Schritte

Zehn-Punkte-Papier des BUND für Frankfurt

  • Thomas Stillbauer
    vonThomas Stillbauer
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Die Umweltorganisation verlangt konsequente Schritte der Stadt - darunter harte Einschränkungen für Autopendler.

Fünfzig Prozent weniger Energieverbrauch als 1990, hundert Prozent Versorgung aus erneuerbaren Quellen bis 2050: Die Stadt sei weit von ihren eigenen Zielen entfernt, kritisiert der Frankfurter BUND. Dabei sei es immer noch möglich, diese Ziele zu erreichen: Wenn die Stadt ihr Konzept konsequent umsetze, das sie 2012 im Zuge des Bundesprojekts „Masterplan 100 % Klimaschutz“ beschloss.

Der BUND hat deshalb zehn zentrale Forderungen aufgestellt.

1.Nachvollziehbar handeln: Maßnahmen müssten den Dezernaten konkret zugeteilt, etwa CO2-Minderungsziele festgelegt und überprüft werden. „Ohne konkrete Zahlen und Zuständigkeiten wird es so weitergehen wie bisher“, sagt BUND-Projektleiterin Andrea Graf, ehedem Klimaschutzmanagerin der Stadt Frankfurt.

2.Jährliche Berichte über den Zwischenstand zum Kohleausstieg im Kraftwerk West mit konkreten Zahlen.

3.Das Mobilitätskonzept von 2015 möchte der BUND überarbeiten lassen – mit Berücksichtigung des Themas Radentscheid. Die Sperrung des Mainkais für Kraftfahrzeuge habe gezeigt, wie es mangels Konzept nicht funktioniert: „20 000 Autos täglich lösen sich nicht in Luft auf.“

4.Schnellbusse sollen Einpendler an den Ortsrändern ihrer Wohnorte einsammeln und ohne Halt bis in die Stadt (Hauptbahnhof, Südbahnhof, Ostbahnhof) fahren: „Das muss schnell und günstig sein.“ Um das zu gewährleisten, verliert der Individualverkehr Fahrspuren.

5.Einführung des 365-Euro-Tickets für alle Nutzer des öffentlichen Personennahverkehrs, um den Umstieg vom Auto lukrativer zu machen.

6.Das Parken müsse eingeschränkt werden, verlangt der BUND, samt Überwachung und Ahndung nicht nur in der Innenstadt: „Es herrschen katastrophale Zustände in den Nebenstraßen und Wohngebieten.“

7.Ihre Gebäude soll die Stadt konsequent energetisch sanieren, außerdem über den energetischen Ist-Stand aller Häuser informieren und die Beratung für Unternehmen und private Gebäudeeigentümer intensivieren. Für Privatleute „beraten zwei Personen eine 750 000-Einwohner-Stadt“, bemängelt der BUND, das Projekt Ökoprofit begleite im Jahr nur rund zehn Unternehmen in der Region.

8.Gebäude der Stadt und stadtnaher Gesellschaften mit Solartechnik ausstatten, wo möglich.

9.Die letzten städtischen Gaslaternen sollen weichen und durch sparsamere LED-Lampen ersetzt werden.

10.In Neubaugebieten soll die Stadt nachhaltige Bebauung und Mobilität berücksichtigen.

Andrea Graf will die Zehn-Punkte-Liste als „ergänzende Forderungen“ verstanden wissen. Mit den Beschlüssen der Klimaallianz aus dem Dezember sei es nicht getan: „Leider fehlen wichtige Bereiche des Klimaschutzes und konkrete Aussagen.“

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