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Größter Rivale der Frankfurter: Der TK Schwarz-Gold Altenburg.

Zeilsheim

Bei Schwarz-Silber lernt jeder tanzen

Nach Jahrzehnten hat der Verein wieder eine Lateinformation. Freude herrscht über ein erfolgreiches Turnier in der Oberliga.

Das dunkle Make-up schimmert leicht, die Augen wurden mit Mascara und Kajal dick umrandet, dünner schwarzer Stoff umschmeichelt die Beine und unter den Trainingsjacken glitzern ein paar Strasssteine hervor: Die Herren der Lateinformation des Frankfurter Tanzvereins Schwarz-Silber haben sich für ihren Auftritt gestylt. Vor der Stadthalle in Zeilsheim warten die vier Tänzer jetzt angespannt darauf, dass das Turnier endlich beginnt. Es geht um viel: „Dieses Jahr streiten wir uns um den ersten Platz,“ berichtet Christian Blonczewski. Nur wenn sie gewinnen, können sie die Chance auf den Saisonsieg in der Oberliga Süd aufrechterhalten.

Frankfurts größter Tanzsportverein, der Schwarz-Silber Club zur Pflege des Tanzsports, zählt etwa 600 Mitglieder. „Wir haben Paare in allen Leistungsklassen und allen Disziplinen,“ sagt der Vorsitzende Dieter Lachner. „Zu Mass‘“ habe der Verein schon Landesmeister gestellt, auch Deutsche Meister im Paartanz habe er hervorgebracht, sagt er. Doch zwei Jahrzehnte lang war der Verein ohne Formationsgruppe. Erst seit der vergangenen Saison tritt Schwarz-Silber wieder mit eigener Lateinformation zu Wettkämpfen an. Für das Wochenende hatte der Verein zum ersten Mal seit Jahren zum Formationsturnier in die Stadthalle Zeilsheim eingeladen.

Das Los entscheidet, welches Team zuerst antreten darf und so eröffnet ausgerechnet der größte Konkurrent der Frankfurter unter Jubel das Turnier: das A-Team aus Altenburg, das sich ebenfalls noch Hoffnungen auf Platz 1 der Liga machen kann. Die Kostüme der Altenburger Herren sind schwarz mit großzügig Strass auf den Schultern. Die schwarzen Kleider der Damen geben den Rücken frei und sind so kurz, dass bei schnellen Schritten das ein oder andere Tattoo auf den Oberschenkeln zu erkennen ist. Ausdrucksstark und sicher führt die Truppe ihre Choreographie aus. Das Publikum klatsch rhythmisch mit.

Eine Formation besteht aus mindestens sechs und höchstens acht Tanzpaaren. Während „Equality Dance“-Paare, also gleichgeschlechtliche Tanzpaare, in den Tanzkursen des Schwarz-Silber willkommen sind, ist es allgemein im Formationstanz nicht erlaubt, dass Männer mit Männern oder Frauen mit Frauen tanzen, erklärt Matthias Hallama. Der Mannschaftskapitän der Frankfurter Formation ist vor acht Jahren mit einer guten Freundin zum Tanzkurs mitgegangen und seitdem nicht mehr davon losgekommen. An seinem Verein gefällt ihm besonders, dass hier jeder tanzen lernen kann. „Ich kann es allen nur empfehlen!“

Die Formation des Schwarz-Silber besteht aktuell aus 23 Tänzerinnen und Tänzern. Mindestens zweimal in der Woche trainiert die Gruppe. Christina Hofmann aus der Formation tanzt noch deutlich häufiger. Im Schwarz-Silber gibt es fast jeden Tag Trainingsmöglichkeiten. „Das Tanzen macht neben dem Studium und der Arbeit fast ein Drittel meines Lebens aus,“ verrät sie

in der Pause. Das merkt man. Im Gegensatz zu ihren männlichen Kollegen muss sie sich keine Sorgen um verlaufenes Make-up machen. Im ersten Durchgang ist sie nicht mal richtig ins Schwitzen gekommen.

Gastgeber Frankfurt ist als letztes Team des Turniers an der Reihe. „Showgirls“ heißt die Choreographie, zu der die Herren die Damen in hohem Tempo über

die Tanzfläche wirbeln, so dass die Federsäume an den Röcken nur so fliegen. „Unser Team ist sehr tänzerisch und rhythmisch stark,“ freut sich Dieter Lachner nach dem Auftritt. Das sehen die Wertungsrichter genauso und geben der Gruppe den ersten Platz des Turniers.

Die Saison bleibt also spannend für Schwarz-Silber.

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