Im Sonnenlicht wirken die Zeilsheimer Tennisfelder malerisch. Bei Regen im Winter dotzt der Ball aber nicht gut. 
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Im Sonnenlicht wirken die Zeilsheimer Tennisfelder malerisch. Bei Regen im Winter dotzt der Ball aber nicht gut.

Frankfurt-West

Frankfurt-West: Umzug mit Filzball

  • George Grodensky
    vonGeorge Grodensky
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Der Sindlinger Tennisclub löst sich auf, da ihm die Mitglieder fehlen. Die Zeilsheimer Sportler dagegen haben Zulauf und möchten eine neue Traglufthalle bauen.

So langsam drängt es. Spätestens im Herbst möchten die Sportler des Zeilsheimer Tennisclubs an der Hohen Kanzel in ihrer neuen Zwei-Felder-Traglufthalle trainieren. Bislang haben sie sich winters bei den Kollegen in Sindlingen eingemietet. Nur löst sich der Club dort auf.

Vor 40 Jahren gegründet hat der Sindlinger Verein heute nur noch 14 Mitglieder. Nur vier davon spielen noch. Dafür sei es zu viel Arbeit, hat der Vorstand kürzlich geklagt. In einer Generalversammlung haben die verbliebenen Mitglieder daraufhin die Auflösung beschlossen.

Auch die Zeilsheimer haben sich kürzlich versammelt. Mit ganz anderen Vorzeichen. Der Verein prosperiert. Vergangenes Jahr hat er 50-Jähriges gefeiert. Aus den 2006 gezählten 138 Mitgliedern sind inzwischen 233 geworden. Mitte Januar haben die einstimmig beschlossen, eine Traglufthalle für die Felder eins und zwei anzuschaffen. Dann könnten sie winters trockenen Fußes Tennis spielen. Sommers würden sie das Zelt zusammen falten und einlagern.

Der Bauantrag liegt bei der Verwaltung, die Angebote sind eingeholt. Nun wartet der Club gebannt auf die Politik. „Die Förderanträge sind gestellt“, sagt die Vorsitzende Gudrun Katzenbach. Mehr als 30 Prozent ihrer Vereinsmitglieder sind Kinder. Darum könnte die Stadt nach Förderregeln die Hälfte der Kosten übernehmen. Weitere 25 Prozent würde das Land zuschießen. Lediglich ein Viertel der Kosten blieben dann beim Club hängen.

Wobei die Halle als solche gar nicht die größte Investition ist. Um die 170 000 Euro würde die kosten, schätzt Katzenbach. Problematisch sind eher die anderen Arbeiten. Bislang heizen die Zeilsheimer ihr Clubheim mit Flüssiggas. Die alte Anlage ist in die Jahre gekommen, eine ganze Halle könnte sie kaum befeuern. Also müssen die Tennisspieler eine Erdgasleitung verlegen lassen. Auch benötigen die Tennisplätze eine neue Drainage. Dinge, „die wir ohnehin angehen müssten“, sagt Katzenbach.

Dem Sindlinger Bauwerk auf der Bezirkssportanlage am Kreisel trauert dennoch niemand im Verein richtig nach. Auch das ist betagt und nicht mehr gut zu heizen. Die Sindlinger verkaufen ihre Halle nun für einen Euro an die Stadt. Sport- und Badeamt und die Bauaufsichtsbehörde haben sie bereits inspiziert. Möglicherweise könnte sie von anderen Sindlinger Vereinen, etwa dem Fußballclub Viktoria, genutzt werden. Das Wintertraining, das Hattersheimer und Zeilsheimer gebucht haben, soll noch bis zum Saisonende im April weiterlaufen.

Der Versuch einer Fusion der Vereine war fehlgeschlagen. Nun fiebern die Zeilsheimer ihrer eigenen Halle entgegen. „Für ein geregelte Training braucht man mehrere Stunden Hallenzeit am Stück“, sagt Katzenbach. Wer sich aber bei anderen Clubs einmietet, „bekommt nur was übrig bleibt“.

Wenn die Förderbescheide durch sind, könnte es schnell gehen, hofft Katzenbach. Zwei Tage benötige die Firma nur, um die Halle aufzubauen. Das Wintertraining 2020/21 könnte dann bereits an der Hohen Kanzel laufen.

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