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Christian Talschow (links) im Gespräch mit Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld, vor dem möglichen neuen Jugendclub Alt-Zeilsheim 33.

Zeilsheim

Mehr Platz für die Jugend

  • George Grodensky
    vonGeorge Grodensky
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Der Jugendtreff könnte Endes des Jahres aus der Alten Post ausziehen – in das ehemalige Cafe Petra, Alt-Zeilsheim 33. Die Räume dort müssen noch umgebaut werden.

Christian Telschow ist Visionär. Der Arbeitsgruppenleiter des Evangelischen Vereins für Jugendsozialarbeit kann sich genau vorstellen, wie der Jugendtreff Alt-Zeilsheim 33 aussehen wird. Am Dienstag führt er Gäste durch die Räume, die Presse, Regionalratsleiter Alfons Gerling und Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld (CDU). „Das müssen Sie sich ohne Wand vorstellen“, sagt er hier, „da sind die Fliesen noch in Ordnung“, findet er da.

295 Quadratmeter bietet der neue Treff. Die Räume im Vorderhaus kombiniert mit der Werkstatt im Hinterhaus. Im Vergleich mit dem bisherigen Club im Keller der Alten Post am Frankenthaler Weg ist das ein Quantensprung. Alleine schon wegen der großen Fensterfronten zur Straße. Zuletzt hat dort ein Versicherungsbüro gewirkt. Früher aber war dort das Café Petra, erzählt Alfons Gerling, das Zeilsheimer Urgestein. Die Werkstatt im Hinterhaus war Ballsaal. Bata Illic ist dort aufgetreten.

Vielleicht wird es dort demnächst wieder Tanz geben. Ein paar Kleinigkeiten sind noch zu erledigen. Die Werkstatt muss noch geräumt werden. Der Hauseigentümer müsse renovieren. Sei aber voller Begeisterung, versichert Telschow. Auch die Nachbarn muss die Stadt noch einweihen. Ein paar hätten bereits vorsichtig bei ihm nachgefragt, sagt Quartiersmanager Martin Müller. Mancher sei nicht begeistert, demnächst neben einer Jugendeinrichtung zu wohnen in deren Einzugsgebiet rund 2000 Kinder und Jugendliche leben.

Schon 17 Jahre im Provisorium

Auch Gerling könnte sich einen besseren Standort für ein Jugendhaus vorstellen. „Es fehlt ein Außengelände.“ Das findet Kinderbeauftragte Susanne Langohr allerdings nicht. Der Jugendclub habe über die Jahre viele Kooperationen etabliert. Die führen die Besucher zu Sportplätzen oder anderen Einrichtungen. Die Kooperationen sollen bleiben, das mache die Kinder und Jugendlichen „offensichtlicher im Stadtteil“.

Der Träger, der Verein für Jugendsozialarbeit, ist zumindest heilfroh, dass die Stadt nach all den Jahren doch noch eine geeignete Unterkunft für die Jugendlichen gefunden hat. 17 Jahre residieren die schon im Provisorium in der Alten Post. Nun kann der Club seine Angebote ausbauen.

Zum Beispiel könnten die 12 bis 14 und 15 bis 18-Jährigen auch mal parallel da sein und nicht wie früher nur zu unterschiedlichen Zeiten. Die Beratung soll wichtiger werden. Schließlich behindere Corona den Zugang zu Schulbildung ebenso wie zum Arbeitsmarkt. Bis Ende des Jahres sollen die Räume bezugsfertig sein, schätzt Visionär Telschow.

Daniela Birkenfeld ist da eher Realistin. „Das wird sportlich“, sagt sie bei der Begehung angesichts der vollgestopften Werkstatt. Auch ihre Begründung, warum die Stadt bereit ist, für die größere Liegenschaft auch mehr Miete aufzuwenden wie bislang, klingt recht pragmatisch. Es sei vielleicht die letzte Gelegenheit, Räume für soziale Zwecke anzumieten. Niemand könne sagen, was Corona noch an Einschränkungen bringen werde.

Unterschriebe ist der Mietvertrag indes noch nicht.

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