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Der Frankfurter Magistrat unterstützt die Ziehenschule: Oberbürgermeister Peter Feldmann, Stadträtin Sylvia Weber (v. l.) und Bürgermeister Uwe Becker (r.). Foto: Christoph Boeckheler
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Der Frankfurter Magistrat unterstützt die Ziehenschule: Oberbürgermeister Peter Feldmann, Stadträtin Sylvia Weber (v. l.) und Bürgermeister Uwe Becker (r.).

Brandanschlag auf Ziehenschule

Zeichen setzen gegen rechts

  • George Grodensky
    VonGeorge Grodensky
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Eschersheimer Ziehenschule arbeitet Brandanschlag und Nazischmierereien auf. Gutachten zu Schaden macht Hoffnung.

Zeichen wollen sie setzen. Gegen Rechtsextremismus, Antisemitismus, Homophobie, gegen alles, was an der Ziehenschule in Frankfurt-Eschersheim nichts zu suchen hat. Dafür sind sie am Dienstag in die Schule in der Josephskirchstraße gekommen. Vertreterinnen und Vertreter der Schüler- und Lehrerschaft, der Eltern, des Ortsbeirats, des Magistrats.

In der vorigen Woche waren Unbekannte in die Schule eingebrochen, hatten gezündelt und Hakenkreuze mit Kreide an Tafeln und Wände geschmiert. Der Schaden ist immens, die Gutachten beziffern ihn auf rund eine Million Euro. Die Feuerwehr hatte den Brand schnell gelöscht, der Rauch hat aber weite Teile des Mittelbaus beschädigt.

Der ideelle Schaden wiegt ebenso schwer. „Die Schülerinnen und Schüler sind entsetzt“, sagt Carsten Herold, als Fachbereichsleiter für die Aufarbeitung zuständig. „Es war ihnen wichtig, dass wir noch vor den Osterferien reagieren.“ Jede Klasse soll ein Statement erarbeiten. Danach soll es eine Botschaft an der Schule geben. Auf einem Banner oder einer bemalten Wand. Anfang Mai begeht die Schule ihre Europawoche.

Die Jüngeren seien verängstigt, die Älteren wütend, sagt Herold. Das kann Jakob Dembowski, Schülervertreter und Zwölftklässler, bestätigen. „Die Kinder mit Migrationshintergrund trifft es noch härter“, sagt er. „Ich hatte es erst gar nicht geglaubt“, sagt Anouk Niederberger aus der Elften, ebenfalls Schülervertreterin. Jetzt sei sie froh, dass sich so viele engagierten.

Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) etwa ist gekommen, selbst ehemaliger Ziehenschüler. Die Einrichtung sei „heute eine sehr engagierte, antifaschistisch und demokratisch orientierte Schule“, lobt das Stadtoberhaupt. Gleichwohl gelte es, klar Stellung zu beziehen. Das sagt auch Uwe Becker (CDU), ebenfalls ehemaliger Ziehenschüler, der in seiner Eigenschaft als Antisemitismusbeauftragter der Landesregierung dabei ist. Becker übernimmt die Schirmherrschaft der Europawoche.

Vom Tisch scheint indes die Befürchtung, die Stadt wolle Teile der Schülerschaft ins entfernte Fechenheim auslagern. Das Gerücht hatte Eltern und Schulleitung gleichermaßen geängstigt. Nun gibt es Hinweise, dass der Schaden an den 28 Klasenräumen womöglich nicht so verheerend ist wie zunächst gedacht. Das chemische Gutachten steht noch aus, aber vielleicht reicht eine Renovierung in den Osterferien aus, um den ersten und zweiten Stock wieder benutzbar zu machen.

Darüber hinaus bittet Schulleiterin Christiane Rogler die Stadt darum, kurzfristig Container auf den Schulhof zu stellen. „Ab Sommer benötigen wir die sowieso“, sagt Rogler. Da wächst die Schule um fünf Klassen, weil sie von G8 auf G9 umstellt. Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) hat versprochen, sich mit dem Amt für Bau und Immobilien auf schnelle Hilfe zu verständigen. Gute Nachrichten bringe sie hinsichtlich der Erweiterungspläne, sagt sie. Die Schule soll sechszügig werden. Die Planungsmittel hat der Magistrat freigegeben.

Der Ortsbeirat sorgt sich derweil, weil es weitere Brände in der Nachbarschaft gegeben hat. So hat es den Bücherschrank an der Eschersheimer Andreaskirche getroffen.

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