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Zeichen des Zusammenhalts bei Demo in Frankfurt

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Von: Sandra Busch

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Frankfurt: Demo Pulse of Europe gegen Krieg an der Hauptwache.
Frankfurt: Demo Pulse of Europe gegen Krieg an der Hauptwache. © ROLF OESER

4500 Menschen gehen in der Frankfurter Innenstadt für die Ukraine auf die Straße Aufruf der Initiative „Pulse of Europe“

Blau und Gelb – diese Farbe beherrschen die Demonstration am Sonntagmittag gegen den Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine in der Frankfurter Innenstadt. Menschen sind eingehüllt in die blau-gelbe ukrainische Flagge oder die blau-gelbe europäische. Blau-gelbe Fahnen wehen im Wind und wer eine gelbe Jacke im Schrank hat, hat sie an diesem Tag rausgeholt und einen blauen Schal umgeworfen. Oder andersherum.

4500 Menschen sind dem Aufruf der proeuropäischen Initiative „Pulse of Europe“ gefolgt und an die Hauptwache gekommen. Um ein „Zeichen des Zusammenhalts und der Solidarität mit der Ukraine sowie für eine wehrhafte Demokratie“ zu setzen. „Putin hat uns allen den Krieg erklärt. Wir stehen dagegen an“, sagt Daniel Röder von „Pulse of Europe“ auf der Bühne. Wenn auf der Welt Hunderttausende auf die Straße gingen und Zusammenhalt zeigten, „dann entsteht Energie. Die macht vielleicht den Unterschied.“ Auch wenn hier keine Bomben flögen, „wir sind im Krieg, der europäische Werte zerstören will“.

Die 18-jährige Emma ist auch zur Demo gekommen. Im gelben Mantel, von der Mutter aus dem Schrank geholt. „Man fühlt sich manchmal so hilflos all dem gegenüber“, sagt sie. „Wenn man auf die Straße geht, dann hat man das Gefühl, doch etwas machen zu können. Eine Art Unterstützung zu zeigen.“

Ihre Freundin Julika neben ihr trägt einen EU-Pulli. Weil „es so wichtig ist, die Werte der EU zu schützen“, sagt sie. Sie wäre auch für einen Beitritt der Ukraine zur EU, „auch wenn das Putin möglicherweise provozieren könnte“. Ihre Familie hat gerade ihr ehemaliges ukrainisches Au-pair-Mädchen mit Kind und Mutter aufgenommen. Gestern sind sie aus Kiew angekommen. Damit alles „nicht nur leere Worte, sondern auch Taten sind“.

Auf der Bühne plädiert Stefan Reis von „Pulse of Europe“ auch für einen Beitritt der Ukraine zur EU. „Die Ukraine kämpft gerade für Freiheitswerte. Das ist ein großer Beweis dafür, dass sie in die EU gehört.“ Der Angriffskrieg Russlands sei durch nichts zu rechtfertigen. „Alle zur Verfügung stehenden Mittel, Sanktionen, müssen genutzt werden, um den Krieg für Russland unbezahlbar zu machen.“

Eine Ukrainerin spricht bei der Kundgebung darüber, dass es in diesem Krieg nicht um Nationalitäten gehe. Sondern darum, wie die Ukrainerinnen und Ukrainer leben wollten. „In einem Land wie Russland, wo Menschenleben nichts wert sind und Andersdenkende umgebracht werden.“ Oder in einem Land wie der Ukraine mit einer Demokratie, „in der Oppositionspolitikern nicht nach dem Leben getrachtet wird und das seinen Weg nach Europa geht“. Wir hätten damals zugeschaut, wie Putin seine Truppen vor der Krim zusammengeschart habe. „Es ist an der Zeit, Russland entschlossen entgegenzutreten.“

Der hessische Europa-Staatssekretär und CDU-Politiker Uwe Becker sagte, „wenn uns Frieden und Freiheit etwas wert sind, dann kann es nicht sein, dass russisches Gas herkommt“. Und dafür Geld auf russische Konten fließe. „Es kann nicht sein, dass dieser Krieg mitfinanziert wird von uns.“ Die Menschen in der Ukraine lebten uns die Werte Europas vor. Sie bräuchten nun „Waffen, um sich zu verteidigen und eine Perspektive nach Europa“.

Das mit den Waffen sah man auf der Demonstration der Friedensinitiative zwei Stunden zuvor völlig anders. Dort ging es vor allem darum, dass Verhandlungen und Verständigung Frieden bringen sollten, es eine Lösung nur auf politischem und nicht auf militärischem Weg geben könne und die geplante Aufrüstung der Bundeswehr den Krieg nur verlängern würde.

Bericht Seite F5

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