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Einkaufsmöglichkeiten sinken, Gastronomiebetriebe steigen an: Die Frankfurter Zeil.

Einkaufsstraße Zeil

Maue Geschäfte auf der Frankfurter Zeil

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Selbst an der Frankfurter Zeil hat der Einzelhandel zunehmend Probleme. Die Mieten sind hoch, die Kosten steigen, der Online-Handel nimmt ihm aber immer mehr Umsatz ab.

Frankfurt wächst. Mehr als 750 000 Menschen leben inzwischen in der Stadt. Die Zahl der Beschäftigten, die in Frankfurt arbeiten, hat einen neuen Rekordwert erreicht. Der Tourismus boomt. Der Einzelhandel in der Frankfurter City, rund um Zeil und Hauptwache, aber hat mit großen Problemen zu kämpfen.

Noch immer dominieren Bekleidungsketten die Innenstadt, belegen riesige Flächen an der Zeil. Gerade Hosen, Hemden, Schuhe aber werden immer mehr im Internet gekauft. Der Onlinehandel wächst von Jahr zu Jahr, nimmt dem stationären Handel riesige Umsätze ab.

Nach wie vor kommen sehr viele Menschen in die Frankfurter Innenstadt. Sie kaufen dort aber nicht mehr unbedingt ein. Viele gehen auch nur etwas essen, flanieren, besuchen ein Fest, schauen sich einen Film an – und gehen später ohne Einkaufstüte nach Hause.

An der Zeil in Frankfurt haben auch Filialisten Probleme, die Mieten zu zahlen

Die Folge: Auch die Filialisten an der Zeil haben, wie zum Beispiel Makler beobachten, zunehmend Probleme, die sehr hohen Mieten in den Frankfurter A-Lagen zu bezahlen. Die liegen nach Zahlen des Maklerhauses JLL immer noch bei bis zu 310 Euro pro Quadratmeter. Nur die Kaufinger Straße und der Marienplatz in München und die Tauentzienstraße in Berlin sind noch teurer. Und auch die Mieten in der Goethestraße und der Freßgass sind mit Spitzenwerten von deutlich über 200 Euro pro Quadratmeter nicht eben Schnäppchen.

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Offener Leerstand ist in der Frankfurter Innenstadt noch kein großes Thema. Aber noch immer ist unklar, wie das nur noch bis Ende August vom Designoutlet Saks Off 5th genutzte etwa 5000 Quadratmeter große Kaufhaus direkt an der Hauptwache künftig genutzt wird. Der neue Warenhauskonzern, der per Fusion von Karstadt und Kaufhof entstand, hält sich noch bedeckt. Aus den Plänen, den Kaufhof um Flächen im angrenzenden Neubau Upper Zeil zu erweitern, ist bisher nichts geworden.

Zeil in Frankfurt: Gastronomieketten dringen in die Innenstadt

Noch sind diese ungenutzt. Händler überlegen nach Beobachtung von Maklern zudem deutlich gründlicher als früher, ob sie neue Flächen anmieten und drängen dann auf Mietverträge mit kürzeren Laufzeiten. Die schlechter frequentierten oberen Stockwerke der Geschäftshäuser an der Zeil werden zunehmend in Büros umgewandelt.

Während die Textilfilialisten eher Flächen aufgeben oder neue kleinere Einheiten suchen, drängen zunehmend Gastronomieketten in die Innenstadt. Inzwischen mietet die Gastronomiebranche nach Zahlen des Maklerhauses BNP Paribas Real Estate bundesweit bereits so viele neue Flächen an wie die Textilhändler. In Frankfurt besonders stark sichtbar ist dieser Trend im Einkaufszentrum My Zeil. Dort ist in den vergangenen Monaten eine neue Gastronomieetage mit Platz für 14 Lokale entstanden.

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