+
Sieben Jahre ist das Bäumchen alt. 

Zeilsheim

Schüler  in Zeilsheim pflanzen Baum

Jungen und Mädchen der Adolf-Reichwein-Schule werten mit dem Laubbaum ihren Pausenhof auf. Er ergänzt das im Oktober angelegte grüne Klassenzimmer.

Von Alexandra Flieth

Neugierig blicken die Mädchen und Jungen der Klasse 3c der Adolf-Reichwein-Schule in die Kuhle im hinteren Teil des Schulhofes. Dort soll künftig ein besonderer Baum wachsen. Im Ethik-Unterricht haben sich die Grundschüler mit dem Regenwald und seine Bedeutung für die Welt auseinandergesetzt. Bäume, das wissen die 19 Drittklässler nun, sind wichtig für Mensch und Tier, sorgen für bessere klimatische Bedingungen und müssen geschützt werden.

Mit dem neuen Baum auf dem Schulhof, tragen die Kinder zu einer ökologischen Aufwertung der Flächen bei und übernehmen zudem Verantwortung. „Sie haben sich verpflichtet, bis zum Ende ihrer Grundschulzeit den Baum zu pflegen und zu gießen“, erklärt Lehrerin Lorena Deliot. Auch die Entscheidung, welcher Baum gepflanzt wird, haben die Mädchen und Jungen gemeinsam getroffen.

Die Wahl fiel auf die Flügelnuss. Der Laubbaum entwickele ein Blattwerk, das dem Charakter der Bäume im Urwald am nächsten komme, begründet Lorena Deliot die Entscheidung der Kinder. Der ganze Prozess der Baumpflanzung wird zudem pädagogisch begleitet von Mitarbeitern des Vereins „Umweltlernen in Frankfurt“, der sich für Umweltbildung stark macht. Insgesamt drei Baum-Vorschläge habe das Grünflächenamt gemacht, aus denen die Kinder wählen durften, erzählt Bernd Abraham, Projektleiter beim Verein.

Antonia Kiechle, ebenfalls vom Verein, spricht mit den Kindern darüber, dass der Baum auf dem Schulhof noch viel jünger sei, als das Exemplar, das die Kinder auf dem Foto gesehen haben. „Der ist schon 55 Jahre alt. Die Flügelnuss, die wir hier pflanzen erst sieben Jahre“, erklärt sie den Grundschülern. „Dann ist der ja nur ein Jahr jünger als ich“, stellt Yasmina (8) fest.

Geld kommt vom Stadtschulamt

Transportiert wurde das Gewächs mit einem speziellen Fahrzeug. Auf dem ist auch ein Baggerarm installiert, der von einem Mitarbeiter des Grünflächenamts in Bewegung gesetzt wird. Die Schaufeln greifen vorsichtig nach den Wurzel des Laubbaumes, der daraufhin ganz vorsichtig in die Kuhle gesetzt wird. Mit dem Erdaushub an der Seite wird die Kuhle später noch befüllt.

Die nächsten drei Jahren seien entscheidend dafür, dass der Baum gut wachse, sagt Abraham. Finanziert wird das Projekt an der Grundschule aus dem Budget des Stadtschulamtes. Den genauen Betrag kann Abraham nicht sagen. „Da warten wir noch auf die Rechnungen“, sagt er. „Der Baum hat 350 Euro gekostet.“ Hinzu kämen weitere Posten wie Lieferung und die Pflanzung. Wichtig sei bei diesem Projekt vor allem, dass die Kinder die Erfahrung machten, dass sie selbst etwas bewegen und einen Beitrag zum Umweltschutz leisten können.

Umweltschutz und Nachhaltigkeit sind Themen, an die die Schüler der Zeilsheimer Grundschule herangeführt werden. Zum Beispiel mit einer Klimaschutzwoche, die, wie es Konrektorin Stefanie Stromberger erzählt, rund um den Klima-Tag Ende November organisiert werden soll. Für die Drittklässler ist die Baumpflanzung schon jetzt ein spannender Moment. Seit Ende Oktober gibt es dort auch ein „grünes Klassenzimmer“, ebenfalls mit dem Verein und Eltern angelegt.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare