedenen Disziplinen und im Niddapark die Möglichkeit, das Sportabzeichen abzulegen. Eröffnet wird die Woche am 23. September in der Alten Oper. Dann will Thomas Bach, der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, ein Grußwort sprechen, und DOSB-Chef Alfons Hörmann soll gemeinsam mit Beuth und DTB-Präsident Alfons Hölzl vor etwa 100 Gästen über Sport und Bewegung diskutieren. Auf einer Digital-Konferenz werden außerdem die Methoden analysiert, die die verschiedene EU-Länder anwenden, um ihre Bevölkerung in Schwung zu bringen. „40 Prozent der Deutschen bewegen sich zu wenig“, sagt Michaela Röhrbein, die Generalsekretärin des DTB. Dabei würden vier bis fünf Stunden pro Woche leichter Ausdauersport die Gesundheit maßgeblich positiv beeinflussen – zum Beispiel auch Treppen laufen statt Fahrstuhl fahren.

Trotz der Probleme durch die Corona-Pandemie müsse man sich so eine Veranstaltung leisten, sagte Beuth. Das Land, das 600 Vereine in der Krise bereits mit 1,6 Millionen Euro „stabilisert“ habe und auch den Profisport unterstütze, hilft mit 170 000 Euro; die Stadt gibt laut Sportdezernent Markus Frank (CDU) etwa genauso viel dazu.

www.beactive-frankfurt.de

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